Tag 266 + 267 – Lukas 2:21-52

Es wird klar: Jesus ist der Retter

21 Acht Tage später kam der Zeitpunkt, wo man dieses Beschneidungsritual mit Jesus machen wollte, wo man den männlichen Babys die Vorhaut abtrennt. Dabei wurde ihm der Name „Jesus“ gegeben. Das hatte der Engel Maria ja schon vorher gesagt, bevor sie überhaupt schwanger war.

22 Nach den jüdischen Gesetzen (die der Mose aufgeschrieben hatte) sollte eine Frau nach der Geburt mal eine längere Pause machen, man nannte das „die Zeit der Reinigung“. Als die vorbei war, brachten Josef und Maria das Baby nach Jerusalem. Dort wollten sie den Jungen radikal an Gott übergeben.

23 Josef befolgte damit die göttlichen Gesetze, in denen ja steht: „Wenn das erste Kind einer Frau ein Junge ist, dann muss es Gott ganz übergeben und ihm radikal zur Verfügung gestellt werden.“

24 Genau nach den Vorschriften zogen sie das Opferritual durch, das bei solchen Anlässen normal war: „Zwei Tauben einer besonderen Rasse oder zwei junge Tauben.“

25 In Jerusalem wohnte ein Mann, der Simeon hieß. Er lebte ein straightes Leben mit Gott, hielt sich genau an die religiösen Gesetze der Juden und wartete schon lange auf den Mann, der die Leute von Israel retten würde. Die Kraft Gottes war voll auf ihm.

26 Diese Kraft von Gott hatte ihm erzählt, dass er vor seinem Tod auf jeden Fall noch den Auserwählten, den Retter, sehen würde, den Gott schicken will.

27 An diesem Tag lenkte Gott ihn in den Tempel. Als er Maria und Josef dort traf und das Kind sah, was sie Gott übergeben wollten,

28 freute er sich plötzlich total! Er nahm das Kind in den Arm und dankte Gott:

29 „Mein Gott, jetzt kann ich entspannt sterben!

30 Ich hab ihn gesehen, den Retter,

31 den du für alle Menschen hergeschickt hast.

32 Er ist wie eine große Lampe, die allen Menschen, die Gott nicht kennen, eine Richtung vorgibt! Er wird dein Volk Israel groß rausbringen!“

33 Maria und Josef kapierten nicht so richtig, was er da gerade gelabert hatte.

34 Simeon betete für die beiden. Dann sagte er zu Maria: „Dieser Junge wird von vielen Israelis gehasst werden. An ihm werden sich die Geister scheiden. Manche werden über ihn stolpern und hinfallen. Andere werden sich aber auch sehr über ihn freuen und sich an ihm hochziehen.

35 Auch für dich wird es sehr hart werden, es wird dich fast zerreißen. Was viele jetzt heimlich denken, wird dann für alle öffentlich sein.“

36 Mitten im Vorhof vom Tempel war eine Frau, die Hanna hieß. Hanna war eine Prophetin, sie hatte einen engen Draht zu Gott und hörte manchmal, was er zu den Menschen sagt. Sie kam aus der Familie vom Phanuel, der aus dem Stamm Asser kam. Hanna war sehr alt. Ihr Mann lebte schon lange nicht mehr, sie waren insgesamt nur sieben Jahre verheiratet gewesen.

37 Nun war sie Witwe und mittlerweile schon vierundachtzig. Sie verließ den Tempel nur noch selten. Weil sie Gott sehr liebte, betete sie oft den ganzen Tag und die ganze Nacht und aß dabei nichts.

38 Als Simeon mit Josef und Maria redete, kam sie vorbei und fing plötzlich an, Gott zu loben! Ab dann erzählte sie allen Leuten von Jesus, allen, die schon lange auf die Einlösung des Versprechens von Gott gewartet hatten. Dieses Versprechen hatte Gott den Leuten aus Israel schon vor langer Zeit gemacht.

39 Nachdem Josef und Maria alles das getan hatten, was nach den Vorschriften aus den religiösen Gesetzen üblich war, gingen sie wieder zurück nach Nazareth in Galiläa.

40 Jesus erlebte dort seine Kindheit. Er wurde immer größer und stärker. Vor allem war er aber schon ganz früh total weise und schlau, er wusste auf alle Fragen eine gute Antwort. Gott war besonders stark mit ihm, das merkten alle.

Jesus als Teenie

41 Immer wenn das Passafest abging, reisten seine Eltern nach Jerusalem.

42 Als Jesus zwölf Jahre alt war, nahmen sie ihn dort mit hin.

43 Nach der Feier, als sie sich wieder auf den Rückweg Richtung Nazareth machen, war Jesus plötzlich verschwunden. Zuerst bekamen die beiden das gar nicht mit,

44 weil sie dachten, er wäre mit einer anderen Gruppe im Treck unterwegs. Als er abends aber immer noch nicht bei ihnen war, machten sie sich ernsthaft Sorgen. Überall fragten sie nach Jesus,

45 konnten ihn aber nirgends finden. Schließlich gingen sie noch mal zurück nach Jerusalem, um dort weiterzusuchen.

46 Endlich, nach drei Tagen, entdeckten sie Jesus im Tempel! Er saß dort in einer Runde von Lehrern und diskutierte mit ihnen über Fragen des Glaubens.

47 Und die Leute, die dabei waren, kriegten es nicht gebacken, was für einen Schnall er von den Dingen hatte und wie schlau er antworten konnte.

48 Seine Eltern waren davon aber nicht so begeistert. „Junge, wie konntest du deiner Mutter so was antun? Wir haben dich überall gesucht!“, sagte Maria vorwurfsvoll.

49 „Warum habt ihr mich überhaupt gesucht?“, fragte Jesus zurück. „Ihr hättet euch doch denken können, dass ich in dem Haus bin, wo mein Vater wohnt!“

50 Sie kapierten aber nicht, was er damit meinte.

51 Er ging dann erst mal wieder mit nach Nazareth und war weiter ein netter Junge, der tut, was die Eltern ihm sagen. Seine Mutter dachte aber noch oft über dieses Erlebnis nach.

52 Jesus kam in die Pubertät und wurde langsam zu einem Mann. Er lernte immer mehr dazu, wurde immer schlauer und hatte auch immer mehr Peilung vom Leben. Gott war eindeutig auf seiner Seite, er liebte ihn. Jesus war zu der Zeit bei allen Leuten sehr beliebt.

  1. Mein Schlüsselvers für heute
  2. Meine Erkenntnis des TagesMEIN Pünktchen
  3. Glauben ins Leben umgesetzt
  4. Mein Gebet für meinen Tag

Mein Schlüsselvers für heute

Und er ging mit ihnen hinab und kam nach Nazareth, und er war ihnen untertan. 
(Luk 2:58 ELB)

Meine Erkenntnis des Tages, MEIN Pünktchen

Jedenfalls waren sie wieder beisammen und konnten nach Nazareth zurückehren. Es ist eine echt sittliche Größe zeigt sich darin, dass es heißt: „er war ihnen untertan“! Hallo, er war Gottes Sohn! Der verheißene Messias! Und trotzdem ordnete er sich Maria und Josef unter. Nach der Vorstellung im Tempel wäre jeder Junge wohl zum Größenwahn mutiert: „Ich bin Gottes Sohn und im Haus meines Vaters!“ Nö. Er ging wieder zurück nach Nazareth zu seinen Eltern, Maria und Josef, und war ihnen untertan.

Glauben ins Leben umgesetzt

Tja, das fehlt dann wohl jeden von uns ein Stück von dieser Demut. Gerade bei Kindern und Jugendlichen fehlt ganz oft jede Achtung vor Autoritäten. Das aber fällt ja nicht vom Himmel, es ist unsere Erziehung. Ich habe mal als 18jährige meiner Mutter genervt an den Kopf geworfen (als sie wieder mal etwas an mir auszusetzen hatte): „Ich bin nicht besser und nicht schlechter, als ihr mich erzogen habt.“ Das hatte damals gesessen und war ein Totschlagargument. Ich weiß heute nicht mehr, worum es damals ging und dass ich sehr wohl Autoritäten wie Lehrer, Polizei, Chefs etc. geachtet und anerkannt habe. Aber wie sollen das die heutigen Kinder lernen, wenn die Eltern verächtlich über die Lehrer reden und in die Schule rennen und um Zensuren streiten? Nun gut, das kann ich nicht ändern, aber ich mich gegenüber Menschen, die „nur“ ihrem Job machen, respektvoll verhalten. Auch wenn ich mit dessen Ergebnis nicht einverstanden bin. Ja, unrichtiges muss man korriergieren, aber den Gegenüber einstampfen, weil er einen Fehler gemacht hat. Nein. Jesus fügte sich in seine Rolle. Und ich will es auch tun. An den Platz, an den mich Gott gestellt hat. Oh, klingt das theatralisch …. Aber ich lese gerade ein Buch von Spurgeon: „Erwählt vor der Grundlegung der Welt“. Und das hat es in sich. Ich glaube, wenn ich damit durch bin, bin ich um viele Meter gewachsen.

Mein Gebet für meinen Tag

Vater, ich danke dir, dass ich heute wieder etwas entspannter hier sitzen kann. Der Therapeut hat sich gestern die größte Mühe gegeben, mich aus meinem Tief herauszuholen. Bisher hat er es immer geschafft. Gestern nicht. Das Bild von N.s Unfall wurde wieder dermaßen verstärkt, dass ich anschließend zu einer Notfalltablette gegriffen habe. Aber dafür sind sie ja auch da. Für den Notfall. Aaaaber etwas hat der Therapeut doch erreicht, dass ich nicht bockig in der Ecke sitzen geblieben bin, sondern noch eine Nachricht an D. geschickt habe. Ich wollte es nicht. Selbst als ich sie schrieb, wollte ich es nicht. Aber meine Finger gingen wie „fremdgesteuert“ über den Bildschirm. Das Ergebnis ist umwerfen: Eine Lösung hat sich für den 24.12. Aufgetan, an die ich in meinen kühnsten Träumen nicht gedacht habe. Warst du es Vater? Hast du meine Verzweiflung gesehen und alles so gelenkt? Danke! Und es geht mir etwas besser heute Morgen. Das Unfallbild ist wieder etwas blasser und ich habe beschlossen, nicht genauer zu fragen. Wenn man fragt, muss man damit rechnen, dass man eine Antwort bekommt, die man so gar nicht haben wollte. Also lass ich es. Wenn du es möchtest, dass ich alles weiß, Vater, dann wirst du wieder einen Weg finden, auf den ich es erfahre. Aber um eines möchte ich dich ganz dolle bitten, behüte und beschütze mich, uns, vor solchen Dingen. Aber ich habe schon eine blasse Ahnung, warum du es genauso zugelassen hast, dass irgendetwas passieren musste, um D. aus ihrem Heul- und Grübelmodus herauszubekommen.
Vater, ich will dir vertrauen, dass alles gut und richtig ist, was du tust, dass alles seinen Sinn hat und mir mit meinem Spatzenhirn nur der Überblick fehlt. Ich danke dir dafür, dass du da bist und auf uns alle aufpasst.
Amen


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