Wenn Gott unsere Krücken nimmt

Gott fragte in Jesaja 2:22 im Grunde: „Warum setzt du dein Vertrauen auf vergängliche Menschen, die nur kurze Zeit leben?“ Im nächsten Vers sagt Gott, dass er seinem Volk „Stütze und Stab“ wegnehmen wird (Jes 2:1, ELB). Damit sind die äußerlichen Dinge gemeint, auf die sich Menschen verlassen. Warum? Gott will, dass sein Volk ihm ganz vertraut.

Was wird aus uns, wenn uns unsere Krücken weggenommen werden? Wir erkennen dann, worauf wir uns stützen, worin wir verwurzelt und verankert sind. Ich will Ihnen ein Beispiel nennen.
Mein Mann und ich spielen oft Golf. Auf dem Golfplatz sind dünne Ruten, die eines Tages zu Bäumen heranwachsen. Diese kleinen Setzlinge haben keine Kraft und keine Wurzeln. Sie sind so winzig und schwach, dass sie normalerweise auf beiden Seiten gestützt werden, um aufrecht zu stehen. Ohne diese Stützen, die sie halten, würden sie vom Wind und Regen umgeworfen.

Ähnlich ist es bei uns, wenn wir neu zum Glauben gekommen sind. Am Anfang unseres Lebens mit Gott brauchen wir Stützen, etwas, dass uns hilft, zu stehen und stark zu werden. Wir brauchen eine Gruppe Menschen um uns, die uns hilft, regelmäßig in der Bibel zu lesen, zu betend und den Herrn zu suchen. Ohne dieses Stützsystem werden wir umgeblasen, sobald uns die Stürme des Lebens entgegenwehen.

Unser Stützsystem kann viele Formen annehmen, aber egal wie es aussieht, früher oder später wird Gott es uns nach und nach wegnehmen. Anfangs ist das ziemlich beängstigend, weil wir es nicht verstehen und es uns nicht gefällt. Unsere Stützen können Dinge sein, die uns Freude und Befriedigung geben, wie im Chor singen, ein Instrument spielen, Teil des Lobpreisteams oder, wenn wir schon länger im Glauben stehen, ein anerkannter Gemeindeleiter oder Pastor zu sein. Plötzlich verlieren wir aus irgendeinem Grund diese Stellung oder Gott verlangt, dass wir sie aufgeben. Erst dann erkennen wir, wie viel von unserem Selbstwertgefühl von den Dingen abhängig ist, die wir tun.

Damit wir wachsen, muss Gott uns manchmal alles wegnehmen, auf das wir unsere Sicherheit stützen. Alles bis auf ihn. Das tut er, weil er ein Gott ist, der heilt und wieder aufbaut. Er heilt unser Denken, unsere Gefühle, unsere Seele und unsere Gesundheit. Wenn wir anfangen, ein schönes, teures antikes Möbelstück zu restaurieren, müssen wir zuerst die alte Farbe oder den Lack abschleifen, damit der neue Lack hält. Falls Sie gerade diesen Prozess des Abtragens oder Abschleifens durchmachen, sollten Sie Geduld haben. Kooperieren Sie mit Gott, während er an Ihnen arbeitet.

Seien Sie nicht wie ein junger Baum, der im Wind hin- und herschaukelt, weil seine Stützen entfernt wurden. Schlagen Sie wurzeln, damit Sie eines Tages groß und stark werden und ein Baum der Gerechtigkeit sein können. Und denken Sie daran: Wenn Gott Ihnen etwas wegnimmt oder verlangt, dass Sie es aufgeben, wird er Ihnen mehr geben, als Sie früher hatten, und es wird besser sein als zuvor.

(Joyce Meyer, Studienbibe)

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