Tag 396 + 397 – Psalm 25

Mist gebaut

1 Von David: Mann, o Gott, ich sehne mich so nach dir.

2 Mein Gott, ich brauche dich, ich setze heute alles hier, auch mein Vertrauen, auf deinen guten Namen. Lass mich nicht fallen, ich will’s checken, sag dazu amen. Denn meine Feinde soll’n den letzten Schrei nicht hören. Ich will nicht, dass sie mich auslachen, sich betören, wenn ich „ablose“, es nicht packe und dann scheiter.

3 Ich weiß, wer auf dich traut, der bleibt doch immer heiter. Wer aber treulos ist, dich disst, dann meistens Gras frisst.

4 O Gott, ich brauche jetzt dein gutes GPS-System mit dem du mich führst, das mich lenkt, sonst wird’s bald unbequem.

5 In jeder scharfen Kurve lässt du mich immer erfahren, dass ich vertrauen kann, du lenkst schon meinen Wagen. Du bist ein Gott, der immer da ist, wenn’s mir dreckig geht. Du bist die Hoffnung in der Not, selbst wenn die Peilung fehlt.

6 Bis heute konnte ich mich stets auf dich verlassen und deine Liebe macht mich immer mehr gelassen.

7 Verzeih mir doch, wo ich schon früher anfing, Mist zu bauen, vergiss den ganzen Dreck, wo ich dir konnte nicht vertrauen. Wo ich mein eigenes Ding ganz ohne dich hab durchgezogen, zeig mir deine Liebe, wo ich dich hab belogen.

8 Gott ist verlässlich, und er führt auf seinen Weg zurück. Wenn wir uns verfahren haben, zieht er uns dann Stück für Stück wieder auf seinen guten, besten, straighten, wahren Weg, den wir verlassen hatten, als wir kämpften unsern Krieg.

9 Jeder, der merkt, dass er sein Leben gegen den Baum fährt, dem zeigt Gott, wie er es anstellen soll, dass er drauf abfährt.

10 Denn seine Wege sind nur von Liebe geprägt. Er ist dem Menschen treu, der Wert auf seine Worte legt.

11 Tu doch, was dir entspricht, vergib mir meine Schulden. Die sind so groß, erdrücken mich, kann’s kaum erdulden mit diesem miesen Schuldgefühl vor dir zu erscheinen.

12 Wo ist der Typ, der Respekt hat vor Gott, dem Einen? Gott zeigt ihm seinen Weg, er gibt ihm eine Peilung. Wo er dann längsgeht, ist aber alleine seine Entscheidung.

13 Wer so drauf ist, der wird von Gott ganz fett gesegnet. Der wird dann das Land bekommen, was Gott ihm ebnet.

14 Gott flüstert mir ins Ohr, was er so alles tun will, ja, er vertraut mir voll, auch wenn ich bei ihm rumchill. Er gebraucht mich ganz für seine großen Pläne. Ich bin sein Freund, ich bin jetzt nie mehr ganz alleene.

15 Ich sehe Gott, und wenn ich wieder in der Klemme sitz, dann wird er kommen, er wird da sein, schneller als der Blitz.

16 Gott, komm vorbei und sieh doch nicht auf meine Taten, auf all den Mist, ich fühl mich absolut missraten. Ich bin hier allein, ich kann keinen Schritt mehr weiter.

17 Ich habe Angst, in meinem Herzen stinkt’s nach Eiter. Zehntausend Steine liegen schwer auf meiner Seele.

18 Oh, sieh mich an, mein Gott, vergib mir, Chef, ich quäle mich mit dem Mist ab, den ich schon wieder mal getan hab.

19 Und meine Feinde werden mehr, und sie sind voll auf Trab. Sie hassen mich und wollen mir immer nur ans Leder.

20 O Gott, bewahre mich und rette mich, komm schnell her! Pass auf mich auf, o Gott, ich will nicht wieder „losen“, ich kuschel mich an deine Seite, auch beim „Bluesen“.

21 Gott, ich bitte dich, dass du mir hilfst zu leben, aufrichtig, ehrlich, nach den richtigen Dingen zu streben.

22 Befreie uns bitte aus der Not, denn eins ist klar: Du bist und bleibst der einzige Gott, ja, das ist wahr!

  1. Mein Schlüsselvers für heute
  2. Meine Erkenntnis des Tages, MEIN Pünktchen
    Glauben ins Leben umgesetzt
  3. Mein Gebet für meinen Tag

Mein Schlüsselvers für heute

Demütigen zeigt er, was richtig ist, und lehrt sie, seinen Weg zu erkennen.
(Ps 25:9)

Heutzutage werden wir von allen Seiten mit Aufforderungen bombardiert, diese oder jene Richtung einzuschlagen. Allein die Fernsehwerbung präsentiert uns zahllose Möglichkeiten, was wir tun können. Dazu kommen Aufrufe von politischen Parteien, Religionsgemeinschaften, Sekten und vielen anderen Gruppierungen, Organisationen jeder Art, auch christliche Werke wollen uns bewegen, eine bestimmte Sache zu unterstützen. Nehmen wir die unzähligen Entscheidungen dazu, die wir beruflich, in der Familie und in der Gesellschaft treffen müssen und wir wünschen uns sehnlichst, dass uns jemand zeigt, was richtig ist. Wenn wir uns hin und her gerissen fühlen, weil wir nicht wissen, was wir tun sollen, können wir uns darauf besinnen, dass Gott den Demütigen seinen Weg lehrt. Und nun Corona. Plötzlich ist alles entschleunigt, es kehrt Ruhe ein in die Hektik dieser Zeit. Auch Zeit der Besinnung, was ist wirklich wichtig in meinem Leben, was ist mir wichtig? Und stimmt das mit Gottes Willen überein?

Mein Gebet für meinen Tag

Vater, ja, die Entschleunigung tut mir gut. Ich muss mich nicht mehr rechtfertigen, warum ich dies oder jenes nicht kann. „Dies oder jenes“ machen jetzt auch die nicht, die vor Kraft strotzen und jeden Tag 100% durchpowern. Ich leide nicht unter dieser Corona-Situation. Ja, es wäre schön, wieder andere zu treffen, ohne Frage, aber es ist ja nur temporär. Ich leide nicht, weil ich nicht irgendwohin in den Urlaub fliegen kann oder auf irgendein Rockkonzert oder weil keiner Fußball spielt. All diese Dinge mache ich ja auch sonst nicht. Insofern ist das alles nicht so schlimm für mich. Aber gerade heute dachte ich an die Menschen in den Gefängnissen. Oft wird ja gesagt, wir hätten ein Luxusknast in Deutschland, weil „denen da drin“ nichts fehlt. Sie haben eine Rundherumbetreuung, haben Technik in ihren Zellen, haben Arbeit, verschiedene Gruppenangebote oder auch Psychotherapie … Aber sie können nicht raus. So wie wir jetzt alle hier. Bei uns sind es nur Wochen, bei denen sind es Jahre. Manchmal sehr viele Jahre, manchmal ein Leben lang. Es ist ihre Strafe für die Dinge, die sie getan haben und wir können jetzt vielleicht ein bisschen mehr nachvollziehen, dass das wirklich „Strafe“ ist. Und deshalb möchte ich dir heute Chr. ans Herz legen. Chr., der seit seinem 18. Lebensjahr in Haft ist. Heute ist er 54 Jahre und in Sicherungsverwahrung. Nicht unbegründet. Aber er ist auch Mensch. Und deshalb bitte ich dich, Vater, lass ihn ein ruhiges und sanftmütiges Herz bekommen und einsehen, warum er nicht raus darf, dass er akzeptieren kann, dass sein Weg eben dort ist, wo er jetzt ist. Vielleicht kann er ja dort, deinen Willen leben. Zeig ihm bitte, was gut für ihn ist, was „dein“ Wille und Weg ist.
Amen


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