Allezeit

Der Psalmist sagt, dass er den Herrn „allezeit“ loben will, nicht nur, wenn es ihm gerade passt oder wenn ihm der Sinn danach steht (Psalm 34:2). Ich will Ihnen eine Begebenheit erzählen, die mir das deutlich gemacht hat.

Nach einer Konferenz gehe ich gern in ein Restaurant, setze mich gemütlich an den Tisch und genieße ein gutes Essen. Das ist für mich eine Art, mich nach der Arbeit zu entspannen. Einmal hatten wir in einem Restaurant einen Tisch reserviert, aber als wir dort ankamen, stellten wir fest, dass unsere Reservierung untergegangen war. Das Restaurant war bis auf den letzten Platz besetzt und wir mussten ungefähr eine Dreiviertelstunde auf einen Tisch warten. Ich merkte, wie Ärger in mir aufsteigen wollte, aber dann sagte ich mir: „Joyce, du hast gerade eine Predigtreihe abgeschlossen, bei der du den Leuten gesagt hast, wie sie sich in solchen Situationen verhalten sollen. Lebe jetzt einfach das, was du predigst.“ Es ist erstaunlich, wie der Satan uns manchmal versuchen will, wenn wir über etwas sprechen, das wir glauben!

Schließlich wurden wir an einen Tisch geführt und gaben unsere Bestellung auf. Bald darauf kam die Kellnerin mit einem großen Tablett mit den Getränken. Das Restaurant war so voll, dass sie mit den Tablett irgendwo anstieß und die ganzen Getränke über meinen Mann kippte. Dave trug einen sehr guten Anzug, der jetzt mit Wasser, Kaffee, Eistee und Limonade getränkt war. In dieser Situation hätte er in die Luft gehen können. Stattdessen war er sehr nett. Er beruhigte die Kellnerin: „Machen Sie sich keine Sorgen, das war ein Versehen. Ich kann das verstehen. Ich habe früher auch in einem Restaurant gearbeitet. Einmal habe ich Limonade in das Auto eines Gastes gekippt. Er trug einen sehr guten Anzug und hatte einen schönen Abend mit seiner Freundin geplant. Ich weiß, wie Sie sich fühlen. Machen Sie sich deshalb keine Sorgen.“ Dann ging er zu ihrem Chef und sagte: „Ich will nicht, dass diese Frau Schwierigkeiten bekommt. Hier ist sehr viel los. Sie leistet gute Arbeit. Das war nicht ihre Schuld.“ Er bemühte sich wirklich, sehr freundlich zu sein.

Bald kam die Kellnerin mit einem zweiten Tablett mit Getränken. Ihr war anzusehen, dass sie geweint hatte. Sie sagte: „Ich fühle mich so schlecht, weil ich Sie mit den Getränken übergossen habe. “ Dann schaute sie mich direkt an und gestand: „Wahrscheinlich bin ich einfach nur nervös, weil Sie hier sind. Ich höre mir jeden Tag Ihre Predigten im Fernsehen an.“

In meinem Herzen flüsterte ich: „Oh, danke, Gott! Danke, danke, danke, dass wir uns wegen dieser Sache nicht aufgeregt haben!“ Was hätte es bei dieser Frau angerichtet – was hätte es ihr über Gott, über Pastoren, über Fernsehevangelisten gesagt -, wenn Dave und ich in dieser Situation ausgerastet wären, nachdem sie meine Predigten so oft gehört hatte?

War mir danach zumute, auszurasten? Ehrlich gesagt, ja. Die Bibel sagt nicht, dass die Versuchung, zu sündigen, stirbt oder weggeht. Sie sagt, dass wir uns als der Sünde gestorben betrachten sollen, weil Jesus für unsere Sünden gestorben ist. Manchmal heißt das, dass wir lernen müssen, ihn allezeit zu loben – besonders dann, wenn nicht alles nach Wunsch verläuft.

(Joyce Meyer, Studienbibel)


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