Treue ist wichtig

David bat den Herrn um Hilfe, weil Menschen nicht gottesfürchtig oder treu waren (Ps 12:2). Treu zu sein, ist heute genauso wichtig wie damals.

Wirklich treue Menschen sind schwer zu finden. Menschen, die zu Ihnen halten, auch wenn sie merken, dass Sie nicht perfekt sind. Die Bibel sagt: „Auf einen Freund kann man sich immer verlassen und ein Bruder ist dazu da, dass man einen Helfer in der Not hat“ (Sprüche 17:17). Mit anderen Worten: Ein echter Freund hält auch in Ihren schweren und in Ihren nicht so netten Zeiten zu Ihnen. Heute gib es eine solche Treue und Hingabe kaum noch und das ist sehr traurig. Vielen Menschen entgeht sehr viel, weil sie nicht treu sind und nicht bis zum Ende durchhalten. Noch trauriger ist, dass den meisten nie bewusst wird, welchen unglaublichen Segen sie sich dadurch entgehen lassen.

Im nächsten Vers diesen Psalms sagt David: „Einer belügt den anderen, sie schmeicheln einander, doch ihre Herzen sind nicht aufrichtig“ (Psalm 12:3). Wir brauchen aufrichtige Menschen, die sich von ganzem Herzen für etwas entscheiden und dann auch daran festhalten, ohne zu lügen oder zu schmeicheln. Menschen mit geteiltem Herzen glauben heute dies und morgen jenes. An einem Tag mögen sie uns und am nächsten Tag mögen sie uns nicht mehr. Sie sind vielleicht heute für Sie und morgen schon wieder gegen Sie.

Die Bibel nennt uns viele Beispiele von treuen Menschen. Einer war Mose. Gott sagt von ihm: „Er hat sich in meinem ganzen Haus als treu erwiesen“ (4Mo 12:7). Das heißt, dasss Mose treu die Aufgaben erfüllte, die Gott ihm Tag für Tag, Monat für Monat, Jahr für Jahr auftrug, auch wenn ihm vielleicht nicht immer danach zumute war. Mose war so treu, dass er seine Schwester Mirijam und seinem Bruder Aaron auch dann noch liebte und ihnen treu blieb, als sie ihm Vorwürfe machten. Er hatte so einen treuen Charakter, dass er auch dann noch treu blieb, als ihn die Menschen um ihn herum nicht gut behandelten.

Die Bibel sagt uns, dass Gott treu bleibt, auch wenn wir untreu sind (siehe 2. Timotheus 2:13). So sollen wir nach Gottes Willen sein. Wenn alle anderen treulos sind, bleiben wir treu. Wenn Sie den Eindruck haben, Sie wären die einzige Person, die nett ist, die einzige, die sich entschuldigt oder versucht, das Richtige zu tun, dann lassen Sie sich nicht entmutigen. Beschlueßen Sie in Ihrem Herzen, Gott treu zu bleiben und weiterhin die Frucht der Treue zu zeigen.

(Joyce Meyer, Studienbibel)


Kopf hoch!

Neben Dingen, die uns nach unten ziehen, gibt es auch andere, die uns aufrichten. Der Psalmist sagt, dass er trotz seiner erdrückenden Situation nicht verzweifelt oder deprimiert ist, weil er sein Vertrauen auf den Herrn setzt, der ihn aufrichtet (Psalm 3:2-4).

Wenn wir niedergeschlagen sind, scheint alles um uns herum auseinaderzubrechen. Wir verlieren Kraft, lassen den Kopf und die Hände hängen und unser Herz wird schwer. Selbst unsere Augen sind gesenkt und unsere Stimme ist leiser. Wir werden niedergeschlagen, weil wir auf unsere Probleme blicken anstatt auf unseren Herrn.

Egal, aus welchem Grund wir niedergeschlagen sind, der Herr ermutigt uns in seinem Wort immer wieder, den Kopf und die Hände zu heben und auf ihn zu blicken. Eines von vielen Beispielen ist Abraham. Er wurde von seinem Neffen Lot benachteiligt, aber Gott forderte ihn auf, den Blick zu heben und sich nach allen Seiten umzuschauen, denn das ganze Land um ihn herum würde ihm und seinen Nachkommen gegeben werden (siehe 1. Mose 13:14). Der Psalmist sagt: „Erhebt, ihr Tore, eure Häupter, und erhebt euch, ihr ewigen Pforten, dass der König der Herrlichkeit einziehe!“ (Psalm 24:7;ELB). Der Apostel Paulus forderte die Menschen auf, beim Beten „ihre Hände rein zu Gott [zu]erheben“ (1. Timotheus 2:8).

Wir tun gut daran, uns heute an diese Anweisungen zu erinnern. Wenn uns Menschen enttäuschen, können beschließen, den Kopf und die Augen zu erheben und auf unsere Möglichkeiten zu blicken, statt auf die Probleme. Statt entmutigt und niedergeschlagen zu sein, können wir Gott vertrauen, dass er uns in eine bessere Situation führt, denn er hat etwas Besseres für uns.

Wir sind vielleicht versucht, zu sagen: „Ach, was hilft das schon?“, und einfach aufzugeben, statt wie Abraham eine neue Richtung einzuschlagen. Aber der Herr fordert uns ständig auf, die Augen, den Kopf und das Herz zu erheben und auf unseren Segen statt auf unsere Probleme zu blicken. Er ermutigt uns, auf uns zu schauen, weil er vorhat, uns im Überfluss zu segnen und wachsen zu lassen.

Egal wie sich Ihr Leben entwickelt hat, Sie haben nur zwei Möglichkeiten: Sie können aufgeben oder weitermachen. Wenn Sie sich entscheiden, weiterzumachen, haben Sie wieder zwei Möglichkeiten: Sie können in Niedergeschlagenheit und Elend oder in Hoffnung und Freude.

Wenn Sie sich entscheiden, in Hoffnung und Freude zu leben, bedeutet das nicht, dass Sie keine Enttäuschungen oder keine enttäuschende Situationen mehr erleben werden. Es bedeutet, dass Sie sich entschieden haben, sich davon nicht unterkriegen zu lassen. Stattdessen erheben Sie die Augen, die Hände, den Kopf und das Herz und schauen nicht auf Ihre Probleme, sondern auf den Herrn, der verheißen hat, Sie hindurchzuführen und Ihnen Segen und Sieg zu schenken.

(Joyce Meyer, Studienbibel)


Nie zu spät

Was passiert, wenn wir eine andere Richtung einschlagen, als uns Gott gewiesen hat? Was geschah mit Jons? Als Jona ein Schiff in die entgegengesetzte Richtung bestieg, kam bald ein Sturm auf (Jona 1). Viele Stürme unseres Lebens sind nichts anderes als die Folgen unserer eigenen Dickköpfigkeit. Wir mögen versuchen, Menschen oder Umstände dafür verantwortlich zu machen, aber in Wahrheit waren wir oft Gottes Stimme und Führung ungehorsam.

Der heftige Sturm ängstigte die Mannschaft auf dem Schiff. Alle wussten, dass sie sterben würden, wenn er nicht aufhörte. Sie warfen das Los, um herauszufinden, durch wen sie in diese gefährliche Lage geraten waren. Das Los fiel auf Jona und so fragten sie ihn nach dem Grund. Jona wusste, dass er Gott ungehorsam war. Er forderte die Männer auf, ihn ins Meer zu werfen, damit sie gerettet würden. Sie gingen darauf ein, der Sturm legte sich, und ein großer Fisch verschlang Jona. Im Bauch des Fisches – wahrlich kein schöner Ort – betete er zu Gott und ordnete sich ihm unter. Obwohl Jona in der Klemme saß, kehrte er um zu Gott.

Jona tat genau das Richtige. Er sagte nicht etwa zu sich selbst: „Jetzt habe ich es vergeigt. Ich war Gott so ungehorsam, da gibt es kein zurück mehr.“ Nein, er wandte sich an Gott, lobte ihn und gab seinem Vertrauen Ausdruck, dass der Herr ihn retten konnte.

Es ist nie zu spät für uns, um mit Gott zu reden, selbst wenn wir vor ihm weggelaufen sind. Gott ist ein Gott der Gnade und Barmherzigkeit. Er hörte Jonas Gebet und befahl dem Fisch, ihn am Strand auszuspucken. Das war bestimmt nicht angenehm für Jona, aber sein Leben war gerettet. Jonas Geschichte sagt uns: Wir können uns nie so weit von Gott entfernen, dass er uns nicht mehr hört. Er wird antworten, wenn wir zu ihm rufen. Wie Jona können wir sagen: „In meiner Not rief ich zum HERRN und er antwortete mir.“ (Jona 2:3)

(Joyce Meyer, Studienbibel)


Wer ist der Größte?

In jungen Jahren hatte ich mit Eifersucht und Neid zu kämpfen zu kämpfen, weil ich mich mit anderen Menschen verglich. Unsichere Menschen tun das meistens.Wenn wir unseres Wertes als einmalige Person nicht bewusst und sicher sind, geraten wir in Wettstreit mit allen, die uns gut und erfolgreich erscheinen.

Als ich lernte, dass ich ein einmaliger Mensch bin und Gott einen einmaligen, persönlichen Plan für mein Leben hat, war dies eine der wertvollsten und kostbarsten Befreiungen, die ich durch Gott erlebte. Ich kann mir sicher sein, dass ich mich oder meinen Dienst nicht mit irgendjemand anderem vergleichen muss.

Immer wenn ich die Jünger von Jesus sehe und wahrnehme, dass sie vielfach mit denselben Dingen zu kämpfen hatten wie ich, bin ich zuversichtlich, dass es auch für mich Hoffnung gibt. Zum Beispiel stritten sich die Jünger darum, wer von ihnen der Größte sein (Lukas 22:24). Jesus ging darauf ein, indem er sagte, dass der Größte in Wirklichkeit derjenige ist, der bereit ist, ein Diener zu sein oder den niedrigsten Platz einzunehmen (Vers 26). Jesus wandte viel Zeit auf, um seine Jünger zu lehren, dass ein Leben unter Gottes Herrschaft meist genau das Gegenteil von dem bedeutet, was wir von unserer sündigen Natur oder unserer Gesellschaft kennen.

So lehrte Jesus seine Jünger Grundsätze wie diese: „Viele, die jetzt wichtig zu sein scheinen, werden dann die Geringsten sein, und die, die hier ganz unbedeutend sind, werden dort die Wichtigsten sein“ (Markus 10:31). „Liebt eure Feine! Betet für die, die euch verfolgen!“ (Matthäus 5:44). „Es liegt mehr Glück im Geben als im Nehmen“ (Apostelgeschichte 20:35). Jesus forderte sie auch auf, sich über das Verlorene zu freuen, das wiedergefunden wurde (siehe Lukas 15:6.9.32). Die meisten um uns her denken, dass dies unsinnig sei. Jesus dagegen sagt, dass darin die wahre Kraft liegt. Seinen Sie als Jünger oder Jüngerin von Jesus entschlossen, Ihr Leben nach den Richtlinien seiner Herrschaft zu führen.

(Joyce Meyer, Studienbibel)


Die Falle der Selbstgerechtigkeit

Jesus erzählte in Lukas 18:9-14 selbstgerechten Menschen ein Gleichnis. Seine Zuhörer waren stolz, sie waren sich sicher, dass sie gerecht und aufrichtig waren und aufgrund ihrer Taten vor Gott gut dastanden.

Im Gleichnis beschreibt Jesus zwei Menschen, die zum Beten in den Tempel kommen. Einer ist ein Pharisäer, der andere ein Steuereintreiber. Pharisäer waren angesehen, weil sie sehr religös waren. Steuereintreiber waren verhasst, weil sie von ihren Landsleuten Geld erpressten. Allgemein wurden sie für böse gehalten.

„Der stolze Pharisäer stand da und betete“ (Lukas 18:11). Den kann ich mir gut vorstellen – Sie auch? Er sprach noch nicht einmal mit Gott, sondern mehr mit sich selbst. Diese Beschreibung half mir, zu erkennen, dass auch ich zeitweise öffentlich gebetet habe, ohne wirklich zu Gott zu sprechen. Meine einzige Sorge war, wie das vor den Menschen klang. Wenn ich heute vor Menschen bete, versuche ich immer, meine Achtsamkeit ganz auf Gott ausgerichtet zu halten, und nicht auf das, was die Leute möglicherweise denken.

Der Pharisäer entfaltet sein Selbstgespräch. Er vergleicht sich selbstgefällig mit anderen, die er niedriger einstuft: Räuber, Ungerechte, Ehebrecher – und jenen Steuereintreiber. Autsch! Dieser Pharisäer sagt doch tatsächlich: „Ich danke dir Gott, dass ich kein Sünder bin wie die anderen Menschen“ (Lukas 18:11). Mit anderen Worten: „Ich bin ja so heilig!“

So habe ich nie gebetet, aber das heißt nicht, dass ich nie so gedacht habe. Vielleicht kennen Sie Christen, denen Sie sich geistlich überlegen fühlen. Möglicherweise welche, die geistlich nicht so leben wie Sie. Sie haben dreimal in der Woche morgens persönliche Zeit mit Gott, und diese Menschen tun das nicht. Sie spenden sogar den zehnten Teil des Geldes, dass Sie zum Geburtstag geschenkt bekommen, und Sie sind sicher, dass die anderen das nicht tun.

Die Pharisäer waren gut im Geben des Zehnten. Sie gaben sogar zehn Prozent vom Gemüse und den kleinsten Gewürzblättchen. Da übersahen sie nichts, aber im Innersten war etwas faul. Jesus nannte sie „weiß getünchte Gräber“ (Matthäus 23:27) – außen schön, innen voller toter Knochen. Jesus kritisierte die Pharisäer, weil sie nach außen eine große Schau abzogen und im Herzen verdorben waren. Gott sieht es gern, wenn wir großzügig geben, aber er möchte nicht, dass wir über andere urteilen.

Es ist so leicht, eine „Ich-bin-besser-als-du“-Haltung anzunehmen, wenn wir uns mir anderen vergleichen. Bewahren Sie Ihr Herz vor Selbstgerechtigkeit. Orientieren Sie sich an dem anderen Mann in diesem Gleichnis, der auf Barmherzigkeit vertraute und nicht auf sich selbst oder seine guten Taten.

(Joyce Meyer, Studienbibel)


Wie Vertrauen wächst

Christen beten oft um einen „großen Glauben“ und haben dabei noch nicht erkannt, dass Glauben, das heißt Vertrauen, durch Herausforderungen wächst, zum Beispiel in dem wir etwas tun, das wir nicht ganz verstehen oder womit wir keine Erfahrungen haben. Ich glaube nicht, das irgendjemand großes Vertrauen einfach so hat. Vertrauen wird durch Erfahrungen groß. Es entwickelt sich, indem es angewendet wird.

Seine Jünger sagten zu Jesus: „Stärke unseren Glauben“ (Lukas 17:5). Jesus antwortete ihnen: „Wenn euer Glauben nur so klein wäre wie ein Senfkorn, … könntet ihr zu diesem Maulbeerfeigenbaum sagen: ‚Du sollst dich entwurzeln und ins Meer werfen‘ und er würde euch gehorchen!“ (Vers 6). Meiner Ansicht nach wollte Jesus damit sagen: Unser Glaube ist wie ein Samenkorn. Wir pflanzen es in die Erde, indem wir etwas tun. Eine Möglichkeit, unser Vertrauen wachsen zu lassen, ist, etwas zu tun, das Gott uns aufträgt. Glaube verlangt oft, dass wir aktiv werden. Hier taten die Jünger gerade nichts, aber sie wollten großen Glauben.

Ich sage keineswegs, dass wir ohne Gottes Leiten aktiv werden sollen. Es gibt Zeiten, in denen Gott nicht will, dass wir etwas tun, weil er will, dass wir darauf warten, dass er etwas für uns tut. Grundsätzlich gilt jedoch, dass Vertrauen mehr aktiv als passiv ist. Dazu aktives Beten, Loben, Anerkennen, was Gott zu unserer Lage sagt, und Vertrauen, während wir darauf warten, dass er sich für uns einsetzt. So wächst unser Glaube.

(Joyce Meyer, Studienbibel)


Das Problem mit zwei Zielrichtungen zugleich

Jesus sagt, dass niemand zwei Herren dienen kann (Lukas 16:13). Ich will Ihnen ein Beispiel aus meinem Leben erzählen, als ich mit dieser Wahrheit rang.

Vor etlichen Jahren arbeitete ich in einer Gemeinde als Co-Pastorin. Ich liebte den Dienst und die Menschen dort. Doch ich wusste, dass Gott mich dazu drängte, die Anstellung aufzugeben und meinen eigenen Verkündigungsdienst aufzubauen.

Ich wusste außerdem, dass es entscheidend ist, zu tun, womit Gott einem beauftragt. Wenn man nicht losgeht und den Auftrag ausführt, wird alles andere in Stocken geraten. Außerdem merkte ich, dass ich keine Freude mehr an meiner Arbeit hatte. Schließlich sah ich ein, dass es daran lag, dass dieser Dienst aus Gottes Sicht zu Ende war. Wenn Gott etwas beendet, sollten wir es auch tun, sonst werden wir unglücklich, weil wir versuchen, zwei Herren zu dienen. Die Arbeit, die ich richtig gern getan hatte, scheute ich jetzt, einfach weil Gott mir einen neuen Auftrag gegeben hatte.

Obwohl ich das wusste, blieb ich noch ein weiteres Jahr. In dieser Zeit erlebte ich viel Unangenehmes und war überhaupt nicht glücklich. Nichts schien mehr richtig zu sein.

Schließlich sprach Gott zu mir: „Geh mit deinem Verkündigungsdienst nach Norden, Süden, Osten und Westen.“ Ich gehorchte, aber drei Jahre lang fühlte ich schmerzlich den Verlust dessen, was ich hinter mir gelassen hatte. Ich spürte Begeisterung angesichts der Zukunft und zugleich Trauer über das, was ich in der Vergangenheit zurückgelassen hatte. Ich konnte nicht verstehen, warum ich so traurig und schwermütig war, weil ich doch dachte, ich hätte auf Gott gehört und seinen Willen umgesetzt. Mein Pastor war auch verwirrt. Gemeinsam suchten wir nach Möglichkeiten, wie ich meinen eigenen Verkündigungsdienst tun und gleichzeitig trotzdem in der Gemeinde mitarbeiten und eng mit ihren Aktivitäten verbunden bleiben konnte.

Durch all dies arbeitete Gott gründlich an mir. Schließlich sagte er: „Joyce, ich kann mit deinem Dienst nichts bewirken, bevor du dein Herz nicht voll und ganz auf das ausrichtest, was ich dir aufgetragen habe.“ Mir wurde klar, dass ich innere Bindungen an meine alte Arbeitsstelle hatte. Fünf Jahre meines Lebens hatte ich dort eingesetzt. Gott befahl mir weiterzugehen, aber mit meiner Seele – also mit meinem Sinn, meinem Willen und meinen Gefühlen – war ich immer noch an den Ort gebunden, den ich verlassen hatte. Mein eigentliches Problem war, dass ich versuchte, zwei Herren zu dienen. Solange ich zwischen Vergangenheit und der Zukunft hin- und hergerissen war, konnte ich keinen inneren Frieden finden. Ich machte den gleichen Fehler wie viele andere. Ich versuchte, in die Zukunft zu gehen, während ich an der Vergangenheit festhielt.

Darum sagte Gott bei seiner Berufung zu Abraham, dass er aus seiner Heimat weggehen, Verwandte und Freunde verlassen und in ein land gehen sollte, dass Gott ihm zeigen würde (1Mo 12:1). Das bedeutet nicht, dass wir alle unsere Familien verlassen müssen, um, Gott zu dienen. Man kann annehmen, dass viele von Abrahams Verwandten Götzen anbeteten und Gott nicht wollte, dass etwas aus seiner Vergangenheit ihn weiterhin beeinflusste. Paulus schreibt, dass er dei Vergangenheit vergessen hat und auf das schaut, was vor ihm liegt (Phil 3:13), und das empfiehlt er auch seinen Lesern. Gott ließ Israel durch den propheten sagen: Denkt nicht mehr daran, was war, und grübelte nicht mehr über das Vergangene. Seht hin, ich mache etwas Neues“ (Jesaja 43:18-19).

Wir haben ein Problem, wenn wir an Vergangenem festhalten und trotzdem in die Zukunft gehen wollen, denn dann sind wir wankelmütig und wollen zwei Herren dienen. Ich ermutige Sie heute, die Vergangenheit gehen zu lassen und das Gute zu ergreifen, das Gott für Sie hat.

(Joyce Meyer, Studienbibel)




Schätze aus Gottes Wort heben

Gottes Wort enthält unfassbar viele verborgene Schätze, mächtige Leben spendende Geheimnisse, die er uns offenbaren will. „Alles, was jetzt noch geheim ist, wird dann öffentlich bekannt gemacht werden“ (Lukas 12:2). Wie geschieht das? Diese Schätze werden denen enthüllt, die sich in Gottes Wort hineinvertiefen, darüber nachdenken und nachsinnen, es meditieren, ihr Denken von ihm prägen lassen und es laut aussprechen.

Als jemand, der Gottes Wort lehrt, habe ich persönlich erfahren, wie wahr das ist. Was Gott mir aus nur einem Satz seines Wortes zeigen kann, nimmt anscheinend kein Ende. Wenn ich einen Vers lese und verstehe, erkenne ich beim nächsten Mal dennoch etwas Neues darin, das ich vorher noch nicht wahrgenommen habe.

Der Herr offenbart seine Geheimnisse denen, die sein Wort fleißig lesen und darüber nachdenken. Leben Sie nicht nur von den Erkenntnissen anderer! Lesen Sie Gottes Wort selbst und lassen Sie sich vom Heiligen Geist mit Wahrheit segnen. Lieben Sie Gottes Wort und räumen Sie ihm einen vorrangigen Platz in Ihrem Leben ein. So werden Sie in Weisheit und Kraft wandeln.

Über Gottes Wort nachzudenken, gehört zu dem Wichtigsten, was Sie und ich lernen können. Sie werden erstaunt sein, wie viel Kraft dadurch in ihrem Leben freigesetzt wird. Je mehr Sie über Gottes Wort nachsinnen, desto mehr und schneller können Sie in schwierigen Zeiten auf sie zurückgreifen. Die Kraft, um Gott gehorsam zu sein, kommt aus dem Nachdenken über Gottes Wort (siehe Josua 1:8).

(Joyce Meyer, Studienbibel)


Zeit, um sich an Jesus zu freuen

Sind Sie zu beschäftigt? Das scheint heutzutage auf fast jeden zuzutreffen. Recht oft begegne ich Menschen, die ich lange nicht gesehen habe. Auf die Frage, wie es Ihnen geht, sagen sie meistens: „Viel zu tun.“ Ich finde das beschämend und problematisch. Auch Marta mühte sich mit viel Arbeit (Lukas 10:40). Sie war zu beschäftigt, um sich Zeit dafür zu nehmen, sich über Jesus zu freuen, als er sie besuchte. Sie arbeitete fleißig und versuchte, alle einschließlich Jesus zu beeindrucken. Sie wollte, dass alles stimmt, und es stimmt auch alles – außer ihre Einstellung.

Maria dagegen ergriff die Gelegenheit und setzte sich Jesus zu Füßen, um von ihm zu lernen (Lukas 10:39). Sie wusste: Arbeit ist immer da, Jesus nicht. Es ist lebenswichtig, regelmäßig wertvolle Zeit mit Jesus zu verbringen! Machen Sie nicht den Fehler, ihn irgendwo in Ihrem Zeitplan gerade noch unterzubringen, sondern entschließen Sie sich, ihm den Vorrang einzuräumen und Ihre übrigen Verpflichtungen um Ihre Zeit mit Jesus herum zu planen.

Keine Zeit mit Gott zu verbringen, ist der größte Fehler, den wir in im geistlichen Leben machen können. „Die auf den HEERN warten, gewinnen neue Kraft. Sie schwingen sich nach oben wie die Adler. Sie laufen schnell, ohne zu ermüden. Sie gehen und werden nicht matt“ (Jesaja 40:31). Sich Zeit zu nehmen, um über Gottes Wort nachzusinnen, zu beten und mit ihm Gemeinschaft zu haben, verwandeln uns und macht uns stark genug, allen Herausforderungen zu trotzen, die uns begegnen. Wir bekommen Probleme, wenn wir das eine vernachlässigen, dass Jesus Marta so wichtig gemacht hat, als er ihr sagte: „Im Grunde ist doch nur eines wirklich wichtig. Maria hat erkannt, was das ist“ (Lukas 10:42).

Auf dem Sterbebett hat noch nie jemand gesagt:“Ich wünschte, ich hätte mehr Zeit auf der Arbeit verbracht.“ Die meisten Menschen wünschen sich stattdessen, sie hätten mehr Zeit in Gemeinschaft investiert. Wenn wir heute richtige Entscheidungen treffen, werden wir die Qual des Bedauerns später nicht durchleben müssen. Lernen Sie, die besonderen Zeiten zu erkennen, wenn Gott Sie zu sich ruft, damit Sie Zeit mit ihm verbringen. Wenn Jesus an die Tür des Herzens klopft, sagen Sie nicht: „Ich habe zu tun, komm ein anderes Mal wieder.“ Bitten Sie ihn herein und freuen Sie sich an seiner Gegenwart.

(Joyce Meyer, Studienbibel)


Eine Frau mit Vergangenheit

Die Frau, von der Lukas berichtet (Luk 7:37), hatte eine Vergangenheit. Vermutlich verkaufte sie als Prostituierte ihren Körper. Der Pharisäer, bei dem Jesus zu Gast war, bezeichnete sie als „Sünderin“ (Vers 39). Das diese Frau im Leben von Jesus vorkommt und dass in der Bibel von ihr berichtet wird., zeigt, dass Gott nicht nur Menschen mit einer reinen Vergangenheit in seinem Dienst nimmt. Allerdings beruft er Menschen zu einer gewaltigen, gesegneten Zukunft. Wenn Sie keinen guten Start ins Leben hatten, heißt das nicht, dass Sie kein bedeutsames Ende haben können.

Diese Frau wusch die Füße von Jesus mit ihren Tränen, trocknete sie mit ihren Haaren und salbte sie mit einem kostbaren Salböl (Luk 7:38). Da sie vermutlich eine Prostituierte war, war das Öl wahrscheinlich ein Geschenk eines Kunden oder sie hatte es mit Geld gekauft, das sie durch Prostitution verdient hatte. Die Gäste im Haus deuteten ihr Verhalten möglicherweise erotisch, aber Jesus wusste, dass dies eine Tat aus reiner Liebe war.

Wenn wir eine unschöne Vergangenheit haben, deuten andere Menschen unser Verhalten oft falsch. Dann fühlen wir uns genötigt, um ihre Anerkennung zu ringen, und versuchen, sie davon zu überzeugen, dass wir es wert sind, dazuzugehören. Menschen vergessen unsere Vergangenheit nicht so einfach, wie Gott es tut. Der Pharisäer konnte nicht verstehen, dass Jesus der Frau erlaubte, ihn auch nur zu berühren (Luk 7:39). Jesus antwortete ihm, dass ihr viel vergeben worden war und sie deshalb viel Liebe zeigte (siehe Vers 47).

Diese Frau kannte ihre Vergangenheit genau. Sie liebte Jesus außerordentlich, weil er ihr außerordentlich vergeben hatte. Sie wollte ihm das Kostbarste geben, was sie besaß, sie wollte ihm dienen. Jesus sah ihr Herz, nicht ihre Vergangenheit – und das sieht er auch in Ihnen.

(Joyce Meyer, Studienbibel)