Tag 373 + 374 – Psalm 10

Ohne Gott

1 Gott, wo bist du? Warum bist du so weit weg? Warum hilfst du uns nicht, holst uns raus aus dem Dreck?

2 Miese Bazillen, arrogant hoch zehn, haben es auf uns abgesehen, aber sie werden vergehen, weil sie es nie bestehen, sie werden in ihre eigene Falle gehen.

3 Diese Pisser sind Schisser, sind stolz wie Clarissa, gehen ab auf ihre Kohle. Fette Scheine mit Banderole sind ihnen wichtig, aber Gott ist für sie nichtig.

4 Die Leute ohne Gott sagen: „War ja nur Evolution!“ Weiter denken sie nicht, das ist doch voll der Hohn!

5 Noch passt ihr Leben, noch geht alles klar. „Und was kommt nach dem Tod?“ „Das ist mir doch egal! Euer Gott, ach, der ist ja so ewig weit weg!

6 Wir sind stark wie Arnold, uns haut nichts in den Dreck!“

7 Wenn sie nur den Mund öffnen, dann kommt Mist dabei raus, Flüche und Lügen, Intrigen in ihrem eignen Haus.

8 Wenn keiner hinsieht, bringen sie die Leute um im Dunkeln der Nacht, dann macht es „bum, bum“.

9 Wie ein Pitbull auf Jagd liegen sie auf der Lauer, jagen hinter Schwachen her, die sind für sie nur wie ’n Bauer.

10 Sie zerfleischen den derbe, kloppen ihn windelweich,

11 und der wird dann ganz still, denkt: „Ist Gott wohl verreist? Oder hat er mich einfach so vergessen?

12 Gott, wo bist du denn jetzt? Ich muss hier Scheiße fressen! Vergiss mich jetzt nicht, komm schnell mit hundertachtzig Sachen!

13 Warum lässt du das zu? Warum darf der das machen? Wie kann es denn sein, dass so’ne miese Bazille, deinen Namen in’n Dreck zieht, und du bist nicht zur Stelle?“ Ja, der denkt doch bei sich: „Das ist Gott pupsegal!“

14 Dabei siehst du ihm zu, siehst das Elend allemal. Du kümmerst dich drum, sorgst für die fertigen Leute, du holst sie da raus, rettest sie vor der Meute. Dir kann jeder vertrauen, auch wenn niemand mehr da ist, dann bist du uns ganz nahe, denn du bist kein Faschist.

15 Mach Alarm bei denen, die sich was Übles ausdenken, und das so lange planen, bis sie sich fast verrenken.

16 Gott ist der Präsident, und der ist nicht bescheuert! Seine Feinde sind mies, werden alle gefeuert.

17–18 Von denen, die am Ende sind mit ihrem Leben, hast du die Gebete erhört, ja, so ist mein Gott eben. Du gibst neuen Mut, und du sorgst für das Recht, bist zur Stelle für die Kaputten, ja, so bist du, in echt! Immer wenn Leute fertiggemacht werden, dann ist Gott für sie da, er ist der Helfer auf Erden.

  1. Mein Schlüsselvers für heute
  2. Meine Erkenntnis des Tages, MEIN Pünktchen
  3. Glauben ins Leben umgesetzt
  4. Mein Gebet für meinen Tag

Mein Schlüsselvers für heute

Warum, Jahwe, stehst du fern, / verbirgst dich in Zeiten der Not?
(Ps 10:1)

Meine Erkenntnis des Tages, MEIN Pünktchen
Glauben ins Leben umgesetzt

Dem Verfasser dieses Psalms scheint Gott weit entfernt zu sein. Doch trotz seiner echten Zweifel hört er nicht auf zu beten und geht nicht davon aus, dass Gott ihn im Stich gelassen hat. Er beschwert sich nicht, sondern bittet nur, dass Gott bald eingreift.
Soll heißen, auch in den Zeiten, die für uns so unverständlich sind und nicht wissen, warum das alles um uns herum passiert, weiter beten, immer weiter. Gott hört. Immer.

Mein Gebet für meinen Tag

Vater, heute morgen ist H. gestorben. Sein Assistent hat mich angerufen, er ist ohne Leiden eingeschlafen, dafür bin ich dir sososo dankbar. Vater, ist er noch vorher zu dir gekommen, hat mit dir gesprochen? Ich wünschte es mir so sehr für ihn. Kannst du es mir sagen? Irgendwie? Ich bin von dieser Nachricht noch ziemlich betroffen. In meinem Hirn rattert es, ob ich nicht irgendetwas hätte noch sagen oder tun müssen. Nein, mir fällt nichts ein. Alles gesagt, alles geklärt, nichts ist offen. Ich wünsche ihm eine gute Reise auf die andere Seite, wo auch immer das nun für ihn sein mag. Vergessen ist er hier nicht, zu schwer war sein Leben, aber er hat es gut hinbekommen. Machs gut, H., ich hoffe, wir sehen uns.
Amen


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