Tag 361 – Jona 4:1-11

Jona ist genervt und wird von Gott deswegen gewarnt

1  Jona war mega genervt, dass Gott Ninive nicht plattgemacht hatte.

2  „O Mann, Gott, war ja klar, ich wusste es schon vorher! Hab ich das nicht schon gesagt, als ich noch zu Hause war, bevor ich losgezogen bin? Du bist einfach zu nett. Du bist so geduldig, liebst die Menschen ohne Ende, du bist einfach zu weich! Wenn du jemandem eine Strafe androhst, tut es dir im selben Augenblick schon wieder leid, und dann machst du es doch wieder nicht. Darum wollte ich deinen Auftrag gar nicht erst annehmen und lieber nach Spanien fliehen.

3  Ach, was soll der ganze Scheiß hier überhaupt! Von mir aus kannst du mich gerne zu dir holen! Sterben ist für mich gerade besser als leben!“

4  „Hm, Jona“, antwortete Gott. „Denkst du wirklich, es ist korrekt von dir, dass du jetzt sauer bist?“

5  Jona wollte erst einmal spazieren gehen. Er fuhr mit dem Bus aus der Stadt und ging in ein Naherholungsgebiet, was weiter im Osten lag. Nach einiger Zeit stoppte er am Rand einer Wiese, die auf einem Berg vor Ninive lag. Er baute sich aus ein paar Ästen einen kleinen Sonnenschutz und setzte sich dadrunter, um von dort aus die Stadt zu beobachten.

6  Als Jona da so saß, organisierte Gott, dass direkt neben ihm, im Zeitraffertempo, voll schnell eine Yuccapalme aus dem Boden wuchs. Die Palme sollte Jona wie ein Sonnenschirm etwas Schatten spenden und ihn wieder gut draufbringen. Jona war happy über das Teil und freute sich wie blöd.

7  Aber am nächsten Tag organisierte Gott eine Raupe, die die Rinde von der Palme abknabberte. Dadurch vertrocknete die Yucca ein paar Stunden später.

8  Am nächsten Morgen, die Sonne ging gerade auf, ließ Gott dann noch einen sehr heißen Wind aus dem Osten aufkommen. Die Sonne knallte Jona voll heftig auf den Kopf, dass er beinahe einen Kreislaufkollaps bekam. Es ging ihm so dreckig, dass er am liebsten gestorben wäre. „Mir geht’s total beschissen! Ich hab keinen Bock mehr zu leben! Ich will lieber tot sein!“, heulte er rum.

9  Gott fragte ihn: „Sag mal, Jona, denkst du, es ist wirklich okay, dass du dich nur wegen dieser Yuccapalme so aufregst?“ „Auf jeden Fall!“, antwortete er trotzig. „Ich bin total sauer, und ich will am liebsten tot sein!“

10  „Ach Mann, Jona“, stöhnte Gott. „Du bist sauer nur wegen dieser dummen Palme? Hast du denn selbst viel Zeit und Energie in diese Pflanze gesteckt? Hast du sie jahrelang begossen und gedüngt? Nein, sie ist ganz plötzlich, in nur einer Nacht aus dem Boden gewachsen, und eine Nacht später war sie wieder tot.

11  Aber von mir willst du, dass mir die große Stadt Ninive egal ist, obwohl dort über 120000 Menschen und sehr viele Tiere leben! Dazu kommt, dass die alle voll verpeilt sind und gar nicht mehr checken, was richtig und was falsch ist. Denkst du echt, die vielen Menschen sollten mir nicht leidtun?“

  1. Mein Schlüsselvers für heute
  2. Meine Erkenntnis des Tages, MEIN Pünktchen
  3. Glauben ins Leben umgesetzt
  4. Mein Gebet für meinen Tag

Mein Schlüsselvers für heute

Aber Jahwe fragte: „Ist es recht von dir, so zornig zu sein?“
(Jona 4:4)
„Aber Gott fragte Jona: „Ist es recht von dir, wegen dieser Staude zornig zu sein?“ – …“
(Jona 4:9)

Meine Erkenntnis des Tages, MEIN Pünktchen
Glauben ins Leben umgesetzt

Jona war sauer, das Gott Ninive nicht vernichtet hat.
Und Jona war sauer, weil Gott den Baum hat eingehen lassen.
Beide Male war er sauer, weil Gott etwas tat, was er NICHT wollte.
Wie reagiere ich, wenn Gott etwas tut, was mir nicht gefällt? Wo ich MEINE Entscheidung irgendwie als gerechter empfinde?
Mittlerweile kann ich es akzeptieren. Ziehe zwar auch einen Schmollmund, aber ich weiß, dass ich nicht in der Position bin, Gott irgendeine Vorschrift zu machen. Ich nicht und auch kein anderer Mensch.

Mein Gebet für meinen Tag

Hab ich heute nicht aufgeschrieben ….


Tag 359 – Jona 2:1-3:10

Jona betet und wird gerettet

1 Kaum war Jona ins Meer gefallen, da kam ein heftiger Pottwal, öffnete sein großes Maul und verschluckte ihn in einem Happen. Jona verbrachte dann drei Tage im Bauch von diesem Fisch.

2 Und Jona betete zu Gott, seinem Chef, während er im Bauch von diesem Riesenviech saß:

3 „Als es mir richtig dreckig ging, habe ich angefangen, zu dir zu beten, und du hast mir geantwortet! Ich war schon mit einem Bein in der Hölle, und von dort hab ich zu dir gerufen, und du hast mich gehört!

4 Du hast dafür gesorgt, dass ich mitten im Meer krasse Probleme bekommen hab! Deine Wellen waren gigantisch hoch, sie sind über mir zusammengebrochen.

5 Ich dachte schon, das wäre es jetzt gewesen, du hättest mich verstoßen und ich würde nie wieder den besonderen Tempel sehen können.

6 Das Wasser stand mir bis zum Hals, und ich bin tief ins Meer gezogen worden. Mein Kopf war voll mit Algen.

7 Ich sank immer tiefer. Ich war schon fast auf dem Meeresboden. Schließlich war ich so gut wie tot. Fast wurde die Tür zum Leben für immer hinter mir zugemacht. Aber plötzlich hast du, Gott, mich gepackt und aus dem Tod rausgeholt.

8 Kurz bevor ich ohnmächtig wurde, hab ich noch an dich gedacht! Ich habe zu dir gebetet, und meine Worte haben dich in deinem besonderen Tempel erreicht.

9 Die Leute, welche in solchen Situationen zu peinlichen Plastikgöttern beten, sind dir nicht treu.

10 Aber ich will anders sein, ich werde mich bei dir bedanken, und ich werde für dich ein paar Opfer verbrennen! Was ich verspreche, werde ich auch halten! Gott, du bist der Einzige, der wirklich helfen kann!“

11 Gott sagte dann zu dem Riesenfisch, dass er Jona beim nächsten Strand ausspucken sollte, und der machte das auch.

Jona predigt in Ninive

1 Dann redete Gott zum zweiten Mal mit Jona über seinen Auftrag:

2 „Hey, Jona, ich will immer noch, dass du in die Stadt Ninive gehst und dort in der Fußgängerzone eine Predigt für alle Bewohner hältst!“

3 Jona packte dann seine Sachen und fuhr sofort nach Ninive, weil Gott ihm das so gesagt hatte. Ninive war eine recht große Stadt, zu Fuß brauchte man drei Tage, um sie einmal zu durchqueren.

4 Als er in der Innenstadt angekommen war, stellte er sich auf eine Kiste und rief den Leuten zu: „Alle mal herhören! Gott sagt: ‚In vierzig Tagen ist Ninive nur noch ein Schrotthaufen!‘“

5 Tatsächlich machte seine Ansage die Bewohner voll betroffen, und viele fingen an, ihr Vertrauen wieder auf Gott zu setzen. Man organisierte überall Gebetstreffen, verzichtete auf Essen und zog sich schwarze Klamotten an, um deutlich zu machen, wie ernst es ihnen war. Alle machten dabei mit, vom Hartz-IV-Empfänger bis zum Superreicho.

6 Auch der Bürgermeister der Stadt hatte die Worte von Jona gehört. Er stand sofort von seinem Schreibtisch auf, zog schwarze Trauerklamotten an, ging auf die Knie und betete.

7 Dann erließ er ein neues Gesetz, das für die nächste Zeit jegliches Essen und Trinken verbieten sollte. Das betraf nicht nur die Menschen, sondern auch die Tiere!

8 Jedes Lebewesen in der Stadt sollte sich so verhalten, dass deutlich wird, wie leid es ihnen tut, dass sie so viel Mist gebaut hatten. Alle Bewohner sollten volles Rohr zu Gott beten, aufhören, Mist zu bauen, und ihr Leben grundlegend ändern.

9 „Vielleicht können wir Gott noch umstimmen“, sagte er. „Vielleicht bringen wir Gott durch diese Aktion wieder gut drauf, und er ist nicht länger sauer auf uns. Vielleicht können wir so überleben!“

10 Gott bemerkte, dass alle Menschen in Ninive ihr Leben änderten. Es tat ihm leid, dass er diese Stadt plattmachen wollte, und er änderte seine Pläne.

  1. Mein Schlüsselvers für heute
  2. Meine Erkenntnis des Tages, MEIN Pünktchen
  3. Glauben ins Leben umgesetzt
  4. Mein Gebet für meinen Tag

Mein Schlüsselvers für heute

Er ging einen Tag lang und rief: „Noch vierzig Tage, dann ist Ninive völlig zerstört!“
(Jona 3:4)

Meine Erkenntnis des Tages, MEIN Pünktchen
Glauben ins Leben umgesetzt

Was würde heute passieren, wenn ich durch die Straßen laufe und dies kundtue? Echt, man würde mich für bekloppt halten. Es würde NICHTS passieren. Es glaubt ja nicht mal von den Atheisten, dass es einen Satan gibt (nur diese Kasperpuppe aus dem Kasperletheater) oder dass Jesus wiederkommt. Auch nicht, dass Gott diese Welt vernichten und es eine neue Erde und einen neuen Himmel geben wird.

Mein Gebet für meinen Tag

Vater, ich sitze hier auf meinen grünen Sofa und fühle mich körperlich total kaputt. Mir tut einfach alles weh. Zwei Tage Katzendienst für T. haben mich geschlaucht, aber es ging alles gut. Viel besser, als ich befürchtet habe. Ja, ich weiß, du hast alle Hände über mich gehalten. Ja, ich weiß es, sonst hätte ich es nicht geschafft. Und es ist ein verdammt gutes Gefühl, anderen helfen zu können, gerade auch weil ich mich für völlig überflüssig halte und mich nur als Last für andere empfinde. Du hast mir gezeigt, dass es doch möglich ist, anderen eine Hilfe zu sein, etwas zu können. T. kommt heute wieder aus dem Krankenhaus und kann ihre Katzen wieder selbst versorgen. Aber vielleicht hat sie noch andere Hilfe nötig, aber das werde ich ja sehen.
Und R. hat jetzt gestern und heute früh meine Hilfe gebraucht und mich angerufen, ob ich die Morgenrunde mit ihrem Hund gehen kann. Klar habe ich, obwohl es bei mir morgens kräftemäßig schlecht geht, größere Runden zu laufen. Aber auch das habe ich geschafft! Durch dich! DANKE! Nun sitze ich zwar platt auf dem Sofa und ich kann meine Putzarbeiten für heute abhaken, aber das ist egal. Putzen kann ich immer noch später oder morgen oder es sein lassen. Helfen ist besser, helfen macht ein gutes Gefühl. Staubkörner jagen, ist eher frustrierend.
Vater, du kannst meine Kräfte einschätzen und du weißt ganz genau, was ich zu leisten vermag. Bitte plane weitere „Einsätze“ so, dass es nicht zu viel wird, dass ich das gute Gefühl behalte.
Und bitte, kümmere dich um R. Ihr geht es so richtig schlecht. Sie tut mir so leid, weil ich es nachvollziehen kann. Hilf ihr, bitte. Beschütze und bewahre sie, wie auch D., A., die Jungs, K., J. und auch mich. Wir sind alle auf deine Gnade angewiesen. Segne unseren Tag.
Und T. hab ich vergessen. Sei auch bei T., schenk ihr die große Freude, ihre Katzen wiederzusehen und lass bitte ihre Wunden ganz schnell heilen. Lass diesen Tag nicht zu stressig für sie werden, lass es fließen und schenke ihr die nötige Ruhe dazu. Bitte.
Amen



Tag 357 – Jona 1:1-7

Jona hat keinen Bock, das zu tun, was Gott von ihm will

1 Es gab einmal einen Typen, der hieß Jona. Jona war ein Sohn von Amittai. Irgendwann redete Gott mit diesem Jona. Er sagte:

2 „Hey, Jona! Ich will, dass du in die Stadt Ninive in Assyrien gehst. Dort sollst du dich in die Fußgängerzone auf eine Kiste stellen und den Leuten sagen, dass ich die Schnauze voll hab! Ich beobachte schon seit langem ihren fiesen Lebensstil, und ich kann das nicht länger durchgehen lassen.“

3 Aber Jona hatte überhaupt keinen Bock drauf, das zu tun, was Gott von ihm wollte. Er packte seine Sachen und fuhr mit dem Bus genau in die entgegengesetzte Richtung. Jona floh vor Gott und auch vor seinem Auftrag. Schließlich wollte er in der Hafenstadt Jafo auf ein Schiff, das nach Tarsis in Spanien fuhr. Er kaufte sich das Ticket und ging an Bord.

Gott schickt einen heftigen Sturm

4 Kaum war die Fähre auf dem Meer, organisierte Gott einen heftigen Sturm. Die Wellen waren so krass, dass man das Gefühl hatte, das Schiff würde gleich auseinanderbrechen.

5 Sogar die Besatzung schob voll die Panik, alle schrien durcheinander, und jeder betete zu seinem Gott. Damit das Schiff in dem Sturm besser fahren konnte, warf man alle Container und Autos über Bord. Aber Jona war in seine Kajüte gegangen und hatte sich pennen gelegt.

6 Schließlich weckte ihn der Kapitän auf und sagte: „Hey, verdammt, was soll das? Wie kannst du dich hier so seelenruhig in die Koje hauen? Los, wach auf und fang an, zu deinem Gott zu beten! Vielleicht wird er ja an uns denken und dafür sorgen, dass wir nicht alle ersaufen müssen.“

7 Die Seeleute an Bord kamen dann auf die Idee, dass diese Katastrophe mit jemandem zu tun haben müsste, der auch auf dem Schiff war. „Wir müssen herausbekommen, wer uns diesen Scheiß eingebrockt hat“, sagten sie. „Am besten, wir ziehen Lose.“ Also zog jeder Mann, der an Bord war, einen Zettel aus einem Hut, und bei Jona war dann das Kreuz drauf.

  1. Mein Schlüsselvers für heute
  2. Meine Erkenntnis des Tages, MEIN Pünktchen
  3. Glauben ins Leben umgesetzt
  4. Mein Gebet für meinen Tag

Mein Schlüsselvers für heute

Aber Jahwe schleuderte einen gewaltigen Sturm über das Meer. 
(Jona 1:4)

Meine Erkenntnis des Tages, MEIN Pünktchen
Glauben ins Leben umgesetzt

Jona wollte vor Gott flüchten. Wobei er eigentlich hätte wissen können, dass das nicht funktioniert. Es funktioniert nie. Und Gott schickt Sturm.
Eines meiner Gebete ist, wenn ich nicht weiß, ob ich mich richtig entschieden habe: „Vater, wenn dies der falsche Weg ist, wirf 1000 Steine in den Weg“.
Damit bin ich bisher immer gut gefahren. Wenn es lief, war ich mir sicher, dass Gott nichts dagegen hatte. Es gab aber auch ein richtig großes Ding, wo Gott ganz viele Steine warf und ich trotzdem mit dem Kopf durch die Wand ging. Ähnlich wie bei Jona. Gott fand auch das nicht lustig. Wie bei Jona. Und es hat 3 Jahre gebraucht, bis ich wieder auf den richtigen Kurs war. Mit ganz vielen Schmerzen und Verzweiflung. Dann mal doch lieber gleich hinhören.

Mein Gebet für meinen Tag

Vater, heute hab ich etwas ganz banales. Meine Lampe im Flur ist kaputt und ich habe mir schon eine neue gekauft. T. hatte zugesagt, dass sie sie mir anbringt. Nun aber hat T. übermorgen den OP-Termin und es wird wohl 6 Wochen dauern bis sie wieder auf die Leiter kann. Im Gespräch mit meiner Nachbarin gestern erfuhr ich, dass ihr Papa Elektriker ist und für ihn das Lampenanbringen ein Klacks ist, während T. auch erst gucken muss, wie sie es am Besten macht. Kurz gesagt, der Papa der Nachbarin würde die Lampe gern anbringen, er kommt am Mittwoch. Ich hab dann gestern doch die Lampe ausgepackt und gesehen, das der Lampenschirm zerbrochen war. Mist. Ich hab dann darüber gegrübelt, ob du es vielleicht nicht gut finden würdest, wenn es der Nachbarinnen-Papa macht, sondern lieber T. Vielleicht ist sie aber auch nur einfach so kaputt, ohne Hintergrund. Nach dem Sturm für Jona ging mir das wieder durch den Kopf. Und ja, ich hab mich noch nicht getraut, T. davon zu erzählen, dass die Lampe jemand anderes anbringen wird, weil sie sich vielleicht zurückgesetzt??? Ja, ich weiß, es gibt weitaus schlimmere Probleme als die Lampe. Es ist sozusagen ein „Luxusproblem“. Aber für T. könnte es eine große Enttäuschung werden??? Deshalb, Vater, bitte ich dich, mir nochmal zu zeigen, was ich machen soll. Vielleicht ist ja dann die neubestellte Lampe wieder kaputt? Ich nehme das jetzt mal so als Zeichen von dir. Ist die neue Lampe wieder kaputt, dann warte ich auf T.s Gesundsein.
Ohje, Vater, mit was für banalen Dingen du dich herumschlagen musst. Aber für T. ist es vielleicht wichtig. Es ist eine Sache des Gebrauchtwerdens für sie. Warum ich dann der Nachbarin überhaupt von der Lampe erzählt habe? Keine Ahnung. 6 Wochen ohne Lampe ist ja nun wirklich nicht schlimm.
Vater, bitte entschuldige, wenn ich dich wegen so einer Sache um Rat frage, aber manchmal sind auch für andere die kleinen Dinge ganz wichtig.
Ich danke dir, dass du mir zuhörst und mich ernst nimmst, danke!
Amen


Das Buch Jona – eine Einleitung

Das Buch Jona ist eine außergewöhnliche prophetische Schrift. Sie beschreibt einen bestimmten Teil seines Dienstes. Aber die erzählte Geschichte ist eine Prophezeiung, dargestellt in der eigenen Person des Propheten.

Jona ist weder eine sagenumwobene Person, noch ist sein Buch poetischer Phantasie entsprungen. Er lebte wirklich, und was in seinem Buch erzählt wird, geschah tatsächlich. Jona wird auch im 2. Könige 14:25 erwähnt. Jene Stelle beweist, dass er ein Prophet war, der wirklich gelebt hat.

Der wichtigste Beweis ist jedoch, dass der Herr Jesus verschiedene Male von Jona als von einer Person sprach, die früher gelebt hatte. Der Herr sprach über das, was von Jona in seinem Buch geschrieben wurde. An drei Stellen finden wir Hinweise auf ihn (Matthäus 12:38-41; 16:4; Lukas 11:29-32). Aus diesen wird deutlich, dass die beiden wichtigsten Ereignisse im Buch Jona durch den Herrn bestätigt werden. Es sind dies: erstens, dass der Prophet im Bauch des Fisches war, und zweitens, dass er anschließend nach Ninive ging, um dort zu predigen.

Soweit wir wissen, ist er der einzige Prophet, der im Namen Gottes einen bestimmten Auftrag unter den heidnischen Nationen zu erfüllen hatte. Alle anderen Propheten wirkten unter den Menschen in Juda und Israel. Es konnte sein, dass sie zu bestimmten Zeiten über die Landesgrenze hinaus einen Dienst an einzelnen Personen ausüben mussten. Oder sie haben, wie Daniel, ihren Dienst zugunsten des Volkes Israel in einem fremden Land getan. Aber ihr Auftrag war nie an die Nationen gerichtet.

Alles, was Jona widerfuhr, ist prophetisch. Mit dem, was Jona erlebte, wollte Gott ein Bild von Israel zeichnen. Dieses auserwählte Volk hätte einen Segen unter den Nationen sein sollen. Das Wort des HERRN gelangte zu diesem bevorzugten Volk, und es sollte gemäß diesem Wort leben, damit die Heiden dadurch angezogen und einen Segen empfangen würden. Doch Israel tat dies nicht. Im Gegenteil, durch ihre Sünden und Bosheiten wurde der Name des HERRN unter den Nationen verlästert. Israel begegnete den Heiden mit Stolz. Es betrachtete sie als Hunde. Der Gedanke, dass Gott diesen Gnade erweisen und ihnen vergeben würde, war für Israel – wie auch für Jona – eine unerträgliche, überaus beleidigende Vorstellung.

Schließlich ist Jona, der drei Tage und drei Nächte im Bauch des großen Fisches zubrachte, ein Hinweis auf Christus, der Sohn des Menschen. Der Herr Jesus selbst sagt in Matthäus 12:40 zu den Schriftgelehrten und Pharisäern, die ein Zeichen von Ihm forderten: „So wie Jona drei Tage und drei Nächte im Bauch des großen Fisches war, so wird der Sohn des Menschen drei Tage und drei Nächte im Herzen der Erde sein.“