Tag 117 – 1. Samuel 2:18-26

18  Samuel machte die ganze Zeit seinen Job für Gott. Obwohl er noch ein Jugendlicher war, durfte er schon die Arbeitsklamotten von den Priestern tragen.

19  Seine Mutter nähte ihm jedes Jahr eine neue Jacke. Immer wenn sie mit ihrem Mann Elkana zur großen Opferparty kam, brachte sie das neueste Modell mit.

20  Wenn sie da war, betete Eli immer voll für die beiden Eltern und segnete sie. Zu Elkana sagte er: „Gott soll dir noch mehr Kinder durch Hanna schenken. Sie sollen ein Ersatz sein für das eine, was sie Gott gegeben hat.“ Abends gingen sie dann wieder nach Hause.

21  Gott sorgte dafür, dass Hanna noch öfter schwanger wurde. Sie kriegte dann noch drei weitere Söhne und zwei Töchter. Aber Samuel blieb die ganze Zeit im besonderen Zelt und wuchs mit Gott auf.

22 In der Zwischenzeit war Eli echt alt geworden. Als er mitkriegte, wie ätzend seine Söhne mit den Israeliten umgingen, war seine Geduld bald am Ende. Er hörte auch davon, dass sie mit jeder Frau im Bett landeten, die vor dem besonderen Zelt am Arbeiten war.

23 Irgendwann nahm er sich seine Söhne mal vor: „Sagt mal, Jungs, was macht ihr da eigentlich? Die Leute erzählen mir voll die Gruselstorys über euch.

24 Alle lästern voll über euch ab, sie erzählen, wie assi ihr lebt und so. Damit muss jetzt sofort Schluss sein.

25 Wenn jemand etwas gegen Menschen tut, wird Gott das vielleicht noch durchgehen lassen. Wenn aber jemand etwas gegen Gott selbst tut, wer kann den dann noch verteidigen?“ Aber den Söhnen von Eli war das ziemlich egal, was ihr Vater da am Labern war. Gott selbst hatte wohl ihre Ohren verstopft, er hatte sich schon entschlossen, sie plattzumachen.

26 Samuel wurde langsam erwachsen. Er machte sich echt gut und wurde jemand, der so lebte, dass sowohl Gott als auch die Menschen das gut fanden.

  1. Mein Schlüsselvers des Abschnittes
  2. Meine Erkenntnis des Tages, MEIN Pünktchen
  3. Glauben ins Leben umsetzt
  4. Mein Gebet für meinen Tag

Mein Schlüsselvers des Abschnittes

Aber sie hörten nicht auf die Stimme ihres Vater …
(1Sam 2:25)

Meine Erkenntnis des Tages, MEIN Pünktchen

Zu diesem Bibelabschnitt fiel mir eine Andacht von Jörgen Bauer ein, die ich irgendwann einem gelesen hatte:

„Diese Geschichte ist mir noch gut aus der Christenlehre bekannt. Der Religionslehrer erklärte uns damals, dass der Priester Eli dadurch versagte, dass er seinen Söhnen gegenüber nicht durchgriff, wie es seine Aufgabe gewesen wäre, sondern dass er es bei halbherzigen Ermahnungen beließ und damit das Tun seiner Söhne duldete.
Die Lehre, die aus dem heutigen Text zu ziehen ist, ist von zeitloser Gültigkeit und nach wie vor hochaktuell. Sie besagt nichts anderes, als dass diejenigen, denen Macht, im positiven Sinne, übertragen ist, schuldig werden, wenn sie diese nicht ausüben.
Wer die ihm verliehene Macht nicht gebraucht, schafft damit ein Machtvakuum, das von anderen, in einer unguten Weise, gefüllt wird.
Im Alltag würde das sofort schmerzlich spürbar, wenn z.B. die Staatsmacht nicht mehr dem Bösen und der Unordnung wehren würde oder wenn in einem Betrieb die Betriebsleitung versagen und jeder in die eigene Tasche wirtschaften würde oder wenn Eltern ihren Kindern keine Grenzen aufzeigen.

In unserer Zeit neigt man zur „Humanitätsduselei“. Es geht nach dem Motto, allen wohl und niemand wehe. Man ist „tolerant“, versucht alles zu entschuldigen und zu verharmlosen, belässt es bei Ermahnungen und Absichtserklärungen. Man ist konfliktscheu und vermeidet es, für klare Linien zu sorgen. Und wer das trotzdem versucht, eckt an.
Auch Eli war konfliktscheu. Er wusste zwar ganz genau, dass seine Söhne, bei ihrem Dienst als Priester, die von Gott gebotenen Opfervorschriften gröblich missachteten und sich damit schwer gegen Gott versündigten, und das gefiel ihm auch nicht, aber er sah tatenlos zu und duldete damit deren Tun. Und dadurch wurde er schuldig vor Gott.
Gibt es Vergleichbarees heute auch bei uns?
Zwischen „tatenlos zusehen“ und „tatenlos zusehen“, besteht insoweit ein Unterschied, als zu fragen ist, ob jemand könnte, wenn er wollte oder ob jemand unmittelbar, kraft eines Amtes, zum Tun verpflichtet ist. Im letzteren Fall ist die Schuld größer.
Ebenso ist es die Frage, um welches Rechtsgut es geht. Geht es nur um eine Formalie oder um etwas existenziell Bedeutsames? Und der priesterliche Dienst, bei dem es um das Verhältnis zu Gott und um die Vergebung der Sünden ging, war, bei allen Opfervorschriften, weit mehr als nur eine Formalie.
Der heutige Text lehrt dass Pflichtverletzungen Gericht Gottes nach sich ziehen. Das kann darin bestehen, dass Dinge total danebengehen und es zu chaotischen Zuständen kommt, es kann aber auch sein, dass Gott, wenn es um heilige und absolute Dinge geht, selbst unmittelbar eingreift.
Hier stellt sich an uns die Frage: Schauen wir auch tatenlos zu, obwohl wir zum Handeln verpflichtet wären?

In Sachen Eli und seiner Söhne hatte Gott bereits entschieden und alle drei dahingegeben. Gottes Gericht bestand darin, dass Gott, bei der Schwere der Verfehlungen, keine Umkehr mehr zuließ.
Das ist schreckliches Gericht Gottes, das die Schrift, in dieser Form, immer wieder bezeugt. Es kann ein Punkt erreicht sein, ab dem Gott nicht mehr ansprechbar ist. Davor möge uns Gott bewahren.“

(Jörgen Bauer, gottesbotschaft.de)

Glauben ins Leben umgesetzt

Heute fällt mir zu diesem Abschnitt nichts ein, wie ich diesen in mein Leben integrieren könnte. Ich habe keine Kinder mehr, die zu erziehen wären oder deren Erziehung so daneben gelaufen ist, dass ich daran nichts mehr ändern kann.
Nur einen Punkt hätte ich da.
Meine Tochter ist nicht gläubig.
Das kann ich ihr aber nicht verdenken. Ich selbst bin atheistisch erzogen wurden (DDR-Kind) und bin erst zum Glauben gekommen, als sie aus dem Haus war. Sie ist eine ganz Liebe und ich kann nur dafür beten, dass auch sie den den Weg zu Gott findet. Was heißt eigentlich „nur“? Das ist das Wichtigste überhaupt. Beten.

Mein Gebet für meinen Tag

Vater, ganz zu allererst möchte ich dir für meine Tochter danken, sie ist eine so tolle Frau geworden. Ich bitte dich so sehr, dass auch sie den Weg zu dir findet. Mir selbst hast du erst den Weg zu dir gezeigt, als sie schon groß war. Nimm auch sie in deine Arme, beschütze sie und zeige ihr deinen Weg für sie.
Ich danke dir auch für alles, was du mir tagtäglich schenkst, dass ich genug zu essen habe, eine Wohnung, die ausreichend für mich ist, genügend Geld für mich und für andere, denen ich helfen kann. Ich bin mit diesen ganzen Materiellen so reich gesegnet, dass ich einfach nur danke sagen kann.
Und so lege ich dir diesen Tag vor die Füße, beschütze und bewahre mich, halte Kummer und Schmerz von mir fern und erweitere mein Gebiet. Gerade letzteres, dafür fällt es mir noch schwer zu beten. Weil ich bei meiner Gesundheit die Leistungsgrenze erreicht habe, aber natürlich weiß, dass du mir nie mehr geben wirst, als ich tragen kann. Ich weiß es und trotzdem habe ich noch diesen weltlichen Gedanken im Hirn: mehr schaffe ich nicht, ich kann nicht mehr über meine Grenzen gehen. Ja, natürlich, das verlangst du auch nicht. Bitte füge alles so, dass ich innerhalb meiner körperlichen Grenzen ganz viel für dich tun kann.
Das alles lege ich vor dich im Namen Jesu.
Amen

o o o o o

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