Einschub: Edelsteine #1

Esau sprach: Ich habe genug … und Jakob antwortete: … ich habe genug. (1Mo 33:9+11)

Wie selten ist ein zufriedener Christ zu finden! C.H. Spurgeon erzählte von seiner Frau, die eine Fastenzeit mit einer Brotkruste und einem Becher Wasser beendete und dabei ausrief: „Soviel Gutes, und außerdem Christus!“

Jakob befand sich in einer Lage, in der er sich fürchtete. Einst hatte sein Bruder sein Leben bedroht, und jetzt stand ihre erste Begegnung bevor nach mehr als zwanzig Jahren. Um Esau freundlich zu stimmen und ihm einen Beweis des Wohlwollens zu geben, überschüttete Jakob ihn mit Geschenken. Jeder von ihn beiden war zu Reichtum gekommen. Jeder war gesegnet worden während dieser langen Trennungszeit. Aber der eigentliche Segen, der an ihnen zu erkennen war, bestand nicht an ihren Besitztümern, sondern an ihrer offensichtlichen Zufriedenheit mitten in ihrem Wohlergehen. Das ist wahrhaftige eine seltene Sache. Beide erklärten, Segen empfangen zu haben. Beide wünschten , dem anderen eine Freundlichkeit zu erweisen; aber das Wichtigste war doch, dass sie wussten: „Ich habe genug.“

Wie würde unser Leben aussehen, wenn wir -ähnlich wie diese beiden – aufhören würde mit Wünschen, wenn wir uns begnügen würden mit unserem Lebensstandard, wenn wir zufrieden wären und zu unserem Bruder sagen könnten: „Ich habe genug“ (und das würde bedeuten: ich bin der Lage, freigiebig zu sein)? Wie würde unser Leben aussehen, wenn Gott nicht nur alle unsere Bedürfnisse befriedigen, sondern wenn er uns dazu gebrauchen könnte, mit Hilfe der uns geschenkten Fülle ein Segen für andere zu sein, so dass auch sie einen Segen von Gott empfangen könnten?

Könnte Gott dir wohl mehr anvertrauen, als du nötig hast? Würdest du darin deine volle Zufriedenheit finden, so dass du es nicht für nötig halten würdest, von dem dir geschenkten Segen Gottes einen großen Teil zurückzuhalten für schlechte Zeiten? Würdest du wohl den geschenkten Segen als eine Hilfsquelle Gottes ansehen können, um andere damit zu segnen? Zufriedenheit mitten in äußerem Wohlergehen scheint auch bei Christen eine seltene Tugend zu sein. Zufriedenheit bedeutet: frei sein von dem Verlangen nach etwas Verlockendem, nur weil irgendjemand anderes es hat.

Wie wäre es, wenn wir uns zum Ziel setzen würden, nicht möglichst viel zu erwerben, sondern möglichst viel verschenken zu können? Würde es nicht wunderbar sein, wenn wir – wie Jakob und Esau – zufrieden wären mit Gottes Fürsorge und wir, wie sie, bezeugen würden: wir haben genug? Wenn wir alle dies bezeugen würden, wenn keiner von uns mehr danach streben würde, Reichtümer für sich selbst aufzuhäufen, dann würde es schwierig für uns werden, Empfänger für Geschenke zu finden, weil wir umgeben wären von zufriedenen Christen. Nicht mehr das Erwerben wäre schwierig für uns, sondern das Verschenken, weil alle genug haben würden.

Edelstein für heute: „Wer kärglich sät, der wird auch kärglich ernten; und wer reichen Segen sät, der wird auch reichen Segen ernten“ (2. Kor. 9:6)

(Tim Ruthen)

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