Tag 305 – Lukas 37-54

Außen oder innen sauber?

37 Jesus war mit seiner Ansprache noch nicht ganz durch, da kam eine Anfrage von einem religiösen Streber zu einem gemeinsamen Mittagessen rein. Jesus ging mit, und sie setzten sich bei ihm an den Esstisch.

38 Sein Gastgeber wunderte sich etwas, dass Jesus sich nicht vor dem Essen nach einem religiösen Ritual die Hände gewaschen hatte. So war es nämlich üblich.

39 Jesus sagte dazu: „Mann, ihr religiösen Streber achtet immer peinlich genau drauf, dass man den Becher und die Teller immer äußerlich ordentlich sauber macht. Was aber in euch drin passiert, ist alles andere als sauber, da seid ihr voll dreckig.

40 Idioten! Wohl noch nicht kapiert, dass Gott für innen und für außen zuständig ist? Er hat beides gemacht!

41 Ihr habt doch mehr als genug! Gebt doch mal von den vielen Sachen, die ihr habt, etwas an die Obdachlosen ab, die auf der Straße leben! Das findet Gott gut, so könnt ihr euch innerlich sauber machen.

42 Ihr seid so übel drauf, ihr Streber! Von jedem Furz gebt ihr zehn Prozent an die Gemeinde ab, in dem Punkt seid ihr superpingelig, was die Befolgung der Gesetze angeht. Aber in Sachen Korrektheit oder in der Liebe zu Gott, da nehmt ihr es ganz locker. Ist ja okay, die zehn Prozent Gott zu geben, aber das, worum es ihm eigentlich geht, das dürft ihr doch nicht unter den Tisch fallen lassen!

43 Ich warne euch, ihr Streber! Im Gottesdienst sitzt ihr auf den VIP-Plätzen und fahrt total dadrauf ab, wenn man euch auch sonst als Promis behandelt.

44 Ich warne euch, ihr Streber! Die Leute gehen bei euch ein und aus, und keiner ahnt, dass in eurem Keller ein paar stinkende Leichen liegen.“

45 Einer von den religiösen Profis sagte zu ihm: „Chef, Sie beleidigen damit auch uns!“

46 „Klar, ich meine euch ja auch damit! Gerade ihr, die ihr die Gesetze so gut kennt, packt irre Lasten auf die Schultern der Leute. Aber ihr seid nicht bereit, sie selbst auch zu tragen.

47 Ich warne euch, ihr Streber! Ihr steckt viel Kohle in die Denkmäler von den alten Propheten, dabei haben eure Vorfahren sie auf dem Gewissen, sie haben sie umgebracht.

48 Damit bestätigt ihr nur die miesen Sachen, die eure Väter gebracht haben. Sie haben die alle getötet, aber ihr hättet es vermutlich genauso gemacht wie sie.

49 Darum hat Gott schon früher gesagt: ‚Ich werde Propheten schicken und Apostel, aber sie werden einige jagen und töten.‘

50 Man wird euch zur Rechenschaft ziehen für den Mord an allen Propheten, die es bisher gegeben hat.

51 Von Abel bis zum Zacharias, der ja in unserem Tempel zwischen dem Altar und dem ganz besonders krassen Raum im Tempel umgebracht worden ist. Ihr werdet euch für jeden dieser Morde verantworten müssen.

52 Wie übel wird das für euch sein, weil ihr ja sogar alle Gesetze kennt! Ihr wisst eigentlich, wo es langgeht, aber ihr sagt es den Leuten nicht. Ihr kommt nicht in das neue Land rein, in dieses Reich, wo Gott das Sagen hat. Und das Schlimmste ist, dass ihr auch noch andere daran hindert, dort reinzukommen!“

53 Danach ging Jesus wieder aus dem Haus. Ab jetzt waren viele von den religiösen Strebern total angefressen auf Jesus.

54 Sie versuchten ihn mit allen Tricks dazu zu bringen, irgendetwas Falsches zu sagen, damit sie ihn dafür anzeigen und vor Gericht bringen könnten.

  1. Mein Schlüsselvers für heute
  2. Meine Erkenntnis des TagesMEIN Pünktchen
  3. Glauben ins Leben umgesetzt
  4. Mein Gebet für meinen Tag

Mein Schlüsselvers für heute

Wehe euch Pharisäer! Ihr liebt die Ehrenplätze in den Synagogen und die Begrüßungen auf den Märkten.
(Luk 11:43)

Meine Erkenntnis des Tages, MEIN Pünktchen

Der ganze Abschnitt handelt darum, dass die Pharisäer nur den äußeren frommen Schein wahren. Aber sieht es heute nicht genauso aus? Wie viele gehen zwar regelmäßig in die Kirche, engagieren sich in ihrer Gemeinde, unterstützen Missionare und machen sonst sehr viel, von der Jugendarbeit über den Hauskreis bis hin zum Chor. Nach außen hin ist man fromm, man kennt die Bibel, man weiß, was Gottes Wille ist und hat doch keine wirkliche, lebendige Beziehung zu ihm. Auch das soziale Engagement ist oft doch leider nur Good will in eigener Sache: Wer hilft denn wirklich aus Liebe? Doch was sind unsere Taten wert, wenn wir sie nur deshalb tun, um als fromm zu gelten?
Nein, ich möchte niemand zu nahe treten, aber immer wieder habe ich genau dieses Gefühl. Gerade bei der derzeitigen Allianzgebetswoche. Machen da die meisten nicht mit, weil es gerade im Kalender „dran“ ist? Für wen ist das Herzenssache? Ja, ich bin ein Gegner solch großer Aktionen. Wie viel mehr ist es eine enge Beziehung zum Vater zu haben und genau da, seine Fürbitte loszuwerden. Was nützen riesige Veranstaltungen, wenn das Herz nicht dabei ist und man nur mitmacht, weil „es sich so gehört in der Gemeinde“? Was ist der Sinn?

Glauben ins Leben ins Leben umgesetzt

Aus genau diesem Grund, habe ich mich aus dieser Woche gänzlich zurück gezogen. Ich weiß nicht, ob ich heute zum Gottesdienst zu gehen. Heute ist der Abschluss dieser Allianzgebetswoche, dieser aufgesetzten Frömmigkeit ….

Mein Gebet für meinen Tag

Ja, Vater, ich halte es für keinen Zufall, dass du gerade heute mir diese Verse vor die Füße legst. Ein bisschen fühle ich mich bestätigt in meinem Denken. Aber ich will nicht diese Menschen richten, das ist nicht mein Job. Viele, die von klein auf christliche erzogen worden, bei diesen gehören diese Dinge einfach dazu. Bei mir war es doch ähnlich. Ich bin in der DDR aufgewachsen. Da gehörte es dazu, Pionier zu werden und Jugendweihe zu haben. Es war einfach so. Alle haben es gemacht, keiner hat hinterfragt. Oder die wenigsten. Bitte, Vater, sei gnädig mit ihnen und zeige ihnen vielmehr, was du dir wünschst, einen lebendigen Austausch mit dir.
Gestern ist T. nicht gekommen. Ihr ging es zu schlecht. Bitte, Vater, bitte, bitte, lass es ihr wieder besser gehen. Sie hat mich gefragt, ob ich morgen mit zur Therapie komme. Sie begleite. Vater, du weißt, dass ich das nicht schaffe. Du kennst mein riesiges Problem. Bitte, Vater, du weißt, wie schwer es mir fällt „nein“ zu sagen, weil sie Hilfe so sehr nötig hat. Vater, ich weiß nicht, was ich tun soll? Es gibt genau drei Möglichkeiten. Die erste: ihr geht es soweit besser, dass sie es allein schafft. Die zweite: Du gibst mir die nötige Kraft, dass ich es schaffe, mit ihr zu gehen. Die dritte: Du gibst mir die richtigen Worte, dass ich ihr auf verständliche Art mein „nein“ erklären kann. Die letzte Möglichkeit ist die Schlechteste. Die erste die Beste. Vater, du entscheidest, wie der morgige Tag läuft. Du kennst ihr und mein Herz. Du weißt genau, was richtig ist. Ich stelle mich unter deinen Willen. Vater, bitte, tue etwas. Bitte.
Amen


Veröffentlicht in Lukas

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