Tag 169 + 170 + 171 – 1. Samuel 24:1-23

1 David zog dann in ein anderes Versteck um, was in einem schwer zugänglichen Bereich der Berge bei En-Gedi lag.

2 Nach einer Zeit hatte Saul die Philister besiegt und ihre Armee noch lange verfolgt. Als er zurück nach Hause kam, kriegte er die Meldung rein: „David hat sich in die Berge bei En-Gedi verpisst!“

3 Sofort zog er 3000 Soldaten mit Spezialausbildung von den Israeliten ein, um David und seine Truppe zu verfolgen.

4 Als er östlich der Steinbockfelsen an den Schafsgehegen vorbeikam, musste er ganz dringend pinkeln. Er ging deswegen in einen alten Bunker, der dort an dem Weg in den Bergen war. Zufällig war das aber ausgerechnet der Bunker, in dem sich David und seine Männer im hinteren Bereich versteckt hatten.

5 Davids Leute flüsterten ihm zu: „Das ist die Gelegenheit! Gott hat heute beschlossen, dir deinen Feind auszuliefern. Du kannst hier mit ihm machen, was du willst!“ David schlich sich von hinten an Saul ran und schnitt mit einem Armeemesser ein Stück von seiner Jacke ab, ohne das der das mitbekam.

6 Gleich danach war es David voll peinlich, und er hatte echt ein schlechtes Gewissen.

7 „Gott soll mich davor beschützen, dass ich meinem Präsidenten auch nur ne Schramme zufüge“, flüsterte er seinen Leuten zu. „Er ist von Gott extra für diesen Job ausgesucht worden! Er ist immerhin der Präsident!“

8 David verbot seinen Männern, sich Saul vorzuknöpfen. Als Saul aus dem Bunker rauskam, um weiterzugehen,

9 rannte David ihm plötzlich hinterher. „Mein Präsident, mein Chef!“, rief er ihm zu. Saul drehte sich um, aber David warf sich vor ihm platt auf den Boden.

10 „Bitte lassen Sie sich von nichts und niemandem erzählen, dass ich Sie kaputtmachen will“, sprach er weiter,

11 „Ich kann Ihnen heute das Gegenteil beweisen. Gerade eben, hier in dem alten Bunker, hätte ich Sie töten können. Dafür hat bestimmt Gott gesorgt. Meine eigenen Leute haben mich angefeuert, Ihnen die Kehle durchzuschneiden. Aber ich hab es nicht gemacht, ich habe Sie verschont. Ich konnte es einfach nicht tun, weil mir klar ist, dass Sie mein Chef sind, Sie sind der von Gott eingesetzte Präsident!

12 Hier, als Beweis hab ich ein Stück von Ihrer Jacke abgeschnitten. Ich hätte Sie wirklich töten können, aber ich hab mir nur diesen Stofffetzen von Ihrer Jacke genommen. Jetzt müssen Sie doch kapieren, dass ich kein Verräter bin, ich bin kein Arschloch! Ich hab nichts gegen Sie getan, aber Sie sind hinter mir her und wollen mich töten.

13 Gott soll zwischen uns entscheiden. Er wird Sie bestrafen, aber ich werde das nicht tun, niemals!

14 Es gibt ja diesen Spruch: „Nur wer link ist, tut linke Dinge“. Ich werde Ihnen auf keinen Fall was tun.

15 Ich meine, wer ist denn das, hinter dem Sie gerade her sind? Der Präsident von ganz Israel jagt ein Meerschweinchen, oder besser noch eine Fliege!?

16 Gott soll zwischen Ihnen und mir entscheiden, er soll das beurteilen. Gott soll mein Rechtsanwalt in dieser Sache sein und mir dabei helfen, mein Recht zu bekommen!“

17 Als David fertig war, fragte Saul: „David? Sag mal, bist das wirklich du?“ Dann fing er voll an zu heulen.

18 Schließlich sagte Saul zu ihm: „Du hast total recht mit dem, was du sagst! Du hast mich immer gut behandelt im Gegensatz zu mir.

19 Heute hast du mal wieder bewiesen, dass du es gut meinst, weil du mich nicht getötet hast. Gott hatte dafür gesorgt, dass ich mich nicht hätte wehren können, trotzdem hast du die Situation nicht ausgenutzt, um mich zu töten.

20 Ich meine, wo hat man so was schon mal erlebt? Da hat einer die Möglichkeit, seinen Feind aus dem Weg zu räumen, aber lässt ihn trotzdem wieder laufen! Also, Gott wird dich dafür fett beschenken!

21 Mir ist schon klar, dass du mal der neue Präsident werden wirst. Unter deiner Regierung wird Israel gut weitergeführt werden.

22 Bitte versprich jetzt, mit Gott als Zeugen, dass du aus meiner Familie nicht alle umbringen wirst! Ich möchte, dass es immer noch ein paar Leute gibt, die an mich denken, wenn ich mal tot bin.“

23 David versprach es ihm ganz fest. Dann ging Saul wieder zurück nach Hause. David und seine Männer zogen wieder zurück in die Berge.

  1. Mein Schlüsselvers des Abschnittes
  2. Meine Erkenntnis des TagesMEIN Pünktchen
  3. Glauben ins Leben umsetzt
  4. Mein Gebet für meinen Tag

Mein Schlüsselvers des Abschnittes

Jahwe soll Richter zwischen uns sein! Er mag mich an dir rächen, aber ich werde meine Hand nicht gegen dich erheben! 
(1Sam24:13)

Meine Erkenntnis des Tages, Mein Pünktchen

Das ist eine meiner wertvollsten Stellen im Alten Testament.
David immer auf der Flucht vor dem wütenden Saul und dann hätte er sich aller Sorgen entledigen können, ihn einfach töten, dass die Flucht endlich aufhört, aber was macht er? Er schneidet ihm nur ein „Beweiszipfel“ von denen Klamotten.
Das spricht von Größe! Das spricht von bedingungslosem Gottvertrauen!
Und es spricht davon, dass David die von Gott eingesetzten Ordnungen ohne wenn und aber respektiert.
Wow!

Glauben ins Leben umgesetzt

An diese Geschichte muss ich immer denken, wenn es heute darum geht, gegen Chefs zu motzen, gegen Regierungen zu opportunieren, immer gegen die über einem gestellten Vorsitzenden zu meckern und zu wettern.
Nichts gegen Kritik, nichts gegen berechtigtes Aufdecken von Missständen, aber all das, was sich im Alltag so abspielt, das Nichtrespektieren von Autoritäten ist haarsträubend. Das geht ja nun mittlerweile soweit, dass Rettungskräfte und Polizei angegriffen werden, wenn sie Menschen helfen wollen, das geht um Missachtung von Lehrern und unmittelbaren Vorgesetzen. Man hat mittlerweile das Gefühl: kein Respekt vor nichts. Welch krasser Gegensatz zu David. Er erkennt an, dass Saul von Gott eingesetzt wurde, also ist der der König. Punkt. Alles weitere überlässt er Gott. Er rächt sich nicht, weil er weiß, das ist nicht sein Job, sondern der Job Gottes.

Mein Gebet für meinen Tag

Vater, wie viel weniger Unzufriedenheit und Stress könnten wir haben, wenn wir dich einfach machen ließen, wenn wir dich anerkennen würden als den, der diese Ordnungen eingesetzt hat. Straftaten, ja, Straftaten müssen wir auch heute aufzeigen, aber darum geht es nicht. Es geht um die Anerkennung, dass eine Ordnung im zwischenmenschlichen Bereich geben muss, sonst enden alles im Chaos. Hach, wenn es doch mehr Menschen einsehen würden. Hier ist sich bald jeder selbst der Nächste, jeder will kämpfen, jeder will weiter nach oben. Ich weiß nicht, Vater, wie lange du dir das noch ansehen magst. Ich habe große Sehnsucht danach, dass Jesus recht bald wieder kommen möge. Aber es ist dein Zeitplan. Du machst keine Fehler. …
Vater, gestern Abend hatte ich wieder eine Krise. Mir ist gestern eine Vase auf des so schlecht versiegelte Parkett gefallen und hat ein Loch geschlagen. Diese klitzekleine Kleinigkeit war der Trigger. Ich mag einfach nicht mehr mich um alles alleine kümmern, alles allein richten und organisieren, der ganz alltägliche Kram. Ich mag abgeben, ich mag jemanden an meiner Seite, aber ich weiß sehr wohl, dass das nicht auf Krampf geht, nicht durch ein unbedingtes Wollen. Nach dem letzten Disaster mit J. lasse ich meine Finger davon. Vater, wenn es dein Wille ist, dass ich allein bleiben soll, dann soll es so sein. Aber sonst füge es doch bitte, dass da jemand in meinem Leben auftaucht, den du ausgesucht hast und der zu mir passt. Naja, nur so ein Wunsch von mir. Wegen der doofen Vase gestern Abend.
Und jetzt werfe ich all diese Dinge vor deine Füße. Bitte beschütze und bewahre mich, D., A., T. und die Jungs, halte Kummer und Schmerz von uns fern und lass es für uns ein guten Tag werden. Dein Wille geschehe.
Amen

o o o o o

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