Aus meinem Fastenkalender #13

Sollte dem HERRN etwas unmöglich sein?

Du musst das Leben nicht verstehen

Du musst das Leben nicht verstehen,
dann wird es werden wie ein Fest.
Und lass dir jeden Tag geschehen
so wie ein Kind im Weitergehen
von jedem Wehen
sich viele Blüten schenken lässt.
Sie aufzusammeln und zu sparen,
das kommt dem Kind nicht in den Sinn.
Es löst sie leise aus den Haaren,
drin sie so gern gefangen waren,
und hält den lieben jungen Jahren
nach neuen seine Hände hin.

(Rainer Maria Rilke)


Aus meinem Fastenkalender #12

Sollte dem HERRN etwas unmöglich sein?

Warum auf Misstrauen verzichten?
Misstrauen schützt uns vor zu hohen Erwartungen.
Warum nicht ein gesundes Misstrauen hegen gegenüber einem Versprechen, das im wahrsten Sinne lächerlich erscheint?
Sicher ist es verständlich, dass Sara nur noch lachen kann, als man ihr – alt und hochbetagt – noch ein Kind ankündigt, auf das sie und ihr Mann seit Jahrzehnten warten.
Aber das Problem mit dem Misstrauen ist, dassmes nicht nur vor zu hohen Erwartungen schützt, sondern auch die Tür schließt für schöne Überraschungen.
Misstrauen kann eine Beziehung vergiften.
Die Botschaft der drei Engel bei Abraham ist:
Trau Gott etwas zu!
Lache mal herzlich.


Aus meinem Fastenkalender #11

Sollte dem HERRN etwas unmöglich sein?

Dann fragten sie ihn: „Wo ist deine Frau Sara?“ – „Da im Zelt“, erwiderte er. Da sagte Jahwe: „Nächstes Jahr um diese Zeit komme ich wieder zu dir, dann wird deine Frau Sara einen Sohn haben.“ Sara lauschte am Zelteingang, der sich gerade hinter ihm befand. Abraham und Sara waren damals schon alt, und Sara war lange über die Wechseljahre hinaus. Da lachte Sara innerlich und dachte: „Jetzt, wo ich verwelkt bin, soll ich noch Liebeslust haben? Und mein Eheherr ist ja auch alt.“ Da sagte Jahwe zu Abraham: „Warum hat Sara denn gelacht und denkt: ‚Soll ich alte Frau wirklich noch Mutter werden können?‘ Sollte für Jahwe denn irgendetwas unmöglich sein? Nächstes Jahr, zur genannten Zeit, komme ich wieder, dann hat Sara einen Sohn.“

(1. Mose 18:9-14)


Aus meinem Fastenkalender #7

Fürchte dich nicht!

Ermutigung

Du, lass dich nicht verhärten
In dieser harten Zeit
Die all zu hart, sind, brechen,
Die all zu spitz sind, stechen
und brechen ab sogleich

Du, lass dich nicht verbittern
In dieser bittren Zeit
Die Herrschenden erzittern
– sitzt du erst hinter Gittern –
Doch nicht vor deinem Leid

Du, lass dich nicht erschrecken
In dieser Schreckenszeit
Das wolln sie doch bezwecken
Dass wir die Waffen strecken
Schon vor dem großem Streit

Du, lassx dich nicht verbrauchen
Gebrauche deine Zeit
Du kannst nicht untertauchen
Du brauchst uns, und wir brauchen
Grad deine Heiterkeit

Wir wolln es nicht verschweigen
In dieser Schweigezeit
Das Grün bricht aus den Zweigen
Wir wolln das allen zeigen
Dann wissen sie Bescheid

(Wolf Biermann)


Aus meinem Fastenkalender #5

Fürchte dich nicht

Warum auf Furcht verzichten?
Furcht bedeutet doch, sich selbst einzuschätzen zu können und etwa zu erkennen, wenn man fliehen muss.
Man kann auch aus Ehrfurcht haben vor großen Aufgaben oder vor Gott.
Sicher sind die Israeliten in einer furchteinflößenden Situation.
Aber wenn man einen Schritt in die Freiheit gemacht hat, wenn man den Mut gehabt hat, zu fliehen, um das eigene Leben radikal zu verbessern, dann hilft Furcht keinen Schritt weiter.
Denn die Stimmen, die mit den Stimmen laut werden, rufen: „Wir haben es doch gleich gesagt!“ oder „Meine Idee war das nicht!“
Moses Botschaft ist: „Hört nicht auf diese Stimmen!
Denkt lieber daran, was euch Gutes verheißen ist!
Dann werdet ihr sehen, was in der Freiheit alles möglich ist.“

Frank Muchlinski


Aus meinem Fastenkalender #4

Fürchte dich nicht

Die Ägypter jagten ihnen mit allen Pferden und Streitwagen des Pharao, mit seinen Reitern und seiner ganzen Streitmacht hinterher und holten sie ein, während sie bei Pi-Hahirot gegenüber Baal-Zefon am Meer lagerten. Als der Pharao sich näherte und die Israeliten sahen, dass die Ägypter sie verfolgten, wurden sie von Angst gepackt und schrien zu Jahwe. Mose warfen sie vor: „Es gab wohl keine Gräber in Ägypten, dass du uns zum Sterben in die Wüste geführt hast? Was hast du uns da angetan! Warum hast du uns aus Ägypten herausgeführt? Haben wir es dir nicht schon dort gesagt: ‚Lass uns in Ruhe, wir wollen den Ägyptern dienen!‘? Wir wären besser Sklaven der Ägypter, als hier in der Wüste umzukommen!“ Mose antwortete ihnen: „Habt keine Angst! Stellt euch auf und schaut euch an, wie Jahwe euch heute retten wird! Denn die Ägypter, die ihr heute noch seht, werdet ihr nie wieder zu Gesicht bekommen.

Exodus 14:9-13


Aus meinem Fastenkalender #2

Nichts zerstört das intuitive Erkennen stärker als Ängste und Sorgen.
Wer sich ständig in einem Modus der Befürchtungen befindet, der verschließt sich unweigerlich vor den Erfahrungsschätzen seiner Intuition.
Denn er misstraut einer Wirklichkeit, die darauf wartet, dass er sich anvertraut.
Das ist der werbende Charakter der Weisheit, durch die die wirklich schönen Dinge geschehen.
Wer in Sorgen und Ängsten lebt, hat keinen Zugang zu den Weisheitsschätzen seiner Seele, denn ihm fehlt der Mut, Dinge nicht zu verstehen.
Darum beschränkt er sich auf das, was er weiß.
Die Angst treibt ihn dorthin, wo er sich seiner selbst sicher ist.
Dort aber geschieht nichts Kreatives.

(Martin Schleske, Geigenbauer und Schriftsteller)