Einleitung in den Brief an die Philipper

Das Wort „glücklich“ weckt die unterschiedlichen Assoziationen: das Auspacken von Geschenken am Heiligen Abend, verliebte Menschen, die Hand in Hand spazieren gehen, das schallende Gelächter des Publikums in einer Komödie oder ein Urlaub auf einer exotischen Insel. Jeder möchte glücklich sein; diesem flüchtigen Ideal jagen wir ein Leben lang nach, indem wir Geld ausgeben, Dinge sammeln oder nach neuen Erfahrungen suchen. Aber was passiert, wenn Glück von äußeren Umständen abhängt und die Spielsachen verrosten, geliebte Menschen sterben, die Gesundheit schwindet, das Geld gestohlen wird und die Party vorüber ist? Oft ist Glück rasch verflogen und Verzweiflung macht sich breit.

Im Gegensatz zum Glück steht Freude. Freude ist tiefgreifender und stärker; sie ist die stille, zuversichtliche Gewissheit, dass Gott uns liebt und in unserem Leben wirkt – dass er da ist, egal, was geschieht! Glück hängt von glücklichen Umständen ab; die Freude dagegen beruht auf Christus.

Der Brief an die Philipper ist der „Freudenbrief“ des Apostel Paulus. Für ihn war die Gemeinde dieser mazedonischen Stadt eine große Ermutigung gewesen. Die Christen in Philippi hatten eine besondere Beziehung zu ihm und so schrieb er ihnen einen persönlichen Brief als Ausdruck seiner Liebe und Zuneigung. Die Philipper waren ihm eine große Freude (4:1). Freude kennzeichnet diesen Brief auch insofern, als er die wahre Freude des christlichen Lebens betont. In den vier Kapiteln erscheint das Konzept des Sich-Freuens oder der Freude sechzehnmal. Der ganze Brief atmet diese positive Botschaft, die in der Aufforderung gipfelt: „Freut euch im Herrn. Ich betone es nochmal: Freut euch!“ (4:4).

In seinen Dienst für Christus erlebte Paulus schreckliche Armut ebenso wie überreiche Fülle – und auch die ganze Bandbreite dazwischen. Diesen freudigen Brief verfasste er sogar im Gefängnis. Paulus hatte gelernt, in jeder Situation zufrieden zu sein (4:11-12) und echte Freude zu empfinden. Er konzentrierte seine ganze Aufmerksamkeit und Energie darauf, Christus zu erkennen (3:8) und ihm zu gehorchen (3:12-13).

Die Sehnsucht von Paulus, die die Erkenntnis Christi über alles andere stellt, kommt in folgenden Worten wunderbar zum Ausdruck: „Ja, alles andere erscheint mir wertlos, verglichen mit dem unschätzbaren Gewinn, Jesus Christus, meinen Herrn, zu kennen. Ich habe alles andere verloren und betrachte es als Dreck, damit ich Christus habe und mit ihm eins werde. Ich verlasse mich nicht mehr auf mich selbst oder auf meine Fähigkeit, Gottes Gesetze zu befolgen, sondern ich vertraue auf Christus, der mich rettet. Denn nur durch den Glauben werden wir vor Gott als gerecht gesprochen. Mein Wunsch ist es, Christus zu erkennen und die mächtige Kraft, die ihn von den Toten auferweckte, am eigenen Leib zu erfahren. Ich möchte lernen, was es heißt, mit ihm zu leiden, indem ich an seinem Tod teilhabe“ (3:8-10). Mögen wir diese Sehnsucht teilen und danach trachten, Jesus Christus immer mehr zu erkennen. Freuen Sie sich beim Lesen des Philipperbriefes mit Paulus und entscheiden Sie sich neu, ihre Freude in Christus zu finden.

(Begegnung fürs Leben, Studienbibel)


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s