Tag 62 -1.Mose 39:1-9

Von Jacopo da Pontormo – Web Gallery of Art:   Image  Info about artwork, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=15396952

Josef in Ägypten

1  Wie gesagt, war Josef nach Ägypten verschleppt worden. Potifar hatte ihn als Sklaven von den arabischen Geschäftsleuten abgekauft. Er war als Beamter im höheren Dienst beim damaligen Präsidenten von Ägypten angestellt und hatte dort das Sagen über die Securityleute.

2  Josef bekam dann einen Job in dem Haus vom Potifar. Gott war aber immer voll auf seiner Seite und unterstützte ihn. Alles, was er anpackte, wurde ein Riesenerfolg. Er durfte dann sogar in dem Haus von seinem neuen ägyptischen Chef wohnen.

3  Dieser Chef, ein Ägypter, kriegte das sehr schnell mit, wie Gott auf der Seite von Josef stand und ihn unterstützte. Wie gesagt, sorgte er dafür, dass alles, was Josef anpackte, ein Megaerfolg wurde.

4  Darum fand der ihn echt richtig gut, er war voll begeistert von seiner Arbeit. Josef stieg schnell auf, er wurde zu seinem persönlichen Sekretär von allen Geschäften, die in seinem Besitz waren. Josef wurde eine Generalvollmacht auf seine Bankkonten ausgestellt, und er konnte über alles bestimmen.

5  Und seitdem das so war, bekam auch Potifar indirekt den fettesten Segen ab. Weil Gott Josef so derbe liebte, fuhren die Ägypter jedes Jahr eine neue Rekordernte ein. Alles klappte, was Josef in die Hand nahm.

6  Sein Chef vertraute ihm blind. Er übergab ihm die ganze Verantwortung und kümmerte sich um nichts mehr, außer um sein eigenes Essen. Josef hatte eine knackige Figur und sah auch so echt sehr gut aus.

7  Nach einiger Zeit wurde die Frau von Potifar echt scharf auf ihn. Eines Tages kam sie bei ihm an und forderte Josef raus: „Na, Kleiner, Lust auf guten Sex?“

8  Josef blieb aber stark. Er sagt zu ihr: „Nein, mein Chef hat mir sehr viel Vertrauen entgegengebracht. Er hat mir alles übergeben und kümmert sich um nichts mehr.

9  In diesem Haus bin ich nicht viel weniger als er. Ich darf mir alles nehmen, mit einer Ausnahme: dich, seine Frau! Wie könnte ich so draufkommen und ihn, geschweige denn Gott, so bescheißen?“

  1. Der Schlüsselvers des Buches/Abschnittes
  2. Gottes Verheißungen
  3. Gottes Handeln
  4. Fragezeichen
  5. Erkenntnis des Tages
  6. Glauben ins Leben umsetzen

Schlüsselversters

Und es geschah, seitdem der HERR das Haus des Ägypters um Josefs willen; und der Segen des HERRN war auf allem, was er hatte, im Haus und auf dem Feld. (1Mo 39:5)

Gottes Verheißungen


Gottes Handeln

  • Gott ließ alles Gelingen, dort, wo Josef war.

Fragezeichen


Erkenntnis des Tages

  • Josef haderte nicht mit seinem Schicksal, sondern füllt seinen Platz, auf den er gestellt hat aus. Gott belohnte ihn dafür.

Glauben ins Leben umgesetzt

  • Wie oft hadern wir mit unserem Schicksal?
  • Wie oft klagen wir Gott an, wenn uns etwas nicht passt.
  • Es ist eine der besten Geschichten der Bibel und für mich ein Riesenvorbild.
  • Soll heißen: nicht hadern, nicht meckern, einfach machen!

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Tag 61 – 1. Mose 38:1-30

Von Schule von Rembrandt – residenzgalerie.at : Home : Info, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=3260088

Juda und seine Schwiegertochter Tamar

1  Juda, der jüngste Sohn von Jakob und Lea, trennte sich irgendwann von seinen Brüdern und zog weiter runter, in das sogenannte Hügelland. Er wohnte in dem Ort Adullam bei einem Typen, der Hira hieß.

2  Dort lernte er die Tochter des Kanaaniters Schua kennen. Juda kam mit ihr zusammen und heiratete sie einige Zeit später. Ihr Name ist jetzt unwichtig.

3  Die wurde dann schwanger und bekam einen Sohn. Der Junge bekam den Namen „Er“.

4  Sie wurde dann noch mal schwanger und kriegte einen zweiten Sohn. Den nannten sie Onan.

5  Der dritte Sohn bekam den Namen Schela. Der wurde in der Zeit geboren, als Juda gerade auf Dienstreise in Kesib war.

6  Damals war es üblich, dass der Vater seinem Sohn eine Braut aussuchte. Für Er, seinen ersten Sohn, organisierte er eine Frau, die Tamar hieß.

7  Dieser Er war aber link unterwegs. Der tat Sachen, die Gott total ätzend findet. Darum ließ er ihn sterben.

8  Als Er tot war, ging Juda zu Onan und sagte zu ihm: „Dein Bruder hat seine Frau ganz alleine zurückgelassen, ohne dass sie ein Kind kriegen konnte. Du bist verpflichtet, da jetzt auszuhelfen. Ich will von dir, dass du mit seiner Frau schläfst, damit sie einen Sohn kriegt. Nur so kann diese Familie überleben und stirbt nicht aus.“

9  Onan war also klar, dass die Kinder, die er da zeugen sollte, nie ihm gehören würden. Darum zog er jedes Mal, wenn er mit Tamar Sex hatte, seinen Penis vor dem -Orgasmus aus der Scheide raus, damit sie nicht schwanger werden konnte. Seinen Samen spritzte er ins Bettlaken.

10  Gott fand das richtig ätzend. Er sorgte dafür, dass auch Onan bald sterben musste.

11  Juda sagte zu seiner Schwiegertochter Tamar: „Ist wohl besser, wenn du jetzt erst mal als Witwe im Haus von deinem Vater bleibst, bis mein Sohn Schela alt genug ist, um für dich zu sorgen.“ In Wirklichkeit hatte er aber Schiss, das sein letzter Sohn auch noch sterben würde. Tamar zog dann wieder in das Haus von ihren Eltern und blieb dort.

12  Ein paar Jahre später starb die Ehefrau von Juda, die eine Tochter vom Schua war. Erst mal wurde eine Trauerzeit angesetzt. Danach ging Juda mit seinem Freund Hira auf eine Tour in die Berge von Timna. Er wollte mal nach seinen Angestellten sehen, die dort gerade seinen Schafen die Wolle abrasierten.

13  Als Tamar davon Wind bekam, dass ihr Schwiegervater Juda auf dem Weg nach Timna war,

14  zog sie ihre schwarzen Trauerklamotten aus, schminkte sich, zog sich einen sexy Minirock an und ging zu der Straße, die nach Timna führte. Dort stellte sie sich an die Kreuzung, wo das Schild „Richtung Enajim“ angebracht ist. Sie hatte nämlich geschnallt, dass Schela mittlerweile erwachsen geworden war, sie aber als zukünftige Braut so gar nicht auf dem Zettel von seinem Vater stand.

15  Als Juda sie an der Straße sitzen sah, dachte er sofort, sie wäre eine Hure und würde hier auf dem Strich gehen. Weil sie so derbe geschminkt war, merkte er aber nicht, dass ihm da seine eigene Schwiegertochter gegenüberstand.

16  Er fuhr dann langsam an ihr vorbei, kurbelte das Fenster runter und quatschte sie an. „Was ist dein Tarif? Ich würde gern mit dir schlafen!“ – „Kommt drauf an. Was würdest du mir denn anbieten?“, fragte sie zurück.

17  „Ich hab jetzt gerade keine Kohle dabei. Aber was hältst du von 100 Euro?“ – „Okay, abgemacht, aber ich will irgendein Pfand von dir haben, damit ich das Geld auch sicher bekomme.“

18  „Und was schlägst du vor?“, fragte Juda. „Gib mir deinen zweiten Autoschlüssel und den Perso!“, antwortete sie. Er gab ihr beides. Dann hatte er Sex mit Tamar. Sie wurde davon schwanger.

19  Als sie zu Hause ankam, zog sie die alten schwarzen Trauerklamotten wieder über, die man als Witwe normal länger tragen musste.

20  Juda schickte dann seinen Freund Adullam mit den 100 Euro, um die Sachen wieder einzulösen. Aber die Frau war weg und nicht zu finden.

21  Er fragte überall rum, ob jemand die Hure gesehen habe, die immer auf dem Straßenstrich bei dem Schild „Richtung Enajim“ anschaffen gegangen ist. Aber die Leute sagten ihm, dass es dort noch nie so was gegeben habe, da würden keine Huren stehen.

22  Adullam ging also wieder zu Juda zurück und erzählte ihm die Nachricht: „Du, ich hab sie echt nicht gefunden! Außerdem behaupten die Leute in dem Ort, dass es da überhaupt keine Huren gibt!“

23  „Egal, vergiss es. Soll sie den Kram behalten, Hauptsache, es kriegt keiner mit, das wäre sehr peinlich für mich. Ich hab meinen Teil auf jeden Fall erfüllt, du warst da und wolltest ihr die Kohle geben, aber sie war nicht da.“

24  Nach etwa drei Monaten verpetzte jemand die Tamar beim Juda. Man erzählte ihm: „Deine Schwiegertochter hat sich als Hure verkauft! Und sie ist sogar schwanger davon geworden!“ Juda war sehr sehr sauer. „Schmeißt sie aus unserer Gemeinschaft sofort raus!“, meinte er. „Sie muss sofort gekillt werden!“

25  Als die ersten Leute Tamar packten und vor die Stadtgrenzen schleppen wollten, kriegte sie es noch hin, ihrem Schwiegervater die Sachen zu schicken, die er ihr als Pfand gegeben hatte, den Autoschlüssel und seinen Perso. Sie legte einen Zettel dazu, wo draufstand: „Lieber Juda, schau dir den Schlüssel mal genau an und check mal den Perso, bitte. Von dem Mann bin ich nämlich schwanger geworden!“

26  Juda sah sich die Sachen genau an und änderte sofort seine Meinung. „Sie ist unschuldig!“, rief er laut. „Ich bin schuld. Ich habe sie nicht mit meinem Sohn Schela verheiratet. Das war falsch!“ Sie durfte dann ab der Zeit bei ihm im Haus wohnen, aber Juda stieg nicht noch einmal mit ihr ins Bett.

27  Tamars Bauch wurde immer dicker, und kurz vor der Geburt wurde klar: Es sind Zwillinge!

28  Bei der Entbindung streckte ein Baby seine Hand zuerst raus. Die Hebamme band einen roten Faden um das Handgelenk und sagte „Also das war der Erste, der geboren wurde!“

29  Plötzlich zog das Baby aber seine Hand wieder zurück und das andere kam zuerst. Die Hebamme lachte es an und meinte: „Na, warum wolltest du denn unbedingt der Erste sein? Du hast dich ja wirklich drum gerissen!“ Darum bekam er den Namen Perez, weil das so viel wie „Riss“ bedeutet.

30  Danach kam sein Bruder zur Welt. An seiner Hand war der rote Faden. Er kriegte dann den Namen Serach, was so viel wie „Rot“ bedeutet.

  1. Der Schlüsselvers des Buches/Abschnittes
  2. Gottes Verheißungen
  3. Gottes Handeln
  4. Fragezeichen
  5. Erkenntnis des Tages
  6. Glauben ins Leben umsetzen

Schlüsselvers des Abschnittes

… Da gab er [Juda] es ihr [Tamar] und ging zu ihr ein, und sie wurde schwanger von ihm“ (1Mo 38:18)

Gottes Verheißung


Gottes Handel


Fragezeichen

Warum war es für Gott wichtig, dass Tamar in die Ahnenliste Jesu kommt?

Erkenntnis des Tages

Juda wird von sinnlicher Leidenschaft gepackt und vergisst alle Würde, gibt wertvollste Pfänder aus der Hand und will zugleich den gerechten Richter spielen.
Gott offenbart wieder klar unsere menschliche Schwachheit und Schuld, aber auch ein stilles Walten: Tamar sollte die Urmutter Jesu werden.

WARUM?

Glauben ins Leben umgesetzt

Irgendwie ist das alles tröstlich für mich. Trotz des Versagens von Tamar, möchte Gott sie für die Abstammfungslinie Jesu nutzen. Ist sie für ihn trotz Sünde wertvoll.
Auch ich habe schon soviel Mist in meinem Leben gebaut, und da kommt in fast 62 Jahren etwas zusammen. Und trotzdem bin ich wertvoll für Gott? Gott mich am Ende meiner Tage durchwinkt?
Gleichzeit sollte ich sehr sehr nachsichtig mit anderen „Sündern“ sein. Wenn auch sie für Gott wertvoll sind, wer bin ich, dass ich sie verachte? Es ist nicht mein Bier, jemand zu rächen.

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Einschub: Ruben

Colijn de Coter [Public domain]

Besondere Eigenschaften

  • Rettet das Leben Josefs, indem er seine Brüder davon abhielt, ihn zu ermorden.
  • Zeigte eine tiefe Liebe zu seinem Vater, indem er seine eigenen Söhne als Pfand für die Sicherheit von Benjamins Leben anbot.

Schwächen und Fehler

  • Gab schnell der Gruppe nach.
  • Schützte Josef nicht direkt vor seinen Brüdern, obwohl er als ältester Sohn die Macht dazu hatte.
  • Schlief mit einer der Frauen seines Vaters.

Lektionen aus seinem Leben

  • Öffentliche und private Rechtschaffenheit müssen übereinstimmen, oder eine wird die andere zerstören.
  • Sünde wird vielleicht nicht sofort bestraft, aber ganz gewiss irgendwann

Hintergrund

  • Ort: Kanaan, Ägypten
  • Beruf: Schafhirte
  • Familie: Seine Eltern waren Jacob und Lea. Er hatte 11 Brüder und eine Schwester.

Schlüsselverse:

„Ruben, du bist mein erstgeborener Sohn. Meine Stärke habe ich zuerst gezeugt. Du bist der Erste nach Hoheit und Macht. Aber du kannst nicht der Erste bleiben, denn du bist wild wie die Wellen des Meeres. Du bist mit einer meiner Frauen ins Bett gegangen und hast mich in meinem eigenen Bett entehrt.“ (1. Mose 49:3-4)

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Auf den Punkt gebracht #1

Gott schenkte Josef Träume, wie groß und bedeutend er einmal sein würde, aber in seinem Eifer uns seiner Aufregung erzählte er seine Träume dummerweise seinen Brüdern, die seine Begeisterung gar nicht teilten (siehe 1. Mose 37:5). Daraufhin verkauften sie ihn als Sklaven, und er musste einige harte Jahre und schwierige Erfahrungen durchmachen. In diesen Jahren entwickelte Gott jedoch Weisheit in Josef und bereitete ihn so auf seine Lebensaufgabe vor. So wie er es für Josef getan hat, kann Gott auch in Ihnen das entwickeln, was Ihnen heute fehlt, damit Sie seinen Plan für Ihr Leben erfüllen können.

Joyce Meyer

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Tag 60 – 1. Mose 37:25-36

Herrad of Landsberg [Public domain]

25  Anschließend machten sie ein kleines Picknick. Plötzlich kam da ein ganzer Lkw-Treck von arabischen Geschäftsleuten aus Richtung Gilead an. Die waren auf dem Weg nach Ägypten, um ihre Ladung da zu verkaufen. Sie hatten teure Parfüme geladen, die sie dort weiterverhökern wollten.

26  Juda kam da eine gute Idee. „Hey, Leute! Was bringt uns das eigentlich, wenn wir unseren Bruder killen und die Leiche heimlich verschwinden lassen?

27  Warum verkaufen wir ihn nicht an die arabischen Geschäftsleute als Billiglohnkraft? Ist bestimmt ne bessere Idee. Dann machen wir uns nicht die Hände an ihm schmutzig. Außerdem ist er ja immerhin noch unser Bruder. Was meint ihr?“ Seine Brüder waren alle einverstanden.

28  Als die Geschäftsleute ankamen, zogen sie Josef aus dem Gulli raus und verkauften ihn für 2500 Euro. Die nahmen ihn dann mit nach Ägypten.

29  Ruben, der bei der Verkaufsaktion nicht dabei war, kam später wieder da hin, um Josef zu befreien. Aber der war ja jetzt nicht mehr hier. Als er ihn nicht mehr finden konnte, war er voll fertig und traurig deswegen.

30  Er lief zurück zu seinen Brüdern und schrie sie an: „Der kleine Josef ist nicht mehr da! Was mach ich jetzt nur? Ich bin doch verantwortlich für ihn!“

31  Denen fiel nichts Besseres ein, als die Jeans von Josef zu nehmen und die mit Blut von einer Ziege vollzuschmieren.

32  Das Teil nahmen sie dann als Beweisstück zu ihrem Vater mit. „Papa! Das haben wir gerade gefunden! Ist das nicht die Jeans von Josef?“

33  Jakob erkannte die sofort. „O nein! Mein Sohn! Ja, die Jeans ist von Josef! Josef ist überfallen worden! Josef ist tot! Josef ist tot!“

34  Er war total fertig deswegen, schrie laut los und weinte. Jakob zog ab dem Zeitpunkt nur noch schwarze Klamotten an und trauerte sehr lange um seinen Sohn.

35  Seine ganzen Kinder versuchten ihn immer wieder aufzumuntern und zu trösten. Aber keine Chance, Jakob war lange in einer schweren Depression deswegen. „Ich will auch sterben, um zu meinem Sohn zu kommen!“, sagte er immer wieder. Dass sein Lieblingssohn gestorben war, konnte er einfach nicht verkraften.

36  Die arabischen Geschäftsleute verkauften ihn in Ägypten dann als einen Sklaven an Potifar. Dieser Potifar arbeitete in der Residenz vom Chef des ganzen Landes, vom Pharao. Er war der General der Leibwächter vom Präsidenten. Sklaven hatten zu der Zeit kaum Rechte, sie hatten so eine Art Knebelverträge mit ihren Besitzern und mussten für die wie blöd arbeiten. Man konnte sie kaufen und weiterverkaufen, wie ein Stück Fleisch oder ein Tier.

  1. Der Schlüsselvers des Buches/Abschnittes
  2. Gottes Verheißungen
  3. Gottes Handeln
  4. Fragezeichen
  5. Erkenntnis des Tages
  6. Glauben ins Leben umsetzen

Schlüsselvers des Abschnittes

Kommt, lasst uns ihn an die Ismaeliter verkaufen; aber unsere Hand sei nicht an ihm, denn unser Bruder, unser Fleisch ist er. (1Mo 37:27)

Gottes Verheißungen


Gottes Handeln


Fragezeichen


Erkenntnis des Tages

Die Brüder erzählten dem Vater, dass Josef tot ist. Daraufhin fällt der Vater in eine sehr tiefe und lange Trauer. So schmerzhaft kann Betrug sein! Sind wir uns dessen immer bewusst, wenn wir mal wieder mit einer Notlüge um die Ecke kommen, um eventuelle Nachteile für uns zu vermeiden?

Glauben ins Leben umgesetzt

Es gibt sicherlich niemanden, der noch nie gelogen hat. Ja, die Wahrheit kann manchmal auch sehr schmerzhaft sein, aber noch viel schlimmer ist es, wenn Betrug entlarvt wird. Auch keine „Notlügen“ mehr. Ab heute. Hab ich mir ganz fest vorgenommen. Gerade weil ich auch weiß, aus eigener Erfahrung auch weiß, dass das Vertrauen in dem, der gelogen hat, sehr stark erschüttert ist. Zumal, wenn dieser sich nicht mal entschuldigt hat, sondern immer weiter lügt. Keine Lüge, keine Notlüge, ich hab es mir fest vorgenommen.

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Tag 59 – 1. Mose 37:12-24

cc MacElch

12  Irgendwann waren die Brüder von Josef dienstlich unterwegs. Sie mussten die Schaf- und Ziegenherden vom Vater nach Sichem bringen, damit man die dort weiden konnte.

13  Jakob sagte zu Josef: „Du, besuch mal deine Brüder, die jetzt gerade in Sichem sind!“ – „Okay, mach ich!“, antwortete Josef.

14  „Schau einfach mal nach ihnen und check, ob sie gut drauf sind. Sieh dir auch mal die Tiere an, ob es denen auch gutgeht. Und dann komm bald zurück und erzähl, was du erlebt hast, ja?!“ Mit der Ansage schickte er Josef los, von Hebron nach Sichem zu gehen.

15  Auf dem Weg verlief sich Josef ein bisschen, weil er sich nicht so gut auskannte. Er traf dann zum Glück einen Typen, der ihn fragte: „Na? Wen oder was suchst du denn hier?“

16  „Äh, ich bin auf der Suche nach meinen Brüdern! Haben Sie die irgendwo gesehen? Das sind alles Hirten, die hier in der Nähe arbeiten.“

17  „Ach die! Die sind schon vor einer Zeit weitergezogen. Ich hab noch gehört, wie sie meinten: ,Lass uns mal nach Dotan gehen!‘“ Also ging Josef dann in Richtung Dotan, um seine Brüder dort zu finden.

18  Als er noch ein paar Kilometer weg war, konnten seine Brüder ihn schon auf dem platten Land kommen sehen. Und bevor er in Hörweite war, hatten sie schon einen Plan gemacht, wie sie ihn am besten töten könnten.

19  „Da kommt ja unser „Träumer“ . . .

20  Jetzt haben wir die Chance, ihn endlich kaputt zu machen. Wir prügeln ihn tot und schmeißen die Leiche dann in einen Gulli. Wenn uns Leute fragen, erzählen wir einfach, er sei von einer wilden Bestie angefallen und aufgefressen worden. Dann wird endlich klar, was aus seinen tollen Träumen in Wirklichkeit geworden ist. Nämlich nichts!“

21  Ruben war nicht so begeistert: „Mann Leute, das ist Mord! Das können wir nicht tun!“ Er wollte Josef irgendwie retten.

22  „Blut vergießen ist keine Lösung! Schmeißt ihn doch lebendig da hinten in den Gulli rein und macht den Deckel zu!. Aber warum gleich töten?“ Er hatte sich überlegt, dass er nach einiger Zeit wieder hier herkommen würde, um den Josef da rauszuholen und zurück zu seinem Vater in Sicherheit zu bringen.

23  Als sie dann bei Josef waren, zogen sie ihm erst mal die teure Jeans aus.

24  Dann packten sie ihn und warfen ihn in den Gulli rein. Der Gulli wurde zu der Zeit nicht mehr benutzt.

  1. Der Schlüsselvers des Buches/Abschnittes
  2. Gottes Verheißungen
  3. Gottes Handeln
  4. Fragezeichen
  5. Erkenntnis des Tages
  6. Glauben ins Leben umsetzen

Schlüsselvers des Abschnittes

… Da ging Josef seinen Brüdern nach und fand sie bei Dotan. Als sie ihn von ferne sahen und bevor er sich ihnen genähert hatte, da ersannen sie gegen ihn den Anschlag, ihn zu töten. (1Mo 37:17-18)

Gottes Verheißung


Gottes Handeln


Fragezeichen


Erkenntnis des Tages

  • Aus den Gedanken des Hasses werden Mordpläne.

Glauben ins Leben umgesetzt

Es gibt keinen Menschen, den ich hasse.
ABER: ich kann mir vorstellen, dass man einen Menschen hassen kann, von dem man gequält wurde.
Aber diese Mordpläne an Joseph entspringen keiner Quälerei, sondern einfach nur Neid auf die Liebe des Vaters.
Wie auch immer, es ist ganz wichtig, auf seine eigenen Gedanken zu achten, egal ob Schlechtigkeit aus Neid, Schadenfreude o.ä. entsteht, keiner kann sich da wohl ausnehmen.
Und zur Tat ist es dann nur ein winziger Schritt.
AUFPASSEN!

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Einschub: Edelsteine #2

„Josef hatte einmal einen Traum und sagte seinen Brüdern davon.“ (1M0 37:5)

Ich zögere, zu sagen „armer Josef“, denn ich habe ja seine ganze Geschichte gelesen. Was ist das für eine wunderbare Geschichte; aber wie viele Missverständnisse und Kränkungen kommen darin vor! Josef hatte die Kraft zum Ertragen all seiner bösen Erfahrungen, so sehr sie ihn auch verwundeten. Offenbar trug er alles mit einer gewisssen Gelassenheit, ähnlich wie Paulus, der von sich selber sagt: „Ich habe gelernt, mich mit dem zu begnügen, was ich vorfinde“ (Phil. 4:11)

Als ich gerade Christ geworden war, hing ich großen Träumen nach. Ich träumte nicht von den Möglichkeiten dieser Welt, wie in früheren Jahren, sondern jetzt, wo ich wiedergeboren war, träumte ich davon, was es wohl für mein Leben bedeuten würde, ein Christ zu sein. Ich träumte von der Möglichkeit, noch einmal zur Schule zu gehen und noch einmal ganz von vorn zu beginnen. Aber ich war schon dreißig Jahre alt und hatte eine Familie mit vier Kindern. Ich kannte niemanden, der etwas ähnliches unternommen hätte. Ich hatte eine kümmerliche Ausbildung, die nicht einmal recht für das Handwerk ausreichte, das ich gelernt hatte. Wie konnte ich daran denken, dass mein Traum, einmal Prediger zu werden, sich je erfüllen würde? Der Traum hielt an. Immerfort hing ich diesen Traum nach. Und jetzt erlebst du etwas von seiner Erfüllung; denn hier sitze ich an meinem Schreibtisch und verfasse Bibelauslegungen für dich. Damals kam ich nicht einmal mit dem Schreiben eines einfachen Briefes zurecht, wenn meine Frau mir nicht dabei half.

Zuweilen können Träume ein Stück unserer christlichen Erfahrung sein. Josef hatte einen Traum, und seine Brüder, denen er davon sagte, verspotteten ihn. Sie konnten sich nicht vorstellen, dass so ein Junge wie ihr Bruder, so ein verwöhnter Nachkömmling, einmal eine führende Persönlichkeit werden könnte. Sein Selbstbewusstsein ärgerte sie, und sie dachten nicht daran, ihn für voll zu nehmen. Ich glaube, das Josephs Traum anhielt; sogar als er in Sklaverei geriet, fand er Trost und Gelassenheit. Vielleicht war sein Traum das Einzige, an das er sich während seiner Gefangenschaft halten konnte. Aber mitten in seiner aussichtslosen Lage nutzt Gott Not und Unglück, um einen Gottesmann heranzubilden – einen Mann, auf den er bauen und den er gebrauchen konnte, um einen Traum zu verwirklichen.

Sein Traum war kein Phantasiegebilde, aber er musste zunächst wohl so aussehen. Er rief bei ihm selbst Gelassenheit hervor und eine ganz auf Gott ausgerichtete Haltung. Josef setzte sein ganzen Vertrauen auf Gott, oder noch genauer ausgedrückt: Er vertraute Gott seinen Traum an. Wenn sich sich unsere Träume verwirklichen sollen, dann muss Gott selbst eingreifen mit der Fülle seiner Mittel, um ihnen mitten in unserem Leben Gestalt zu geben. Lebt auch in deinem Herzen ein Traum? Hast du daran gedacht, ihn Gott zu übergeben und ihn zu einem Traum Gottes werden zu lassen? Möchtest du nicht auch die Gewissheit haben, dass dein Traum den besten Händen anvertraut ist und von ihnen verwirklicht werden kann?

Ein Edelstein für heute: „Habe deine Lust am Herrn; der wird dir geben, was dein Herz wünscht“ (Ps. 37:4)

Tim Ruthven

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