Tag 460 + 461 + 462 – Psalm 69

Ich werde bedroht

1  Dieses Lied ist von David, nach der Tune von „Die Lilie“.

2  Gott, hilf mir jetzt, das Wasser geht mir bis zur Kehle!

3  Ich versinke im Siff, wo kein Boden mehr is, bin in den Schlamm geraten, ich versinke in Raten.

4  Ich hab geschrien und geweint, meine Stimmbänder sind verschleimt, meine Augen total verweint, wir sind nicht mehr vereint! Zu lange warte ich jetzt schon auf dich.

5  So viele Leute, Gott, hassen mich, und das ganz ohne Grund. Ich hab Feinde wie Flöhe ein Straßenhund. Und der Gegner ist stark, sind alle voll mächtig. Sie sind mordverdächtig, das ist echt heftig. Die wollen mich töten, und sie fordern von mir Kröten, treiben angeblich Schulden von mir ein. Doch ich hab bei denen keinen Schuldschein,

6  bin nicht mehr allein. Gott, du weißt, wie blöd ich oft bin. Und meine Fehler keine Geheimnisse für dich sind.

7  Du hast das Sagen über die Armee aus’m Himmel, und du bist der Chef über ganz Israel. Gott, bring mich nicht in eine peinliche Situation, denn sonst werden bald schon alle denken: „Das ist voll der Hohn.“ Deine Leute werden verzweifelt sein, wären voll entmutigt.

8  Sie machen Witze, lachen sich schlapp über mich, weil ich zu dir gehöre, darum lachen sie mich aus.

9  Selbst meine Geschwister kennen mich nicht mehr im Haus, auch mein Onkel, meine Tante und selbst meine Oma behandeln mich wie Luft, so als wär ich im Wachkoma.

10  Ich geh ab, ja, für den Tempel, das ist total mein Ding. Wenn Menschen dich beleidigen, das krieg ich voll nicht hin.

11  Ich weine wie ein Kind über den Zustand deines Tempels, ich faste wie Hempel, und jetzt machen sie mich zum Depp, ey.

12  Als ich mir wegen dir einfache Klamotten anzog, da waren sie am Lästern, das war wohl nicht mehr in Mode.

13  Auf dem Schulhof lästern sie ab wie verrückt, und in der Kneipe am Tisch krieg ich Verarsche am Stück.

14  Aber ich bete zu dir, du allein bist mein Gott, und die Zeit ist jetzt da, wo du mir hilfst aus der Not. Du bist ja nicht tot, ich kann mich auf dich verlassen.

15  Hol mich hier raus, übernimm du meine Lasten. Rette mich vor diesen Freaks, die mich hassen und dissen. Zieh mich hier raus aus den tödlichen Flüssen.

16  Sonst ersaufe ich bald, es zieht mich unter Wasser, ich ersticke im Schlamm, komm, jetzt hilf mir, mein Herr.

17  Hör auf meine Gebete, deine Liebe tröstet mich, wende dich mir zu, denn du bist doch herzig.

18  Hör auf mit dem Versteckspiel, ich gehör doch zu dir! Ich weiß keinen Ausweg, darum antworte mir.

19  Nicht erst um vier, sondern jetzt, damit meine Feinde nicht gewinnen.

20  Du weißt doch, wie das ist, wenn sie am Ablachen sind. Ich bin dein Kind, und du kennst jeden, der mich bedrängt. Du kennst das, weißt, wie so was immer anfängt.

21  Das ist so voll peinlich, ich sterbe fast vor Scham. Ich hoffte auf Mitleid, aber alles, was da kam, war das Gegenteil von Trost, ich konnte niemanden finden, der mir half, meine Herzenswunden zu verbinden.

22  Sie mischten mir Zyankali in meinen Salat und gaben mir Essig anstatt Fruchtsaftkonzentrat.

23  Wenn sie feiern, soll es ihre Falle werden, stürz sie ins Verderben, sie sollen alle dran sterben.

24  Blende ihre Augen, dass sie nichts mehr sehen, als total Blinde durch das Leben gehen. Hau ihnen auf die Hüften, damit sie humpeln müssen.

25  Schütte deinen Ärger über sie aus, fang an, sie zu dissen.

26  Ihre Wohnung wird zerschlissen, da soll niemand mehr pennen.

27  Denn sie rennen hinter Leuten her, die deinen Namen kennen, und diese Leute wurden von dir schon mal hart getroffen, sie lästern gern, sind von den Problemen anderer fast besoffen.

28  Lass sie abgehen in ihren Mist und vergib ihnen nichts!

29  Lösch ihre Datei aus dem Ordner des Lichts, vernichte ihre Namen von der Liste der Guten!

30  Mir geht es so schlecht, Gott, hab voll Herzschmerzbluten. Hilf mir, Gott, bring mich in Sicherheit,

31  dann will ich auch im Streit bringen dir Dankbarkeit. Ich will Lieder für dich singen,

32  dich nicht nur ehren mit Dingen, Kohle, Geschenke, Opfer und so was, daran hast du vermutlich überhaupt keinen Spaß.

33  Wenn die fertigen Leute das dann sehen, werden sie abgehen, weil sie deine Liebe verstehen.

34  Gott hört auf die Armen, die kaputten Leute, die Süchtigen liebt er, mit Problemen von heute.

35  Das Universum und die Erde sollen Gott voll loben, auch die Meere sollten sich im Loben austoben.

36  Denn Gott wird den Berg Zion einfach retten und Judas Städte aufbauen, ihre Häuser und Betten.

37  Und die Kinder seiner Kinder werden alles mal erben, unser Gott wird niemals sterben, er ist der derbste der Derben. Alle, die ihn über alles lieben, wird man niemals besiegen, die kann man dort niemals ganz und richtig wegkriegen.

Mein Schlüsselvers für heute

Doch an dich, Jahwe, richte ich mein Gebet, denn bei dir ist immer Gnadenzeit. Hilf mir, Gott, denn deine Güte ist groß; erhöre mich, denn auf dich ist Verlass. Zieh mich aus dem Schlamm, lass mich nicht versinken; rette mich vor meinen Hassern und reiß mich aus den Wassertiefen heraus!
(Ps 69:14-15)

Meine Erkenntnis des Tages, MEIN Pünktchen
Glauben ins Leben umgesetzt

David hatte wirklich große Probleme! Er wurde verachtet, verspottet, beleidigt, gedemütigt und zum Gespött der Stadt gemacht. Dennoch betete er. Wenn wir völlig fertig sind, beten wir dann auch? Es gibt ganz viele, die versucht sind, sich von Gott abzuwenden, aufzugeben, ihm nicht mehr vertrauen. Aber wenn man einmal die Erfahrung gemacht hat, wie Gott einem aus einer ganz gruseligen Situation mit einem Stoßgebet da wieder herausgeholt hat auf eine Weise, die dem menschlichen Verstand übersteigt, dann glaubt man. Dann betet man weiter. Dann weiß man einfach, wenn Gott jetzt nicht sofort hilft, dann hat Gott einen ganz wichtigen Grund, den ich kleines Würstchen jetzt nicht sehen und verstehen kann. Dann vertraut man einfach.

Mein Gebet für meinen Tag

Vater, ich fürchte mich vor diesen Tag. Vor diesen heißen und feuchten Tag. Vielleicht kannst du ja noch etwas an der Temperaturschraube nach unten drehen? Was wird das für ein Sommer werden? Nach so vielen Wochen Corona-Zeit drängt es mich nach draußen. Ja, ich weiß, die vielen Ferienkinder wünschen sich einen schönen warmen Sommer. Aber es gibt auch sowas wie mich, die Hitze überhaupt nicht gut vertragen. Ich weiß, du kannst es nicht jeden recht machen. So bringe mich heute einfach erstmal durch diesen Tag, an weitere will ich nicht denken, weil ich ja sowieso nicht weiß, was du noch so für mich geplant hast. Also dann erstmal für heute. Kleine Schritte. Schütze und behüte mich und vor allem T., die grässliche Tage hinter sich hat, dass sie sich weiter gut erholt. Danke, dass du da bist.
Amen


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s