Licht für den Weg #12

Jeder von uns hat den Anteil an der Gnade erhalten, so wie er ihm von Christus zugemessen wurde. 
(Eph 4:7)

Wir müssen immer daran denken, dass der Herr, wenn er uns etwas zu tun befiehlt, uns such die nötige Kraft dazu schenkt. Alle seine Gebote schließen auch die durch ihn verliehene Befähigung ein, selbst wenn diese seine Gebote im Bereich des Unmöglichen liegen.

Jethro sagte zu Mose: „Wenn du dieses tust, und Gott es dir gebietet, so wirst du bestehen können“ (2. Mose 18:23). „Der Grundsatz ist, dass Gott die volle Verantwortung dafür übernimmt, seinen Mann zur Erfüllung jeder Aufgabe zu befähigen, zu der ihn bestimmt hat“ (J.O. Sanders).

In seinem Dienst begegnet der Herr Jesus mindestens zwei Gelähmten (Mt 9:6, Joh 5:9). Bei beiden Gelegenheiten sagte er ihnen, dass sie aufstehen und ihr Bett mitnehmen sollten. Als sie die Willensentscheidung trafen, zu gehorchen, floss Kraft in ihre hilflosen Gliedser.

Petrus spürte, dass wenn der Herr Jesus ihn rief, auf dem Wasser zu ihm zu kommen, er dann auf dem Wasser gehen konnte, sobald Jesus sagte: „Komm“, stieg Petrus aus dem Schiff und wandelte auf dem Wasser.

Es ist zweifelhaft, ob der Mann mit der verdorrten Hand sie ausstrecken konnte; aber als unser Herr es ihm befahl, tat er es und seine Hand wurde geheilt.

Der Gedanke, 5000 Menschen mit ein paar Broten und Fischen zu speisen, ist völlig unmöglich. Aber als Jesus zu den Jüngern sagte: „Gebt ihnen zu essen“, verschwand die Unmöglichkeit.

Lazarus lag bereits 4 Tage im Grab, als der Herr Jesus rief: „Lazarus komm heraus!“ Das Gebot war von der notwendigen Kraft begleitet. Und Lararus kam heraus.

Wir sollten uns diese Wahrheit praktisch aneignen. Wenn Gott uns führt, etwas Bestimmtes zu tun, sollten wir uns nie mit dem Argument herauswinden, dass wir es nicht können.Wenn er uns etwas zu tun befiehlt, dann gibt er uns auch die nötige Kraft dazu. Es wird treffend gesagt: „Der Wille Gottes wird dich nirgendwohin führen, wo dich nicht die Gnade Gottes aufrecht erhalten wird.“

Es ist ebenso wahr, dass wenn Gott einen Auftrag gibt, er auch für die Kosten aufkommt. Wenn wir uns seiner Führung sicher sind, brauchen wir uns auch nicht um die Finanzen zu sorgen. Er wird dafür Sorge tragen.

Gott, der das Rote Meer und den Jordan teilte, damit sein Volk hindurchziehen konnte, ist heute noch derselbe. Immer noch steht er für die Beseitigung von Hindernissen bereit, wenn die Seinen seinen Willen nur gehorchen. Und immer noch stellt er alle Gnade zur Verfügung, die nötig ist, um ausführen können, was er gebietet. Immer noch wirkt er in uns sowohl das Wollen als auch das Vollbringen, nach seinem Wohlgefallen.

(William MacDonald)

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Licht für den Weg #10

…  Nein, der eine zieht in den Kampf, der andere schützt den Tross, und die Beute wird ehrlich unter alle geteilt!“ 
(1Sam 20:24)

Als David Ziklag von den Amalekiter zurückerobert hatte, wollten eimnige seiner Leute nicht die Beute mit dem 200 Mann teilen, die am Bach Besor zurückgeblieben waren. David bestimmte, dass die, die beim Gepäck blieben, zu gleichen Teilen mit denen teilen sollten, die in die Schlacht zogen.

Auf jeden Soldat, der im Kampf steht, im Zweiten Weltkrieg standen nur etwas kommen mehrere, die hinter der Front arbeiten. In der amerikanischen Armee im Zweiten Weltkrieg standen etwa nur 30% der Truppen in den kämpfenden Einheiten Einheiten. Die anderen waren mit Hilfsaufgaben beschäftigt und dienten in ihren Einheiten als Ingenieure, Quartiermeister, Ordonnanzen, Kommunikationsspezialisten, Chemiker, Transportpersonal und Mitglieder der militärischen Verwaltung..

Dazu gibt es Parallelen im Werk des Herrn. Obwohl alle Christen Soldaten sind, werden nicht alle an der Hauptkampflinie eingesetzt. Nicht alle sind Prediger oder Evangelisten oder Hirten oder Lehrer. Nicht alle sind Missionare, die an den Fronten der geistlichen Kriegsschauplätze in der Welt im Einsatz stehen.

Gott hat auch in seiner Armee sein Hilfspersonal. Da sind seine treuen Gebetskämpfer, die täglich beten und flehen, bis sich das Blatt zum Guten wendet.. Da sind seine treuen Verwalter, die ein Leben ständigen Opfers und Verzicht führen., damit sie mehr Geld an die Front schicken können. Da sind diejenigen, die Nahrung und Unterkunft für diejenigen bereitstellen, die im Nahkampf mit dem Feind stehen. Denken wir weiter an die, die die Manuskripte tippen, die einmal die Botschaft in ferne Länder tragen werden. Denken wir an die ausgezeichneten Frauen, die zu Hause dienen, indem sie Söhne und Töchter zum Dienst für den König aufziehen. Auf jeden, der mitten in der Schlacht steht, kommen mehrere andere, die als Hilfspersonal arbeiten.

Wenn der Lohn ausgeteilt wird, werden diejenigen mit Hilfsaufgaben das gleiche Teil bekommen wie die, die als Kriegshelden gerühmt wurden. Diejenigen, die still und bescheiden hinter den Linien gedient haben, werden die gleichen Ehren bekommen wie die, die sich einen Namen im Kampf an der Front gemacht haben.

Gott ist in der Lage, alles genau zu beurteilen. Er kann die Bedeutung des Beitrages eines jeden exakt gewichten. Es wird eine Menge von Überraschungen geben. Wir werden sehen, dass unscheinbare Leute, die wir für ziemlich unwichtig gehalten haben, in Wirklichkeit entscheidende Stellungen innehatten. Ohne sie wären wir selbst kraftlos gewesen.

(William MacDonald)

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Licht für den Weg #9

Aber Saul schwor bei Jahwe: „So wahr Jahwe lebt, in dieser Sache wird dich keine Strafe treffen!“ 
(1Sam 28:10)

In den früheren Jahren seiner Herrschaft hatte der König Saul bestimmt, dass alle, die Geisterkult trieben oder als Medium dienten, aus dem Land vertrieben werden sollten. Einige Zeit später fing es an, bergab zu gehen mit seinem persönlichen und mit dem politischen Leben. Nach dem Tode Samuels versammelten sich die Philister in Gilboa gegen Sauls Heer. Und als er kein richtungsweisendes Wort vom Herrn bekommen konnte, fragte er in Endor eine Wahrsagerin um Rat. Sie erinnerte ihn voller Furcht daran, dass er doch selbst das Vertreiben aller Zauberer und Wahrsager dem Land befohlen hatte. Doch da beruhigte sie Saul und sagte: „So wahr der Herr lebt, es soll dich in dieser Sache keine Schuld treffen.“

Habe ich eben „sie“ gesagt? Vielleicht sollte ich stattdessen doch „wir“ sagen. Denn wir alle neigen dazu, uns von den Aussagen der Schrift zu drücken, sie passend zurechtzubiegen und abzuschwächen, wenn wir nicht gehorchen wollen.

Es gibt zum Beispiel ganz deutliche Hinweise zur Rolle der Frauen in der Gemeinde. Offenbar sind diese Anweisungen aber ein Streitpunkt für die gegenwärtige feministische Bewegung.

Also, was tun wir? Wir argumentieren, dass diese Gebote auf dem Hintergrund auf die damaligen Kultur zu verstehen sind und sich auf uns heute nicht mehr anwenden lassen. Natürlich können wir auf diese Art spielende fast alles Unangenehme in der Bibel loswerden, wenn wir einen solchen Grundsatz ersteinmal übernommen haben.

Manchmal geraten wir an einige Sätze des Herrn Jesus über die rechte Jüngerschaft, die uns schwer treffen. Wie schnell halten wir dann den Satz parat: „Jesus hat damit nicht gemeint, dass wir es tun sollten, sondern nur, dass wir bereit sein sollten, es zu tun. „Und wir machen uns selbst vor, dass wir dazu bereit wären, auch wenn wir in Wirklichkeit nie die Absicht haben, so weit zu gehen.

Wir können beispielsweise sehr nachgiebig verlangen, dass Übertreter nach den strengen Forderungen der Bibel zur Rechenschaft gezogen werden. Aber wenn sich herausstellt, dass ein solcher Übertreter ein Verwandt oder Freund von uns ist, dann bestehen wir plötzlich darauf, dass die Forderungen der Schrift lockerer gesehen oder ganz beiseite gelassen werden sollen.

Ein anderer Kunstgriff besteht darin, dass wir die Gebote der Heiligen Schrift einteilen in „wichtige“ und „nicht so wichtige“. Diejenige, die eher unbedeutend sind, kann man außer acht lassen — jedenfalls reden wir uns das so ein.

In all diesen falschen Überlegungen verdrehen wir eigentlich die Heilige Schrift und bereiten uns damit selbst Unheil. Gott will, dass wir seinem Wort gehorchen, ob uns das gerade passt oder nicht. Nur das ist der Weg zum Segen.

(William MacDonald)

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Licht für den Weg #8

Von Saul jedoch wich der Geist Jahwes. Und ein böser Geist, den Jahwe geschickt hatte, begann ihn zu ängstigen.
(1Sam 16:14)

Es gibt Verse in der Bibel, die Gott scheinbar böse Handlungen zuschreiben. Als beispielsweise Abimelech drei Jahre über Israel regiert hatte, da „sandte Gott einen bösen Geist zwischen Abimelech und die Bürger von Sichem“ (Ri 9:23). In den Tagen Ahabs sprach Micha zu dem gottlosen König: „Der Herr hat einen Lügengeist in den Mund all dieser deiner Propheten gelegt“ (1Kö 22:23). Hiob schrieb seine Verluste dem Herrn zu, als er sagte: „Wir sollten das Gute von Gott annehmen, und das Böse sollten wir nicht auch annehmen?“ (Hi 2:10) Und der Herr selbst sagt in Jes 45:7: „… der ich die Wohlfahrt mache und das Unglück schaffe.“

Anderseits wissen wir, dass Gott, weil er heilig ist, weder Böses hervorbringen noch es ungestraft lassen kann. Keine Sünde, keine Krankheit, kein Leiden, kein Tod kommt vom Herrn. Er ist Licht, und gar keine Finsternis ist in ihm (1Joh 5:5). Es ist undenkbar, dass er die Ursache von etwas sein könnte, das seiner moralischen Vollkommenheit widerspricht.

Aus anderen Schriftstellen geht hervor, dass Satan der Urheber von Krankheit, Leiden, Unglück und Zerstörung ist. Hiobs Verluste und furchtbare Schmerzen wurden vom Teufel verursacht. Der Herr Jesus sagte, dass die zusammengekrümmte Frau 18 lange Jahre von Satan gebunden worden war (Lk 13:16). Paulus sprach von einem Dorn für das Fleisch als einem „Boten Satans“ (2Kor 12:7). Satan ist der Drahtzieher hinter allem Leiden der Menschheit.

Wie können wir das dann aber in Einklang bringen mit den Versen, die Gott als Verursacher von Bösen schildern? Die Erklärung ist einfach die: In der Bibel wird von Gott oft gesagt, dass er Dinge tut, wenn er ihr Geschehen zulässt. Es ist der Unterschied zwischen seinem „direktiven“ (direkt wollenden) und „permissiven“ (indirekt zulassenden) Willen. Er lässt es oft zu, dass die seinen Erfahrungen durchmachen, die er von sich aus nie für sie vorgesehen hätte. Er ließ es zu, dass Israel vierzig Jahre in der Wüste umherwanderte, während sein direkter Wille – hätten sie sich ihm unterworfen – sie auf einem kürzeren Weg in das verheißene Land gebracht hätte.

Aber auch wenn Gott das böse Wirken von Dämonen und Menschen zulässt, so hat er doch immer noch das letzte Wort. Er lenkt alles so, dass es zu seiner Verherrlichung und zum Segen derer ausschlägt, die diese Erfahrungen durchstehen müssen.

(William MacDonald)

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Licht auf dem Weg #7

Jahwe sagte zu Samuel: „Wie lange willst du noch um Saul trauern? Ich habe ihn verworfen. Er soll nicht mehr König über Israel sein. Füll dein Horn mit Salböl und mach dich auf den Weg! Ich schicke dich zu Isai von Bethlehem, weil ich mir einen seiner Söhne als König ausgesucht habe.“
(1Sam 16:1)

Es kommt eine Zeit im Leben, wo wir mit dem Trauern über das Vergangene aufhören und uns an die Arbeit der Gegenwart machen müssen.

Gott hatte Saul als König verworfen. Das war eine endgültige, irreversible Tatsache. Aber Samuel viel es schwer, sie zu akzeptieren. Er war mit Saul eng verbunden gewesen und weinte nun über seine enttäuschte Hoffnungen. Er betrauerte immer noch einen Verlust, der unwiederbringlich war. Gott sagte deshalb zu ihm: „Hör auf mit dem Trauern. Gehe, salbe Sauls Nachfolger. Meine Pläne sind nicht vereitelt. Ich habe einen besseren Mann als Saul, der nun die Bühne der Geschichte Israels betreten wird.“

Wir können annehmen, dass Samuel die Lektion nicht nur für sich selbst lernte, sondern sie auch an David weitergab, der Sauls Stelle als König einnahm. Auf jeden Fall zeigte David, dass er diese Lektion gut gelernt hatte. Solange sein kleiner Sohn im Sterben lag, fastete und betete er in der Hoffnung, dass Gott das Kind vielleicht retten würde. Doch als es gestorben war, badete er sich, wechselte die Kleider, ging ins Haus Gottes, um anzubeten, und ließ sich dann eine Mahlzeit vorsetzen. Denjenigen, die mit seinem Realismus Probleme hatten, sagte er: „Nun es aber tot ist, warum sollte ich denn fasten? Vermag ich es wieder zurückzubringen? I c h gehe zu ihm, aber es wird nicht zu mir zurückkehren“ (2Sam 12:23).

Das hat auch uns etwas zu sagen in unserem Dienst und Leben als Christen. Manchmal geschieht es, dass uns ein Dienst genommen und jemand anderen gegeben wird. Wir trauern über das Ende einer Möglichkeit zum Dienen.

Vielleicht zerbricht eine Freundschaft oder Partnerschaft und als Folge davon scheint uns das Leben leer und schal. Oder wir wurden von jemand grausam enttäuscht, der uns sehr nahe stand. Wir betrauern das Ende einer geschätzten Beziehung.

Oder vielleicht zerbricht ein lebenslang gehegter Traum oder eine hohe Ambition wird zunichte. Wir trauern über das Ende unseres Sehnens und Trachtens.

Trauern ist an sich nicht verkehrt, aber es sollte sich nicht so lange hinziehen, dass es unsere Fähigkeit verkrüppelt, den Herausforderungen der Gegenwart zu begegnen. E. Stanley Jones sagte, er habe sich angewöhnt, sich „innerhalb einer Stunde von den Kümmernissen und Schlägen des Lebens zu erholen“. Eine Stunde dürfte den meisten von uns zu kurz sein, aber wir dürfen nicht immer untröstlich bleiben über Umstände, die sich nicht ändern lassen.

(William MacDonald)

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Licht für den Weg #6

Merk dir: Gehorsam ist ihm wichtiger als Opfer, / auf ihn zu hören, ist ihm mehr wert als das Fett vieler Schafböcke. 
(1Sam 15:22)

Gottes Anweisungen für KJönig Saul waren klar: Erschlage die Amalekiter und vernichte all ihren Besitz. Alles, ohne Ausnahme. Mach keine Beute. Aber Saul verschonte König Agag und jeweils die besten Schafe, Ochsen, Mastkälber und Lämmer.

Als Samuel Saul am Morgen in Gilgal begegnete, verkündete Saul selbstbewusst, dass er genau das getan habe, was der Herr befohlen hatte. Aber in diesen Augenblick stimmte ein „Stallchor“ sein Oratorium an — Schafe blökten, und Ochsen brüllten. Äußerst peinlich!

Samuel wollte natürlich wissen, warum die Schafe blökten, wenn Saul sie alle getötet hatte. Der König versuchte daraufhin seinen Ungehorsam zu verschleiern, indem er dem Volk die Schuld gab und sie gleichzeitig unter einem religiösen Vorwand entschuldigte. Er sagte: „Das Volk hat die besten Schafe und Rinder verschont, um sie Jahwe, deinem Gott, zu opfern.“

In diesem Augenblick schleuderte ihm der Prophet Gottes die schneidenden Worte ins Gesicht: „Ungehorsam ist für ihn eine Sünde wie die Zauberei, / Auflehnung gegen ihn so schlimm wie Götzendienst.“

Gehorsam ist wichtiger als Rituale, Opfer und Gaben. Ich hörte einmal von einer Familie, die ihre Mutter mit kühler Verachtung und Ungehorsam behandelte, solange sie lebte. Als sie aber starb, kleidete man ihre Leichnam in einem echten Dior-Kostüm. Ein verachtenswerter und vergeblicher Versuch, Jahre der Rebellion und Respektlosigkeit wiedergutzumachen!

Oft hört man, wie Menschen ihre unschriftgemäßen Auffassungen oder unschriftgemäßen Verbindungen damit verteidigen, dass sie dadurch angeblich mehr Einfluss ausüben können. Doch Gott lässt sich durch solche Scheinargumente nicht betrügen. Er will unseren Gehorsam – um unseren Einfluss kümmert er sich schon. In Wirklichkeit ist es so, dass unser Einfluss dann negativ, wenn wir ungehorsam sind. Nur wenn wir in Gemeinschaft mit dem Herrn wandeln, können wir auf andere einen Einfluss im Sinne Gottes ausüben.

William Gurnall sagte einmal: „Opfer ohne Gehorsam ist Frevel.“ Und es ist noch weitaus schlimmer, wenn wir unseren Ungehorsam mit einem frommen religiösen Vorwand tarnen. Gott lässt sich nicht hinters Licht führen.

(William MacDonald)

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Licht für den Weg #5

„Denn die mich ehren, werde ich ehren.“
(1Sam 2:30)

Eine der vielen Arten und Weisen, wodurch wir den Herrn ehren können, ist das Festhalten an göttlichen Grundsätzen und die standhafte Weigerung; Kompromisse einzugehen.

In seinen Jugendjahren arbeitete Adam Clark (1762-1832) für einen Seidenhändler. Eines Tages zeigte ihm sein Chef, wie er die Seide dehnen sollte, wenn er sie für den Kunden abmaß. Adam sagte: „Herr, Eure Seide lässt sich vielleicht dehnen, mein Gewissen aber nicht.“ Jahre später ehrte Gott den ehrlichen Angestellten, indem er ihn befähigte, den berühmten achtbändigen Bibelkommentar zu schreiben, der seinen Namen trägt.

Eric Liddel (1902-1945) sollte am 100m-Lauf bei den Olympischen Spielen teilnehmen. Aber als er herausfand, dass sie Vorläufe am Sonntag stattfanden, sagte er seinem Teamchef, dass er nicht laufen würde. Er war der Überzeugung, dass er durch das Verunehren des Tages des Herrn auch den Herrn selbst verunehren würde. Ein Sturm der Kritik brach los. Ihm wurde mangelnder Sportsgeist, Verrat an seinem Land, religiöser Fanatismus vorgeworfen. Doch er ließ sich von seiner Entscheidung nicht abbringen.

Als er feststellte, dass die Vorläufe für die 200m-Distanz an einem Wochentag angesetzt waren, bat er seinen Teamchef um Erlaubnis, antreten zu dürfen, auch wenn es nicht seine Distanz war. Er gewann den ersten Vorlauf, den zweiten Vorlauf, dann das Halbfinale. Als er am Tag des Finales zu seinem Startblock ging, drückte ihm jemand einen Zettel in die Hand. Er blickte kurz darauf und las die Worte: „Denn die mich ehren, werde ich ehren.“ An diesem Tag gewann er nicht nur den Lauf und damit olympisches Gold, sondern stellte auch einen neuen Weltrekord auf.

Der Herr gab ihm dann die größere Ehre, als einer seiner Botschafter im Fernen Osten dienen zu dürfen. Im zweiten Weltkrieg wurde er von den Japanern interniert und starb in einem Konzentrationslager, so dass er sich den Märtyrerkranz verdiente.

Adam Clark und Eric Liddell stehen in der berühmten Reihe von Männern wie Joseph, der Gott durch seinen lauteren Charakter ehrte und von Gott geehrte wurde, indem er ein Retter seines Volkes in einer Zeit großer Hungersnot wurde; Männer wie Mose, dessen Treue zu seinem Gott geehrt wurde, indem er das Volk Israel aus der ägyptischen Knechtschaft herausführen durfte; Männer wie Daniel, dessen Ablehnung von Kompromissen ihn zu einer ehrenvollen Position im babylonischen und persischen Königreich brachte. Und natürlich – als der größte von allen – der Herr Jesus, der seinen Vater ehrte wie kein anderer und darum einen Namen empfangen hat, der über jeden Namen ist.

(William MacDonald)

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Einschub: Licht auf dem Weg #4

Eine größere Freude habe ich nicht als dies, dass ich höre, dass meine Kinder in der Wahrheit wandeln.
(3Joh 4)

Der Apostel Johannes kannte sicherlich die Freude, die man verspürt, wenn ,am persönlich einen Menschen für Gott gewonnen hat. Es macht einen ungeheuer froh, wenn man einen Sünder zum Herrn Jesus führen kann. Aber für Johannes war es eine noch größere Freude, zu sehen, dass seine Kinder im Glauben wuchsen und standhaft bei ihrem Herrn blieben.

Dr. M.R. DeHaan hat einmal geschrieben: „Es gab eine Zeit in meinem Dienst, wo ich oft sagte: ‚Die größte Freude eines Christen ist es, einen Menschen zu Jesus Christus zu führen.‘ Doch im Laufe der Jahre änderte ich meine Meinung darüber … Es gab so viele, über die wir erst gejubelt hatten, als sie ihr Bekenntnis ablegten, und die doch bald wieder umfielen und am Wegesrand liegen blieben, und dann wurde aus unserer Freude schlimmer Kummer und tiefe Sorge. Aber an einem Ort Jahre später zurückzukehren und die damals Bekehrten wiederzufinden, wie sie in der Gnade wachsen und in der Wahrheit vorangehen – das ist doch die größte Freude.“

LeRoy Eims sagte, als man ihn fragte, was am meisten Freude im Leben einbringt: „Wenn der Mensch, den man zu Jesus Christus geführt hat, innerlich wächst und sich zu einem hingebungsvollen, fruchtbaren, reifen, Jünger des Herrn entwickelt, der weitermacht und andere Menschen zu Christus führt und ihm seinerseits weiterhilft.“

Es ist gar nicht so erstaunlich, dass das die größte Freude einbringt. Denn das Geistliche hat durchaus seine Parallelen im natürlichen Bereich. Es ist eine große Freude, wenn en Kind geboren wird, aber im Inneren bohrt ständig die Frage: „Was wird wohl einmal aus ihm werden?“ Wie froh sind dann die Eltern, wenn der kleine Junge heranreift und sich dann als ein Mann von ausgezeichnetem Charakter und ungewöhnlichen Leistungen bewährt! So lesen wir schon in den Sprüchen 23:15.16: „Mein Sohn, wenn dein Herz weise ist, freut sich auch mein Herz; und meine Nieren frohlocken, wenn deine Lippen Aufrichtiges reden.“

Eine ganz praktische Lehre, die wir aus alledem ziehen können, ist die, dass wir uns nicht zufrieden geben sollen mit einer oberflächlichen Art von Evangelisation und Jüngerschaft. Wenn wir Kinder im Glauben haben wollen, die in der Wahrheit leben, dann müssen wir auch bereit sein, ein Teil unseres Lebens für sie zu opfern; und das ist ein aufwendiger Prozess, der Gebet, Unterweisung, Ermutigung, Beratung und Ermahnung von uns verlangt.

(William MacDonald)

Einschub: Licht auf dem Weg #2

Meine Seele komme in ihrem geheimen Rat. (1Mo 49:6)

Diese Worte finden sich in Jakobs Segen über seine Söhne. Als er an die Grausamkeiten dachte, die Simeon und Levi an den Männern von Sichem begangen hatten, sagte er: „Meine Seele komme nicht in ihren geheimen Rat“.

Ich würde diese Worte gerne in einen breiteren Zusammenhang stellen. Es gibt Geheimnisse, die mit Sünde zu tun haben und von denen es besser ist, dass man sie nie erfährt.

Die Versuchung setzt dann ihr verführerisches Gesicht auf und sagt uns, dass wir niemals glücklich sein können, wenn wir nicht in ihre Geheimnisse eingeweiht sind. Sie bietet uns aufregendes an, körperliches Wohlbefinden, gefühlsmäßige Höhepunkte und das lockende Unbekannte.

Viele Menschen, besonders solche, die bisher ein sehr zurückgezogenes und behütetes Leben geführt haben, werden von solchen Verführungen angesprochen. Sie haben das Gefühl, dass sie bis jetzt die wahren Vergnügungen noch gar nicht kennen. Sie kommen sich benachteiligt vor. Und sie glauben, sie können niemals zufrieden sein, solange sie nicht einen umfassenden Eindruck von der Welt gewonnen haben.

Das Schwierige daran ist nur, dass die Sünde niemals allein kommt. Es gibt immer nur eingebaute Risiken und böse Konsequenzen. Wenn wir mit einer Sünde, ganz gleich mit welcher, zum ersten Mal Erfahrungen machen, dann rufen wir damit eine ganze Flut von Quälereien und Gewissensbissen hervor.

Wenn wir einer Versuchung nachgeben, dann schwächst das unsere allgemeine Widerstandskraft. Wenn wir einmal eine Sünde begangen haben, wird es immer leichter, sie auch ein weiteres Mals zu tun. Bald werden wir Fachleute in Sachen Sünde. Ja, wir werden sogar zu ihren Sklaven und sind durch die Ketten der Gewohnheit an sie gefesselt.

In dem Moment, in dem wir eine Versuchung nachgeben, werden unsere Augen aber auch für ein Schuldgefühl geöffnet, dass wir früher noch nie empfunden haben. Der Fröhlichkeit, mit der wir das Gesetz durchbrechen, folgt ein furchtbares Gefühl der innerer Blöße und Leere. Es ist sicher wahr, dass Sünde bekannt und vergeben werden kann, aber das ganze Leben hindurch ist es peinlich, wenn man mit früheren Partnern dieser Übertretung zusammen trifft. Es ist eine schmerzende Narbe in unseren Erinnerungen, wenn wir die Orte unserer Torheit wieder aufsuchen müssen. Es gibt ungelegene Momente, in denen die ganze schmutzige Angelegenheit wieder in unseren Gedanken auftaucht, oft gerade während unserer heiligsten Augenblicke – und unser Körper wird dann davon buchstäblich getroffen, und wir stöhnen auf.

Wenn es auch wunderbar ist, die Vergebung Gottes für diese Sünden zu erfahren, so ist es doch noch viel besser, gar nicht erst in ihre Geheimnisse einzudringen. Was sich zuerst als interessantes Geheimnis darbietet, stellt sich später als Albtraum heraus. Das Vergnügen schlägt bald um in Entsetzen, und ein Augenblick der Leidenschaft zieht oft ein ganzes Leben voller Vorwürfe nach sich.

In der Stunde der Versuchung sollte unsere Reaktion deshalb sein: „Meine Seele komme nicht in ihrem geheimen Rat.“

(William MacDonald)

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Einschub: Licht für den Weg #1

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„Der Herr aber war mit Josef, und er war ein Mann, dem alles gelang“
(1Mo 39:2)

Ich hörte, dass eine der frühesten englischen Übersetzungen Josef in diesem Vers als „lucky fellow“ bezeichnete, d.h. „Glückspilz“. Vielleicht hatte „lucky“ zu jener Zeit eine etwas andere Beudeutung, aber wir sind doch froh, dass spätere Übersetzer Josef aus dem Reich glücklicher Zufälle entf4ernt haben.

Für ein Kind Gottes gibt es keinen glücklichen Zufall. Sein Leben wird von einem liebenden himmlichen Vater geleitet, bewahrt und geplant. Nichts geschieht ihm zufällig.

Weil dem so ist, ist es nicht richtig für einen Christen, jemand anderem „viel Glück“ zu wünschen. Ebensowenig sollte er sagen: „Ich habe Glück gehabt!“ Solche Ausdrücke verleugnen praktisch die Wahrheit göttlicher Vorsehung.

Die ungläubige Welt verbindet verschiedene Dinge mit Glück – eine Hasenpfote, einen Fliegenpilz, ein vierblättriges Kleeblatt oder ein Hufeisen (wobei die Enden immer nach oben gerichtet sein müssen, damit das Glück nicht herausfällt!). Die Mensch kreuzen ihre Finger und klopfen auf Holz, als ob diese Handlungen die Ereignisse zu ihren Gunsten beeinflussen oder Unglück abwenden könnten.

Die gleichen Menschen verbinden andere Dinge mit Pech im Leben – eine schwarze Katze, Freitag, der 13., das Durchgehen unter einer Leiter, die Nr. 13 eines Zimmers oder Stockwerkes. Es ist traurig, dass Mensch von solchem Aberglauben versklavt sind, eine Sklaverei, die sowohl nutzlos als auch fruchtlos ist.

In Jesaja 65:11 drohte denjenigen in Juda Gericht an, welche die Götter des Zufalls verehrten: „Ihr aber, die ihr den Herrn verlasst, die ihr meinen heiligen Berg vergesst, die ihr dem Gad einen Tisch zurichtet und der Meni den Mischkrug füllt.“ (Gad – d. i. der Planet Jupiter – wurde als Glücksgott verehrt, Meni – d. i. der Planet Venus – als Schicksals- oder Bestimmungsgöttin.)

Wir wissen nicht genau, um welche speziellen Sünden es hierbei ging, aber es ist deutlich genug, dass die Menschen Götzen opferten, die mit Glück und Zufall verbunden waren. Gott hasste das damals, und hasst es auch heute.

Welche Zuversicht gibt uns das Wissen, dass wir nicht hilflose Schachfiguren des blinden Zufalls oder eines „kosmischen Würfelspiels“ oder der Glücksgöttin Fortuna sind. Alles im Leben ist geplant, ist bedeutungsvoll und zielgerichtet. Für uns ist es unser Vater, nicht Fortuna; Christus, nicht der Zufall; göttliche Liebe, nicht blindes Schicksal.

William MacDonald

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