Licht für den Weg #6

Merk dir: Gehorsam ist ihm wichtiger als Opfer, / auf ihn zu hören, ist ihm mehr wert als das Fett vieler Schafböcke. 
(1Sam 15:22)

Gottes Anweisungen für KJönig Saul waren klar: Erschlage die Amalekiter und vernichte all ihren Besitz. Alles, ohne Ausnahme. Mach keine Beute. Aber Saul verschonte König Agag und jeweils die besten Schafe, Ochsen, Mastkälber und Lämmer.

Als Samuel Saul am Morgen in Gilgal begegnete, verkündete Saul selbstbewusst, dass er genau das getan habe, was der Herr befohlen hatte. Aber in diesen Augenblick stimmte ein „Stallchor“ sein Oratorium an — Schafe blökten, und Ochsen brüllten. Äußerst peinlich!

Samuel wollte natürlich wissen, warum die Schafe blökten, wenn Saul sie alle getötet hatte. Der König versuchte daraufhin seinen Ungehorsam zu verschleiern, indem er dem Volk die Schuld gab und sie gleichzeitig unter einem religiösen Vorwand entschuldigte. Er sagte: „Das Volk hat die besten Schafe und Rinder verschont, um sie Jahwe, deinem Gott, zu opfern.“

In diesem Augenblick schleuderte ihm der Prophet Gottes die schneidenden Worte ins Gesicht: „Ungehorsam ist für ihn eine Sünde wie die Zauberei, / Auflehnung gegen ihn so schlimm wie Götzendienst.“

Gehorsam ist wichtiger als Rituale, Opfer und Gaben. Ich hörte einmal von einer Familie, die ihre Mutter mit kühler Verachtung und Ungehorsam behandelte, solange sie lebte. Als sie aber starb, kleidete man ihre Leichnam in einem echten Dior-Kostüm. Ein verachtenswerter und vergeblicher Versuch, Jahre der Rebellion und Respektlosigkeit wiedergutzumachen!

Oft hört man, wie Menschen ihre unschriftgemäßen Auffassungen oder unschriftgemäßen Verbindungen damit verteidigen, dass sie dadurch angeblich mehr Einfluss ausüben können. Doch Gott lässt sich durch solche Scheinargumente nicht betrügen. Er will unseren Gehorsam – um unseren Einfluss kümmert er sich schon. In Wirklichkeit ist es so, dass unser Einfluss dann negativ, wenn wir ungehorsam sind. Nur wenn wir in Gemeinschaft mit dem Herrn wandeln, können wir auf andere einen Einfluss im Sinne Gottes ausüben.

William Gurnall sagte einmal: „Opfer ohne Gehorsam ist Frevel.“ Und es ist noch weitaus schlimmer, wenn wir unseren Ungehorsam mit einem frommen religiösen Vorwand tarnen. Gott lässt sich nicht hinters Licht führen.

(William MacDonald)

o o o o o

Licht für den Weg #5

„Denn die mich ehren, werde ich ehren.“
(1Sam 2:30)

Eine der vielen Arten und Weisen, wodurch wir den Herrn ehren können, ist das Festhalten an göttlichen Grundsätzen und die standhafte Weigerung; Kompromisse einzugehen.

In seinen Jugendjahren arbeitete Adam Clark (1762-1832) für einen Seidenhändler. Eines Tages zeigte ihm sein Chef, wie er die Seide dehnen sollte, wenn er sie für den Kunden abmaß. Adam sagte: „Herr, Eure Seide lässt sich vielleicht dehnen, mein Gewissen aber nicht.“ Jahre später ehrte Gott den ehrlichen Angestellten, indem er ihn befähigte, den berühmten achtbändigen Bibelkommentar zu schreiben, der seinen Namen trägt.

Eric Liddel (1902-1945) sollte am 100m-Lauf bei den Olympischen Spielen teilnehmen. Aber als er herausfand, dass sie Vorläufe am Sonntag stattfanden, sagte er seinem Teamchef, dass er nicht laufen würde. Er war der Überzeugung, dass er durch das Verunehren des Tages des Herrn auch den Herrn selbst verunehren würde. Ein Sturm der Kritik brach los. Ihm wurde mangelnder Sportsgeist, Verrat an seinem Land, religiöser Fanatismus vorgeworfen. Doch er ließ sich von seiner Entscheidung nicht abbringen.

Als er feststellte, dass die Vorläufe für die 200m-Distanz an einem Wochentag angesetzt waren, bat er seinen Teamchef um Erlaubnis, antreten zu dürfen, auch wenn es nicht seine Distanz war. Er gewann den ersten Vorlauf, den zweiten Vorlauf, dann das Halbfinale. Als er am Tag des Finales zu seinem Startblock ging, drückte ihm jemand einen Zettel in die Hand. Er blickte kurz darauf und las die Worte: „Denn die mich ehren, werde ich ehren.“ An diesem Tag gewann er nicht nur den Lauf und damit olympisches Gold, sondern stellte auch einen neuen Weltrekord auf.

Der Herr gab ihm dann die größere Ehre, als einer seiner Botschafter im Fernen Osten dienen zu dürfen. Im zweiten Weltkrieg wurde er von den Japanern interniert und starb in einem Konzentrationslager, so dass er sich den Märtyrerkranz verdiente.

Adam Clark und Eric Liddell stehen in der berühmten Reihe von Männern wie Joseph, der Gott durch seinen lauteren Charakter ehrte und von Gott geehrte wurde, indem er ein Retter seines Volkes in einer Zeit großer Hungersnot wurde; Männer wie Mose, dessen Treue zu seinem Gott geehrt wurde, indem er das Volk Israel aus der ägyptischen Knechtschaft herausführen durfte; Männer wie Daniel, dessen Ablehnung von Kompromissen ihn zu einer ehrenvollen Position im babylonischen und persischen Königreich brachte. Und natürlich – als der größte von allen – der Herr Jesus, der seinen Vater ehrte wie kein anderer und darum einen Namen empfangen hat, der über jeden Namen ist.

(William MacDonald)

o o o o o

Einschub: Licht auf dem Weg #4

Eine größere Freude habe ich nicht als dies, dass ich höre, dass meine Kinder in der Wahrheit wandeln.
(3Joh 4)

Der Apostel Johannes kannte sicherlich die Freude, die man verspürt, wenn ,am persönlich einen Menschen für Gott gewonnen hat. Es macht einen ungeheuer froh, wenn man einen Sünder zum Herrn Jesus führen kann. Aber für Johannes war es eine noch größere Freude, zu sehen, dass seine Kinder im Glauben wuchsen und standhaft bei ihrem Herrn blieben.

Dr. M.R. DeHaan hat einmal geschrieben: „Es gab eine Zeit in meinem Dienst, wo ich oft sagte: ‚Die größte Freude eines Christen ist es, einen Menschen zu Jesus Christus zu führen.‘ Doch im Laufe der Jahre änderte ich meine Meinung darüber … Es gab so viele, über die wir erst gejubelt hatten, als sie ihr Bekenntnis ablegten, und die doch bald wieder umfielen und am Wegesrand liegen blieben, und dann wurde aus unserer Freude schlimmer Kummer und tiefe Sorge. Aber an einem Ort Jahre später zurückzukehren und die damals Bekehrten wiederzufinden, wie sie in der Gnade wachsen und in der Wahrheit vorangehen – das ist doch die größte Freude.“

LeRoy Eims sagte, als man ihn fragte, was am meisten Freude im Leben einbringt: „Wenn der Mensch, den man zu Jesus Christus geführt hat, innerlich wächst und sich zu einem hingebungsvollen, fruchtbaren, reifen, Jünger des Herrn entwickelt, der weitermacht und andere Menschen zu Christus führt und ihm seinerseits weiterhilft.“

Es ist gar nicht so erstaunlich, dass das die größte Freude einbringt. Denn das Geistliche hat durchaus seine Parallelen im natürlichen Bereich. Es ist eine große Freude, wenn en Kind geboren wird, aber im Inneren bohrt ständig die Frage: „Was wird wohl einmal aus ihm werden?“ Wie froh sind dann die Eltern, wenn der kleine Junge heranreift und sich dann als ein Mann von ausgezeichnetem Charakter und ungewöhnlichen Leistungen bewährt! So lesen wir schon in den Sprüchen 23:15.16: „Mein Sohn, wenn dein Herz weise ist, freut sich auch mein Herz; und meine Nieren frohlocken, wenn deine Lippen Aufrichtiges reden.“

Eine ganz praktische Lehre, die wir aus alledem ziehen können, ist die, dass wir uns nicht zufrieden geben sollen mit einer oberflächlichen Art von Evangelisation und Jüngerschaft. Wenn wir Kinder im Glauben haben wollen, die in der Wahrheit leben, dann müssen wir auch bereit sein, ein Teil unseres Lebens für sie zu opfern; und das ist ein aufwendiger Prozess, der Gebet, Unterweisung, Ermutigung, Beratung und Ermahnung von uns verlangt.

(William MacDonald)

Einschub: Licht auf dem Weg #2

Meine Seele komme in ihrem geheimen Rat. (1Mo 49:6)

Diese Worte finden sich in Jakobs Segen über seine Söhne. Als er an die Grausamkeiten dachte, die Simeon und Levi an den Männern von Sichem begangen hatten, sagte er: „Meine Seele komme nicht in ihren geheimen Rat“.

Ich würde diese Worte gerne in einen breiteren Zusammenhang stellen. Es gibt Geheimnisse, die mit Sünde zu tun haben und von denen es besser ist, dass man sie nie erfährt.

Die Versuchung setzt dann ihr verführerisches Gesicht auf und sagt uns, dass wir niemals glücklich sein können, wenn wir nicht in ihre Geheimnisse eingeweiht sind. Sie bietet uns aufregendes an, körperliches Wohlbefinden, gefühlsmäßige Höhepunkte und das lockende Unbekannte.

Viele Menschen, besonders solche, die bisher ein sehr zurückgezogenes und behütetes Leben geführt haben, werden von solchen Verführungen angesprochen. Sie haben das Gefühl, dass sie bis jetzt die wahren Vergnügungen noch gar nicht kennen. Sie kommen sich benachteiligt vor. Und sie glauben, sie können niemals zufrieden sein, solange sie nicht einen umfassenden Eindruck von der Welt gewonnen haben.

Das Schwierige daran ist nur, dass die Sünde niemals allein kommt. Es gibt immer nur eingebaute Risiken und böse Konsequenzen. Wenn wir mit einer Sünde, ganz gleich mit welcher, zum ersten Mal Erfahrungen machen, dann rufen wir damit eine ganze Flut von Quälereien und Gewissensbissen hervor.

Wenn wir einer Versuchung nachgeben, dann schwächst das unsere allgemeine Widerstandskraft. Wenn wir einmal eine Sünde begangen haben, wird es immer leichter, sie auch ein weiteres Mals zu tun. Bald werden wir Fachleute in Sachen Sünde. Ja, wir werden sogar zu ihren Sklaven und sind durch die Ketten der Gewohnheit an sie gefesselt.

In dem Moment, in dem wir eine Versuchung nachgeben, werden unsere Augen aber auch für ein Schuldgefühl geöffnet, dass wir früher noch nie empfunden haben. Der Fröhlichkeit, mit der wir das Gesetz durchbrechen, folgt ein furchtbares Gefühl der innerer Blöße und Leere. Es ist sicher wahr, dass Sünde bekannt und vergeben werden kann, aber das ganze Leben hindurch ist es peinlich, wenn man mit früheren Partnern dieser Übertretung zusammen trifft. Es ist eine schmerzende Narbe in unseren Erinnerungen, wenn wir die Orte unserer Torheit wieder aufsuchen müssen. Es gibt ungelegene Momente, in denen die ganze schmutzige Angelegenheit wieder in unseren Gedanken auftaucht, oft gerade während unserer heiligsten Augenblicke – und unser Körper wird dann davon buchstäblich getroffen, und wir stöhnen auf.

Wenn es auch wunderbar ist, die Vergebung Gottes für diese Sünden zu erfahren, so ist es doch noch viel besser, gar nicht erst in ihre Geheimnisse einzudringen. Was sich zuerst als interessantes Geheimnis darbietet, stellt sich später als Albtraum heraus. Das Vergnügen schlägt bald um in Entsetzen, und ein Augenblick der Leidenschaft zieht oft ein ganzes Leben voller Vorwürfe nach sich.

In der Stunde der Versuchung sollte unsere Reaktion deshalb sein: „Meine Seele komme nicht in ihrem geheimen Rat.“

(William MacDonald)

o o o o o

Einschub: Licht für den Weg #1

Bild von pixel2013 auf Pixabay

„Der Herr aber war mit Josef, und er war ein Mann, dem alles gelang“
(1Mo 39:2)

Ich hörte, dass eine der frühesten englischen Übersetzungen Josef in diesem Vers als „lucky fellow“ bezeichnete, d.h. „Glückspilz“. Vielleicht hatte „lucky“ zu jener Zeit eine etwas andere Beudeutung, aber wir sind doch froh, dass spätere Übersetzer Josef aus dem Reich glücklicher Zufälle entf4ernt haben.

Für ein Kind Gottes gibt es keinen glücklichen Zufall. Sein Leben wird von einem liebenden himmlichen Vater geleitet, bewahrt und geplant. Nichts geschieht ihm zufällig.

Weil dem so ist, ist es nicht richtig für einen Christen, jemand anderem „viel Glück“ zu wünschen. Ebensowenig sollte er sagen: „Ich habe Glück gehabt!“ Solche Ausdrücke verleugnen praktisch die Wahrheit göttlicher Vorsehung.

Die ungläubige Welt verbindet verschiedene Dinge mit Glück – eine Hasenpfote, einen Fliegenpilz, ein vierblättriges Kleeblatt oder ein Hufeisen (wobei die Enden immer nach oben gerichtet sein müssen, damit das Glück nicht herausfällt!). Die Mensch kreuzen ihre Finger und klopfen auf Holz, als ob diese Handlungen die Ereignisse zu ihren Gunsten beeinflussen oder Unglück abwenden könnten.

Die gleichen Menschen verbinden andere Dinge mit Pech im Leben – eine schwarze Katze, Freitag, der 13., das Durchgehen unter einer Leiter, die Nr. 13 eines Zimmers oder Stockwerkes. Es ist traurig, dass Mensch von solchem Aberglauben versklavt sind, eine Sklaverei, die sowohl nutzlos als auch fruchtlos ist.

In Jesaja 65:11 drohte denjenigen in Juda Gericht an, welche die Götter des Zufalls verehrten: „Ihr aber, die ihr den Herrn verlasst, die ihr meinen heiligen Berg vergesst, die ihr dem Gad einen Tisch zurichtet und der Meni den Mischkrug füllt.“ (Gad – d. i. der Planet Jupiter – wurde als Glücksgott verehrt, Meni – d. i. der Planet Venus – als Schicksals- oder Bestimmungsgöttin.)

Wir wissen nicht genau, um welche speziellen Sünden es hierbei ging, aber es ist deutlich genug, dass die Menschen Götzen opferten, die mit Glück und Zufall verbunden waren. Gott hasste das damals, und hasst es auch heute.

Welche Zuversicht gibt uns das Wissen, dass wir nicht hilflose Schachfiguren des blinden Zufalls oder eines „kosmischen Würfelspiels“ oder der Glücksgöttin Fortuna sind. Alles im Leben ist geplant, ist bedeutungsvoll und zielgerichtet. Für uns ist es unser Vater, nicht Fortuna; Christus, nicht der Zufall; göttliche Liebe, nicht blindes Schicksal.

William MacDonald

o o o o o