Tag 76 – 1. Mose 44:14-34

https://www.youtube.com/watch?v=iehPRBc-ydk

14  Als sie bei ihm ankamen, gingen sie sofort in sein Büro, wo er schon auf sie wartete. Sofort -warfen sie sich auf den Boden.

15  Josef schrie sie an: „Was ist denn jetzt bitte los? Wie sind Sie überhaupt drauf? Es hätte Ihnen doch vollkommen klar sein müssen, dass ich so was sofort merke, wenn man mich beklaut!“

16  „Sehr verehrter Herr! Wir sind selbst vollkommen sprachlos! Was können wir noch sagen, um unsere Unschuld zu beweisen? Gott hat dafür gesorgt, dass wir erwischt wurden. Ab sofort stehen wir Ihnen für immer zur Verfügung. Wir und auch der, bei dem die Uhr gefunden wurde.“

17  Aber Josef sagte: „Nein, ich werde nicht so ungerecht sein. Ich will nur, dass der, bei dem die Uhr gefunden wurde, ab sofort auf lau für mich arbeitet. Sie anderen können wieder in Ruhe zu Ihrem Vater zurückgehen!“

18  Juda ging auf Josef zu und ergriff das Wort: „Sehr verehrter Herr! Sie haben fast genau so viel Macht wie der Präsident von Ägypten! Bitte verzeihen Sie mir, wenn ich hier ganz offen mit Ihnen rede, und bitte werden Sie nicht gleich sauer.

19  Das letzte Mal, als wir bei Ihnen waren, haben Sie uns gefragt, ob unser Vater noch lebt und ob es bei uns noch mehr Brüder gibt.

20  Wir haben ganz ehrlich geantwortet, dass unser Vater zwar schon sehr alt ist, aber noch lebt. Und auch, dass wir noch einen Bruder haben, den unser Vater bekommen hat, obwohl er da schon im Rentneralter war. Dieser Junge ist der letzte Sohn von zweien, die dieselbe Mutter haben. Der Ältere ist schon tot. Darum hängt der Vater auch so an ihm.

21  Als Sie gesagt hatten, wir sollten ihn auch noch herbringen,

22  haben wir versucht, deutlich zu machen, dass der Junge zurzeit seinen Vater nicht alleine lassen kann. Er würde sehr wahrscheinlich eine Herzattacke kriegen und sterben, wenn der Jüngste weg wäre.

23  Aber Sie haben da drauf bestanden. Sie meinten zu uns: ,Ohne ihn brauchen Sie gar nicht noch einmal zu kommen!‘

24  Als wir dann wieder zu Hause waren, haben wir unserem Vater alles erzählt.

25  Dann waren die Essensreserven schon wieder alle, und er fragte uns noch mal, ob wir nicht nach Ägypten gehen würden, um Nachschub zu holen.

26  Aber wir fanden das keine so gute Idee. Wir sagten ihm: ,Das geht unmöglich – es sei denn, Benjamin kommt mit! Ohne ihn brauchen wir dort gar nicht erst noch mal auflaufen!‘

27  Mein Vater, der alles für Sie tun würde, sagte dann zu uns: ,Ihr wisst das doch, dass meine Lieblingsfrau mir nur zwei Söhne geboren hat, oder?

28  Den einen hab ich schon vor Jahren als vermisst gemeldet. Er ist mit Sicherheit ermordet worden oder bei einem Unfall ums Leben gekommen. Ich hab ihn seitdem nie mehr gesehen.

29  Jetzt wollt ihr mir den zweiten Sohn auch noch wegnehmen? Wer kann mir denn garantieren, dass er nicht auch einen Unfall hat oder getötet wird, he? Ich würde das nicht überleben!‘

30  Wenn wir jetzt zurückkommen und er sieht, dass der Junge, an dem er so wahnsinnig hängt, nicht dabei ist,

31  dann wird er sofort einen Herzkasper kriegen und tot umfallen. Dann sind wir verantwortlich für den Tod unseres eigenen Vaters und auch dafür, dass er mit so viel Frust und Trauer gestorben ist. Denn diese ganze Depression nimmt er dann sogar mit in den Tod.

32  Außerdem hab ich ihm gesagt, ich stehe dafür grade, dass ich den Jungen wieder mitbringe. Die ganze Schuld liegt bei mir, und zwar für immer.

33  Bitte erlauben Sie mir, dass ich anstelle von Benjamin hier bleibe. Ich werde Ihnen treu dienen und Ihr Angestellter sein, ohne Bezahlung und solange ich lebe. Bitte lassen Sie aber die anderen wieder nach Hause gehen!

34  Ich kann sowieso nicht mehr zurück, wenn der Junge nicht bei mir ist. Und ich würde durchdrehen, wenn ich meinen Vater so traurig sehen müsste.“

  1. Der Schlüsselvers des Buches/Abschnittes
  2. Gottes Verheißungen
  3. Gottes Handeln
  4. Fragezeichen
  5. Erkenntnis des Tages
  6. Glauben ins Leben umsetzen

Der Schlüsselvers des Abschnittes

Da trat Juda zu ihm und sagte: Bitte mein Herr, lass doch einen Knecht ein Wort reden zu den Ohren meines Herrn, und es entbrenne nicht den Zorn gegen deinen Knecht … (1Mo 44:18)

Gottes Verheißung


Gottes Handeln


Fragezeichen


Erkenntnis des Tage

  • Georg William schreibt: … Dass er erst Simeon und dann Benjamin zurückhielt, war geschickt ausgedacht und geschah, um festzustellen, ob sie noch immer hartherzig gegen die Hilferufe eines gefangenen Bruders und die Tränen eines beraubten Vaters waren. Sein Plan ging bewundernswert auf. Seine Härte und Freundlichkeit wirkten zusammen, um sie zu beruhigen, und seine Güte wirkte mit, um sie zur Buße zu leiten.
  • Es ist schon sehr bemerksenswert, wie sie letztendlich eine Schuld (den Kelch geklaut zu haben) auf sich nahmen, die sie gar nicht getan hatten.

Glauben ins Leben umgesetzt

  • Menschen können sich ändern! Das im Sinn zu behalten und spätere Reue auch als Entschuldigung anzunehmen.
  • Oder auch andersherum: Dort, wo ich früher an anderen schuldig geworden bin, eingestehen und Reue auch gegenüber Menschen zu bekennen und um Entschuldigung zu bitten.
  • Zu beiden fällt mir aus meinem persönlichen Leben so spontan nichts ein, was natürlich nicht bedeutet, dass es das nicht gibt. Aber ich will feinfühlig dafür sein und bei Aufploppen solcher Dinge, es richtig machen.

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