Tag 272 – Lukas 4:14-30

In Nazareth vertraut Jesus kaum einer

14 Abgefüllt mit der Kraft von Gott, kam Jesus wieder in Galiläa an. Bald wurde er überall in der Gegend zu dem Gesprächsthema schlechthin.

15 Er hielt Unterrichtsstunden in den Häusern, wo die Leute sich zum Beten trafen, den sogenannten Synagogen, und alle waren schwer beeindruckt von ihm.

16 Irgendwann ging Jesus mal wieder nach Nazareth, wo er aufgewachsen war. Wie gewohnt verbrachte er den religiösen Feiertag der Juden, den Sabbat, in der dortigen Synagoge.

17 Dann gab man ihm das Buch aus den heiligen Schriften, das Jesaja geschrieben hatte. Als er das Buch aufblätterte, kam gleich die Stelle, wo Jesaja schreibt:

18 „Die Kraft Gottes ist in mir, er hat mich dafür ausgesucht, um den Leuten, die arm sind und nichts haben, eine gute Nachricht zu bringen. Er will von mir, dass ich Gefangene und Süchtige befreie und Blinden die Ansage mache, dass sie wieder sehen können. Ich soll den Unterdrückten den Weg in die Freiheit zeigen und

19 folgende Nachricht an alle ausgeben: Ab jetzt fängt eine gute Zeit an, eine besondere Zeit, eine göttliche Zeit.“

20 Jesus klappte das Buch wieder zusammen, gab es zurück und setzte sich. Alle sahen gebannt auf ihn.

21 Dann fing er an zu reden und begann mit dem Satz: „Heute geht das los, was die Propheten damals vorausgesagt haben.“

22 Die ganzen Zuhörer waren anschließend schwer beeindruckt von dem, was Jesus gesagt hatte und wie liebevoll es rüberkam. „Was geht? Wie kann das angehen? Wo hat der das her?“, fragten sie sich. „Ist das nicht der Sohn von diesem Josef?“

23 Jesus redete einfach weiter: „Ihr kommt jetzt bestimmt mit dem Spruch ‚Arzt, hilf dir mal selber‘ und wollt die fetten Wunder sehen, die ich auch in Kapernaum gemacht habe. So nach dem Motto: ‚Zeig uns mal, was du draufhast!‘

24 Dabei ist doch jetzt schon klar: Zu Hause haben Propheten nichts zu melden.

25 Nehmt mal den Propheten Elija als Beispiel! Zu seiner Zeit ging es vielen Leuten sehr schlecht. Viele Frauen waren alleine, weil ihr Mann gestorben war. Und dann hat es auch noch dreieinhalb Jahre nicht geregnet und überall hatten die Leute nichts zu essen und hungerten.

26 Trotzdem wurde der Elija nicht zu einer Witwe aus unserm Volk geschickt, sondern zu einer Ausländerin, die in Sarepta bei Sidon wohnte.

27 Oder noch ein anderes Beispiel? Elisa, auch so ein Prophet, der ließ die vielen Aidskranken aus unserem Volk auch mal links liegen. Aber den Ausländer, der aus Syrien kam, den machte er gesund. Erinnert ihr euch?“

28 Das war zu viel! Die Leute, die zugehört hatten, rasteten plötzlich total aus!

29 Sie packten Jesus, schubsten ihn hin und her und trieben ihn so auf einen steilen Abhang zu, der außerhalb der Stadt lag. Ihre Absicht war, ihn dort runterzuschmeißen und ihn so zu töten.

30 Jesus drehte sich aber um und ging einfach durch die Menschenmenge hindurch.

  1. Mein Schlüsselvers für heute
  2. Meine Erkenntnis des TagesMEIN Pünktchen
  3. Glauben ins Leben umgesetzt
  4. Mein Gebet für meinen Tag

Mein Schlüsselvers für heute

Und er kam nach Nazareth, wo er erzogen worden war, und ging nach seiner Gewohnheit am Sabbattag in die Synagoge und stand auf, um vorzulesen.
(Luk 4:16 SLT)

Meine Erkenntnis des Tages, MEIN Pünktchen

Jesus ging nach seiner Gewohnheit am Sabbattag in die Synogoge.
Jesus hatte also auch so seine festen Gewohnheiten.
Übersetzt für uns heißt das, es ist gut, wenn wir uns bestimmte Dinge zur Gewohnheit machen. Wie jeden Sonntag zum Gottesdienst zum Beispiel.
Ja, ich weiß, reine Gottesdienste nur der Gewohnheithalber hat vor Gott keinen Wert. Aber als gläubiger Christ ist diese „Gewohnheit“ sehr wohl gut und nützlich. In vielerlei Hinsicht. Auch für mich?

Glauben ins Leben umgesetzt

Jaaa, auch für mich. Aber: Ich für mich habe festgestellt, wenn es mir nicht gut geht und ich zwinge mich unter allen Umständen hin, geht es mir meist hinterher noch schlechter. Es bedeutet dann so einen Kraftakt, der mich so viel Energie kostet, dass ich mir mittlerweile sage, es ist dann besser, zu Hause zu bleiben. Selbst wenn ich es gut hin schaffe, habe ich immer im Hinterkopf, du musst auch irgendwie wieder nach Hause. Manchmal ergibt sich die Gelegenheit und es nimmt mich jemand mit dem Auto mit. In ganz akuten Fällen bin ich auch schon während des Gottesdienstes nach Hause gebracht worden. Aber der Gedanke daran, bedeutet psychischen Stress für mich. Bloß nicht auffallen, bloß nicht anderen zur Last fallen … Und so ist es derzeit für mich besser, ich bleibe zu Hause, wenn ich mich nicht fit genug fühle.
Aber zur „Gewohnheit“ gehören ja auch noch andere Dinge. Wie das Beten. Oder hier diese Bibellese zu schreiben oder auch jeden Tag nach einem Foto mit Gottes Schöpfung Ausschau zu halten. Und das sind genau die Gewohnheiten, die mich stärken, die mir Kraft geben.

Mein Gebet für meinen Tag

Vater, gestern habe ich mich wieder gut genug gefühlt, in den Gottesdienst zu gehen. Und es tat so gut. Ich habe gespürt, dass du zu mir sprichst, dass du sagst, dass du da bist und ich es nur oft nicht wahr nehme. Zum Beispiel hatte ich dich gebeten, dass du mir jemand zeigst, der meine Hilfe braucht und ich am Ende des Tages enttäuscht war, dass du scheinbar dieses nicht erhört hast und mich damit beruhigt habe, dass es eben nicht „dran“ war für diesen Tag. Gestern fiel mir ein, dass du mir sehr wohl jemand in den Weg gestellt hast. Da war diese Frau vor dem Supermarkt, die dort immer ihre Obdachlosenzeitschrift anbietet. Sie steht schon sehr lange dort und ist eine ganz liebe. Ist sie da, bringe ich ihr immer eine Kleinigkeit aus dem Supermarkt mit, meist ein bisschen Schokolade. An diesem Tag stand sie auch da und das erste Mal, dass sie auf mich zu kam und in ihrer Tasche wühlte. Sie zeigte mir Tabletten, die sie einnehmen wollte und ich verstand, dass sie etwas zum Trinken brauchte. Klar, hab ich gemacht. Ich wusste nicht genau, was sie gern trinkt und hab ihr eine Flasche Wasser und eine Flasche Apfelsaft mitgebracht. Sie strahlte übers ganze Gesicht. Ich habe das jetzt nicht so als „Hilfe“ angesehen, weil es für mich einfach ganz selbstverständlich war. mich wunderte eher, dass sie in der Kälte dort stand (und das meist über Stunden), da es ihr ja offensichtlich nicht gut ging. Sie kann offensichtlich kein deutsch und spricht auch niemand an, sondern steht einfach nur da. Mit ihren Zeitschriften in der Hand… Danke Vater, dass ich ihr helfen konnte. Ich hoffe, es geht ihr inzwischen besser.
Bitte, Vater, zeig mir noch mehr von diesen Menschen. Oder auch etwas anderes, wo du mich gebrauchen kannst.
Mich macht immer noch traurig, dass ich für D. nicht mehr so richtig beten kann. Ob ich es ihr einmal schreibe? Wäre aber auch doof, wenn sie mich dann deshalb anruft, damit ich ihre „Wünsche“ an dich weiter reiche. Du als ausschließlicher Wünscheerfüller. Das bringt es dann auch nicht. Ja, Vater, dann zeig mir andere Dinge, wo ich mich einbringen kann.
Und genau das ist mein „Wunsch“ an dich und diesen lege ich dir heute wieder vor die Füße
Amen


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s