Das Problem mit zwei Zielrichtungen zugleich

Jesus sagt, dass niemand zwei Herren dienen kann (Lukas 16:13). Ich will Ihnen ein Beispiel aus meinem Leben erzählen, als ich mit dieser Wahrheit rang.

Vor etlichen Jahren arbeitete ich in einer Gemeinde als Co-Pastorin. Ich liebte den Dienst und die Menschen dort. Doch ich wusste, dass Gott mich dazu drängte, die Anstellung aufzugeben und meinen eigenen Verkündigungsdienst aufzubauen.

Ich wusste außerdem, dass es entscheidend ist, zu tun, womit Gott einem beauftragt. Wenn man nicht losgeht und den Auftrag ausführt, wird alles andere in Stocken geraten. Außerdem merkte ich, dass ich keine Freude mehr an meiner Arbeit hatte. Schließlich sah ich ein, dass es daran lag, dass dieser Dienst aus Gottes Sicht zu Ende war. Wenn Gott etwas beendet, sollten wir es auch tun, sonst werden wir unglücklich, weil wir versuchen, zwei Herren zu dienen. Die Arbeit, die ich richtig gern getan hatte, scheute ich jetzt, einfach weil Gott mir einen neuen Auftrag gegeben hatte.

Obwohl ich das wusste, blieb ich noch ein weiteres Jahr. In dieser Zeit erlebte ich viel Unangenehmes und war überhaupt nicht glücklich. Nichts schien mehr richtig zu sein.

Schließlich sprach Gott zu mir: „Geh mit deinem Verkündigungsdienst nach Norden, Süden, Osten und Westen.“ Ich gehorchte, aber drei Jahre lang fühlte ich schmerzlich den Verlust dessen, was ich hinter mir gelassen hatte. Ich spürte Begeisterung angesichts der Zukunft und zugleich Trauer über das, was ich in der Vergangenheit zurückgelassen hatte. Ich konnte nicht verstehen, warum ich so traurig und schwermütig war, weil ich doch dachte, ich hätte auf Gott gehört und seinen Willen umgesetzt. Mein Pastor war auch verwirrt. Gemeinsam suchten wir nach Möglichkeiten, wie ich meinen eigenen Verkündigungsdienst tun und gleichzeitig trotzdem in der Gemeinde mitarbeiten und eng mit ihren Aktivitäten verbunden bleiben konnte.

Durch all dies arbeitete Gott gründlich an mir. Schließlich sagte er: „Joyce, ich kann mit deinem Dienst nichts bewirken, bevor du dein Herz nicht voll und ganz auf das ausrichtest, was ich dir aufgetragen habe.“ Mir wurde klar, dass ich innere Bindungen an meine alte Arbeitsstelle hatte. Fünf Jahre meines Lebens hatte ich dort eingesetzt. Gott befahl mir weiterzugehen, aber mit meiner Seele – also mit meinem Sinn, meinem Willen und meinen Gefühlen – war ich immer noch an den Ort gebunden, den ich verlassen hatte. Mein eigentliches Problem war, dass ich versuchte, zwei Herren zu dienen. Solange ich zwischen Vergangenheit und der Zukunft hin- und hergerissen war, konnte ich keinen inneren Frieden finden. Ich machte den gleichen Fehler wie viele andere. Ich versuchte, in die Zukunft zu gehen, während ich an der Vergangenheit festhielt.

Darum sagte Gott bei seiner Berufung zu Abraham, dass er aus seiner Heimat weggehen, Verwandte und Freunde verlassen und in ein land gehen sollte, dass Gott ihm zeigen würde (1Mo 12:1). Das bedeutet nicht, dass wir alle unsere Familien verlassen müssen, um, Gott zu dienen. Man kann annehmen, dass viele von Abrahams Verwandten Götzen anbeteten und Gott nicht wollte, dass etwas aus seiner Vergangenheit ihn weiterhin beeinflusste. Paulus schreibt, dass er dei Vergangenheit vergessen hat und auf das schaut, was vor ihm liegt (Phil 3:13), und das empfiehlt er auch seinen Lesern. Gott ließ Israel durch den propheten sagen: Denkt nicht mehr daran, was war, und grübelte nicht mehr über das Vergangene. Seht hin, ich mache etwas Neues“ (Jesaja 43:18-19).

Wir haben ein Problem, wenn wir an Vergangenem festhalten und trotzdem in die Zukunft gehen wollen, denn dann sind wir wankelmütig und wollen zwei Herren dienen. Ich ermutige Sie heute, die Vergangenheit gehen zu lassen und das Gute zu ergreifen, das Gott für Sie hat.

(Joyce Meyer, Studienbibel)




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