Abigajil

Manche Männer haben ihre Frauen nicht verdient. Abigajil war vermutlich die beste Frau, die Nabal je bekommen konnte, und er erhielt sogar noch mehr, als er erwartet hatte, als er sie heiratete. Sie war schön und hatte bessere Voraussetzungen als er, seinen Wohlstand zu verwalten. Aber Nabal nahm seine Frau als Selbstverständlichkeit.

Trotz seiner Schwächen gaben alle Bediensteten in seinem Haushalt ihr Bestes, Schwierigkeiten von ihm fernzuhalten. Ihre Loyalität war vermutlich auf Abigajils Einfluss zurückzuführen. Obwohl ihre Kultur und ihr Ehemann sie geringschätzten, machte sie das Beste aus ihren Fähigkeiten und Chancen. David war von ihren Fähigkeiten beeindruckt und als Nabal starb, heiratete er sie.

Abigajil war für beide Männer in ihren Leben eine effektive Beraterin, die hart daran arbeitete, sie vor übereilten Schritten zu bewahren. Durch ihr rasches Eingreifen und geschicktes Verhandeln bewahrte sie David davor, sich an Nabal zu rächen. Sie hielt das große Ganze im Blick und ließ viel Raum für Gottes Wirken.

Blicken auch wir, wie Abigajil, über die gegenwärtige Krise hinaus und sehen das große Ganze? Nutzen wir unsere Fähigkeiten, um den Frieden zu fördern? Sind wir loyal, ohne die Augen zu verschließen? Welche Herausforderung oder Verantwortung, mit der wir heute konfrontiert werden, setzt voraus, dass wir uns von Gott leiten lassen?

Besondere Eigenschaften

  • War sensibel und geschickt
  • Konnte überzeugend reden und über sich selbst hinausblicken

Lektionen aus ihrem Leben

  • Die harten Situationen des Lebens können das Beste in einem Menschen zum Vorschein bringen
  • Man braucht keine besonderen Titel, um eine wichtige Rolle zu spielen.

Hintergrund

  • Wo: Kamel
  • Tätigkeit: Hausfrau
  • Familie: Ihr erster Ehemann war Nabal; dann heiratete sie David. Ihr Sohn war Kilab (Daniel)
  • Zwitgenossen: Saul, Michal, Ahinoam

Schlüsselverse

„Gepriesen sei Jahwe, der Gott Israels“, rief David vor Abigajil, „dass er dich mir heute entgegengeschickt hat! Und gepriesen sei deine Klugheit! Gesegnet sollst du sein, dass du mich heute davor zurückgehalten hast, in Blutschuld zu geraten und mir selbst zu helfen!
(1Sam 25:32-33)

(Begegnung fürs Leben, Studienbibel)

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Tag 174 – 1. Samuel 25:23-35

23 Als Abigajil David erkannte, parkte sie ihr Auto, stieg aus und warf sich vor David auf den Boden.

24 Sie umfasste seine Füße und sagte leise: „Es ist alles meine Schuld! Bitte hören Sie mir zu! Ich will alles erklären!

25 Nabal dürfen Sie echt nicht für voll nehmen! Er ist genau das, was sein Name auch bedeutet: ein Trottel! Leider war ich nicht da, als Ihre Leute den Brief überbracht haben.

26 Mann, ich schwöre Ihnen, was ich jetzt sage, ist so wahr wie die Tatsache, dass Gott lebt und dass Sie selbst leben: Das war doch garantiert kein Zufall, dass wir uns getroffen haben! Gott hat das organisiert, damit Sie sich an Nabal nicht rächen. Dann stände echt was zwischen Ihnen und Gott! Dieser Nabal wird dafür später fett bestraft werden, und ich sag Ihnen: Alle Ihre Feinde, jeder, der Sie dissen will, soll dasselbe durchmachen wie er.

27 Ich hab hier im Kofferraum ein besonderes Geschenk für Sie, das können Sie unter Ihren Leuten verteilen, wenn Sie wollen.

28 Ich tue alles, was Sie wollen. Bitte verzeihen Sie mir, dass ich Sie überhaupt gestört habe. Ich bin mir total sicher, dass Gott Sie eines Tages mal zum Präsidenten machen wird. Und wenn Sie an der Macht sind, wird etwas entstehen, was nie mehr aufhören wird. Sie werden die Kriege für Gott führen. Ich wünsche Ihnen, dass Sie für den Rest Ihres Lebens eine reine Weste behalten.

29 Wenn irgendjemand hinter Ihnen her ist und Sie töten will, wird Ihnen nichts Schlimmes passieren, weil Gott Ihr Leben beschützt. Er passt auf Sie auf, wie man auf sein wertvolles iPhone aufpasst oder auf seine Rolex. Aber Ihre Feinde werden kaputtgehen wie ein alter Kassettenrekorder, und man wird sie auf den Schrotthaufen schmeißen wie eine kaputte Glühbirne.

30 Gott wird Ihnen irgendwann den Joystick in die Hand geben, Sie haben dann die Macht, das hat er versprochen.

31 Dann werden Sie froh sein, dass Sie in dieser Sache ein gutes Gewissen behalten und nicht auf eigene Faust Ihr Recht durchgesetzt haben. Es wäre ja unschuldiges Blut geflossen, und das wäre nicht so toll. Und bitte vergessen Sie mich nicht, wenn Gott Sie ganz nach oben gebracht hat!“

32 „Wow, Gott ist der Größte! Der Gott Israels ist gigantisch!“, rief David laut. „Ich bin so froh, das er Sie gerade heute zu mir geschickt hat!

33 Sie sind auch noch superschlau, das ist ja genial, danke, Gott! Er soll Ihnen das zurückzahlen, dass Sie mich heute davor bewahrt haben, richtig Mist zu bauen. Ich hätte mich einfach gerächt und hätte damit etwas getan, was zwischen mir und Gott gestanden hätte.

34 Hey, ich schwöre Ihnen bei Gott: Wenn Sie mir nicht so schnell entgegengekommen wären, dann hätte ich in einer Nacht alle Männer bei Nabal umgenietet, keiner wäre übrig geblieben. Das ist so sicher wie das Amen in der Kirche.“

35 David freute sich über das Essen, was sie ihm mitgebracht hatte. Er sagte zu ihr: „Jetzt gehn Sie mal entspannt nach Hause! Was Sie von mir wollten, haben Sie bekommen.“

  1. Mein Schlüsselvers des Abschnittes
  2. Meine Erkenntnis des TagesMEIN Pünktchen
  3. Glauben ins Leben umsetzt
  4. Mein Gebet für meinen Tag

Mein Schlüsselvers des Abschnittes

Aber so wahr Jahwe, der Gott Israels, lebt, der mich davor bewahrt hat, dir Böses zu tun: Wenn du mir nicht so schnell entgegengekommen wärst, dann hätte Nabal bis zum Morgenlicht keinen seiner Wandpisser übrig behalten!“ 
(1Sam 25: 23.35)

Meine Erkenntnis des Tages, MEIN Pünktchen

Was für eine weise Frau!!! Sie hat den Ernst der Lage erkannt und läuft mit Proviant zu David. Sie verhindert damit, dass David wütend Nabal und alle seine Leute vernichtet und sich damit Blutschuld auflädt.
Was ich nicht so recht verstehe: Warum gibt sich Abigajil die Schuld (V. 24)?Sie hat doch in keinster Weise Schuld auf sich geladen???

Glauben ins Leben umgesetzt

Was wünschte ich mir, ich könnte ein bisschen wie Abigajil sein, so weise, so vorausschauend. Und vor allem die Größe besitzend, die Schuld ihres Mannes auf sich zu nehmen. Ich selbst würde mich eher rechtfertigen und alle Schuld weit von mir weisen. So klein und demütig zu sein wie Abigajil passt nicht in unsere Welt, man würde wohl als dummes Schaf dastehen. Aber das ist ja wurscht. Wichtig ist, was Gott möchte, er er benutzt hier Abigajil, um David vor einem schweren Fehler zu bewahren!

Mein Gebet für meinen Tag

Vater, ich bin dir sosososo dankbar, dass du gestern alle Hände über D. gehalten hast. Alles lief so gut, alles hat geklappt und sie ist total happy über ihren neuen Weg von der Haustür bis zum öffentlichen Fußweg. Die beiden Helfer haben das so gut gemacht. Bitte sei auch bei ihnen und gib ihn ins Herz, wie dankbar D. ist.
Und heute Nachmittag kommt T. zu mir. Bitte lass auch das wieder alles gelingen, dass es uns beiden gut geht, dass ich bis dahin alles geschafft habe, was an Arbeit noch da ist. Schenk uns bitte einen guten Tag, beschütze und behüte und sei immer bei mir, lass mich deine Gegenwart immer spüren.
Das alles trage ich heute vor dich in Jesu Namen
Du bist ein wunderbarer Gott! Danke!
Amen

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Tag 172 + 173 – 1. Samuel 25:1-22

1  In der Zeit starb der Prophetentyp Samuel. Überall in Israel wurde deswegen Staatstrauer angesetzt. Sie beerdigten ihn in der Stadt, wo er geboren worden war, in Rama. David zog dann noch weiter nach Süden bis in die Wüste Paran.

2  In dem Ort Maon lebte ein Millionär, der eine große Ranch hatte. Dort standen gerade 3000 Schafe und 1000 Ziegen von ihm rum, weil in der Zeit die Wolle von den Tieren abrasiert wurde.

3  Dieser Typ hieß übrigens Nabal, und er kam aus dem Kaleb-Clan. Seine Frau hieß Abigajil, und die war nicht nur unheimlich sexy, sondern dazu auch noch sehr schlau. Nabal war allerdings eher so ein Prolltyp und ziemlich fies unterwegs.

4  David bekam davon Wind, dass Nabal in Karmel war, um seinen Schafen die Wolle abrasieren zu lassen.

5  Darum schickte er zehn von seinen Männern mit dem Auftrag los: „Geht mal nach Karmel und bestellt Nabal einen schönen Gruß von mir und gebt ihm diesen Brief.“

6  In dem Brief stand drin: „Lieber Nabal. Ich wünsche Ihnen viel Glück und Segen! Für Sie, für Ihre Familie und für alles, was Ihnen gehört!

7  Ich hab davon gehört, dass Sie Ihre Tiere bei uns ganz in der Nähe weiden lassen. Wir haben sie in Ruhe gelassen und in der Zeit, wo die in Karmel waren, ist nicht eins Ihrer Schafe geklaut worden oder gestorben.

8  Sie können das gerne mal überprüfen, es stimmt wirklich. Ich bitte Sie, dass Sie nett zu den Überbringern dieses Briefes sind und sie gut behandeln. Heute ist doch ein besonderer Tag für Sie, oder? Und seien Sie doch so nett, und geben Sie ihnen was zu essen mit, irgendwas, was bei Ihnen übrig ist und Sie sowieso wegschmeißen würden. Es ist für mich, für David, der alles für Sie tun würde. Freundliche Grüße, Ihr David“

9  Nachdem Nabal den Brief gelesen hatte, sagte er zu den Postboten:

10  „Hä? Was ist das denn für ein Typ? David? Aus was für einer Familie kommt der? Vom Isai? Nie gehört! Heutzutage gibt es echt genug Hirnies, die aus der Klapse geflohen sind und jetzt auf der Straße leben.

11  Die Lebensmittel, die wir hier haben, sind für meine Angestellten, die die Schafe abrasieren! Warum sollte ich davon etwas an Leute abgeben, von denen ich noch nicht mal weiß, wo die herkommen?“

12  Die Männer gingen zurück zu David und erzählten ihm, wie Nabal auf den Brief reagiert hatte.

13  „Zu den Waffen, Männer!“, rief David seinen Leute zu. Er schnappte sich seine MG und zog mit 400 von seinen Leuten los, die restlichen 200 blieben aber dort, um das Lager zu bewachen.

14 Einer von den Angestellten vom Nabal besuchte dann die Abigajil und erzählte ihr die ganze Geschichte. „Gerade waren ein paar Postboten vom David da. Er hatte einen echt netten Brief geschrieben, aber Nabal war davon nur total angepisst und hat rumgetobt.

15 Dabei waren die Leute von Davids Truppe immer voll nett zu uns. Wir hatten nie Probleme mit denen, und in der ganzen Zeit, wo sie da waren, hat man uns kein einziges Tier geklaut.

16 Solange die in unserer Nähe waren, wurden unsere Herden beschützt wie durch eine Mauer.

17 Kapieren Sie, was das bedeutet? Bitte unternehmen Sie was dagegen! Denn wenn nichts passiert, wird unser Chef bald tot sein, und wir alle auch. Er ist immer so scheiße drauf, man kann überhaupt nicht mit ihm reden! Er macht jeden nur zur Schnecke.“

18 Abigajil ließ sofort ihren Benz vorfahren und packte in den Kofferraum 200 Fladenbrote, zwei Kisten Bier, fünf Spießbraten, eine Kiste mit Kartoffelchips, 100 Portionen Müsli und 200 Gläser Erdbeermarmelade.

19 Sie befahl ihren Angestellten: „Fahrt mit dem Wagen schon mal vor, ich komme gleich nach!“ Ihrem Ehemann erzählte sie aber nichts davon.

20 Als Abigajil mit ihrem Auto gerade um eine Ecke bog, kam David ihr mit seiner Truppe entgegen.

21 David regte sich gerade noch mal total über die Reaktion von Nabal auf. „Das war doch alles für den Arsch! Ich hab die Schafe von dem Typen beschützt, obwohl die noch nicht mal mir gehörten. Nicht eins von den Viechern ist ihm in der Zeit geklaut worden! Und so wird einem das jetzt gedankt.

22 Ich schwör, bei Gott: Keiner von denen soll morgen noch leben!“

  1. Mein Schlüsselvers des Abschnittes
  2. Meine Erkenntnis des TagesMEIN Pünktchen
  3. Glauben ins Leben umsetzt
  4. Mein Gebet für meinen Tag

Mein Schlüsselvers des Abschnittes

Da befahl David seinen Männern: „Schnallt eure Schwerter um!“ Auch er nahm sein Schwert und zog los. 400 Mann folgten ihm, 200 ließ er beim Gepäck. 
(1Sam 25:13)

Meine Erkenntnis des Tages, MEIN Pünktchen

David zog sich mit seinen Männern in die Wüste zurück und bekam ein Versorungsproblem. Er schickte deshalb einige Männer zu Nabal, einen reichen Mann und bat um etwas zu Essen für seine Leute. Nabal aber schickte sie arrogant weg.
Darüber war David dermaßen sauer und wütend, dass er sofort gegen ihn in den Kampf ziehen wollte. Zwar ist die Reaktion Davids menschlich verständlich, aber was war denn mit David los? Wo war der Mensch, der sich so friedlich gegenüber Saul verhielt?

Glauben ins Leben umgesetzt

Die Antwort ist ganz einfach. Es st in jeden Menschen. Auch der friedlichste und gottgläubigste Mensch trägt diese „alte“ Natur noch in sich. Jeder. Auch ich. Und wer bin ich, dass ich das verurteilen darf? Gott ist Richter, nicht ich.

Mein Gebet für meinen Tag

Vater, ja ich halte mich für einen friedlichen Menschen, der auch so ziemlich für alles und jedem Verständnis hat. Das ist mir schon oft negativ angerechnet worden. Ich sei viel zu gutgläubig, ich sei ein dummes Schaf usw. Aber auch ich kenne das: Irgendetwas passiert, in meinem Kopf schaltet sich etwas aus und ich bin nur noch wütend und sauer und stinkig. Passiert selten, aber es passiert. Bitte Vater, hilf mir dann und bring mich wieder runter. Auch mein Gegenüber ist nur ein Mensch, dessen ganze Umstände ich gar nicht beurteilen kann. Ich will dir dann ganz vertrauen, dass du diese Sache richten wirst zu deiner Zeit. Nein, es geht nicht um Straftaten, die sehr wohl auch in dieser Welt angezeigt werden müssen, um weitere Straftaten zu verhindern. Es geht um rein menschliche Verhaltensweisen wie Nabel, der nichts von seinem Reichtum abgeben mag.
Vater, warum zeigst du mir gerade heute diese Verse? Ach, ich weiß. Ich war ein bissel grummelig, weil D. die ganze Woche nicht angerufen hat. Als es ihr schlecht ging, klingelte jeden Tag mein Telefon. Wenn ich ihr aber sage, dass es mir nicht gut geht, ist Ruhe. So war meine Wahrnehmung und ich war sauer. Und traurig. Heute Morgen nun hat sie mir eine Nachricht geschickt, wie schlimm sie gerade im Stress steckt. Oh, mein Gott, ich hatte sie schon in meinen Kopf verurteilt, dabei gibt es eine ganz natürlich Ursache. Für heute hat sie zwei Helfer, die ihr mit ihr den Weg vom Hauseingang zur Straße pflastern. Das Baumaterial muss auch ausreichend da sein. Nebenbei muss sie sich noch um dessen Verpflegung kümmern, J. möchte zum Friseur, morgen ist mit N. Handball, nachmittags Tierparklauf, N. und J. gehen Montag auf Klassenfahrt und das Gästezimmer muss entrümpelt und neu eingerichtet werden, damit C, vorübergehend dort einziehen kann. Eine Schlafgelegenheit fehlt auch noch. Na wenn das mal kein Grund ist.
Vater, ich glaube, das alles ist viel zu viel für sie und sie vermisst A. auch an dieser Stelle so sehr. Bitte, Vater, hilf ihr doch, dass sie es gut schafft. Bitte, lass sie nicht allein damit, ich habe Angst, dass sie sich übernimmt und zusammenbricht. Bitte, Vater, kümmere dich um sie. BITTE!
Und das trage ich heute vor dich, beschütze und behüte auch mich, halte Kummer und Schmerz von mir fern. Lass es für alle ein guter Tag werden.
Amen.

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Tag 169 + 170 + 171 – 1. Samuel 24:1-23

1 David zog dann in ein anderes Versteck um, was in einem schwer zugänglichen Bereich der Berge bei En-Gedi lag.

2 Nach einer Zeit hatte Saul die Philister besiegt und ihre Armee noch lange verfolgt. Als er zurück nach Hause kam, kriegte er die Meldung rein: „David hat sich in die Berge bei En-Gedi verpisst!“

3 Sofort zog er 3000 Soldaten mit Spezialausbildung von den Israeliten ein, um David und seine Truppe zu verfolgen.

4 Als er östlich der Steinbockfelsen an den Schafsgehegen vorbeikam, musste er ganz dringend pinkeln. Er ging deswegen in einen alten Bunker, der dort an dem Weg in den Bergen war. Zufällig war das aber ausgerechnet der Bunker, in dem sich David und seine Männer im hinteren Bereich versteckt hatten.

5 Davids Leute flüsterten ihm zu: „Das ist die Gelegenheit! Gott hat heute beschlossen, dir deinen Feind auszuliefern. Du kannst hier mit ihm machen, was du willst!“ David schlich sich von hinten an Saul ran und schnitt mit einem Armeemesser ein Stück von seiner Jacke ab, ohne das der das mitbekam.

6 Gleich danach war es David voll peinlich, und er hatte echt ein schlechtes Gewissen.

7 „Gott soll mich davor beschützen, dass ich meinem Präsidenten auch nur ne Schramme zufüge“, flüsterte er seinen Leuten zu. „Er ist von Gott extra für diesen Job ausgesucht worden! Er ist immerhin der Präsident!“

8 David verbot seinen Männern, sich Saul vorzuknöpfen. Als Saul aus dem Bunker rauskam, um weiterzugehen,

9 rannte David ihm plötzlich hinterher. „Mein Präsident, mein Chef!“, rief er ihm zu. Saul drehte sich um, aber David warf sich vor ihm platt auf den Boden.

10 „Bitte lassen Sie sich von nichts und niemandem erzählen, dass ich Sie kaputtmachen will“, sprach er weiter,

11 „Ich kann Ihnen heute das Gegenteil beweisen. Gerade eben, hier in dem alten Bunker, hätte ich Sie töten können. Dafür hat bestimmt Gott gesorgt. Meine eigenen Leute haben mich angefeuert, Ihnen die Kehle durchzuschneiden. Aber ich hab es nicht gemacht, ich habe Sie verschont. Ich konnte es einfach nicht tun, weil mir klar ist, dass Sie mein Chef sind, Sie sind der von Gott eingesetzte Präsident!

12 Hier, als Beweis hab ich ein Stück von Ihrer Jacke abgeschnitten. Ich hätte Sie wirklich töten können, aber ich hab mir nur diesen Stofffetzen von Ihrer Jacke genommen. Jetzt müssen Sie doch kapieren, dass ich kein Verräter bin, ich bin kein Arschloch! Ich hab nichts gegen Sie getan, aber Sie sind hinter mir her und wollen mich töten.

13 Gott soll zwischen uns entscheiden. Er wird Sie bestrafen, aber ich werde das nicht tun, niemals!

14 Es gibt ja diesen Spruch: „Nur wer link ist, tut linke Dinge“. Ich werde Ihnen auf keinen Fall was tun.

15 Ich meine, wer ist denn das, hinter dem Sie gerade her sind? Der Präsident von ganz Israel jagt ein Meerschweinchen, oder besser noch eine Fliege!?

16 Gott soll zwischen Ihnen und mir entscheiden, er soll das beurteilen. Gott soll mein Rechtsanwalt in dieser Sache sein und mir dabei helfen, mein Recht zu bekommen!“

17 Als David fertig war, fragte Saul: „David? Sag mal, bist das wirklich du?“ Dann fing er voll an zu heulen.

18 Schließlich sagte Saul zu ihm: „Du hast total recht mit dem, was du sagst! Du hast mich immer gut behandelt im Gegensatz zu mir.

19 Heute hast du mal wieder bewiesen, dass du es gut meinst, weil du mich nicht getötet hast. Gott hatte dafür gesorgt, dass ich mich nicht hätte wehren können, trotzdem hast du die Situation nicht ausgenutzt, um mich zu töten.

20 Ich meine, wo hat man so was schon mal erlebt? Da hat einer die Möglichkeit, seinen Feind aus dem Weg zu räumen, aber lässt ihn trotzdem wieder laufen! Also, Gott wird dich dafür fett beschenken!

21 Mir ist schon klar, dass du mal der neue Präsident werden wirst. Unter deiner Regierung wird Israel gut weitergeführt werden.

22 Bitte versprich jetzt, mit Gott als Zeugen, dass du aus meiner Familie nicht alle umbringen wirst! Ich möchte, dass es immer noch ein paar Leute gibt, die an mich denken, wenn ich mal tot bin.“

23 David versprach es ihm ganz fest. Dann ging Saul wieder zurück nach Hause. David und seine Männer zogen wieder zurück in die Berge.

  1. Mein Schlüsselvers des Abschnittes
  2. Meine Erkenntnis des TagesMEIN Pünktchen
  3. Glauben ins Leben umsetzt
  4. Mein Gebet für meinen Tag

Mein Schlüsselvers des Abschnittes

Jahwe soll Richter zwischen uns sein! Er mag mich an dir rächen, aber ich werde meine Hand nicht gegen dich erheben! 
(1Sam24:13)

Meine Erkenntnis des Tages, Mein Pünktchen

Das ist eine meiner wertvollsten Stellen im Alten Testament.
David immer auf der Flucht vor dem wütenden Saul und dann hätte er sich aller Sorgen entledigen können, ihn einfach töten, dass die Flucht endlich aufhört, aber was macht er? Er schneidet ihm nur ein „Beweiszipfel“ von denen Klamotten.
Das spricht von Größe! Das spricht von bedingungslosem Gottvertrauen!
Und es spricht davon, dass David die von Gott eingesetzten Ordnungen ohne wenn und aber respektiert.
Wow!

Glauben ins Leben umgesetzt

An diese Geschichte muss ich immer denken, wenn es heute darum geht, gegen Chefs zu motzen, gegen Regierungen zu opportunieren, immer gegen die über einem gestellten Vorsitzenden zu meckern und zu wettern.
Nichts gegen Kritik, nichts gegen berechtigtes Aufdecken von Missständen, aber all das, was sich im Alltag so abspielt, das Nichtrespektieren von Autoritäten ist haarsträubend. Das geht ja nun mittlerweile soweit, dass Rettungskräfte und Polizei angegriffen werden, wenn sie Menschen helfen wollen, das geht um Missachtung von Lehrern und unmittelbaren Vorgesetzen. Man hat mittlerweile das Gefühl: kein Respekt vor nichts. Welch krasser Gegensatz zu David. Er erkennt an, dass Saul von Gott eingesetzt wurde, also ist der der König. Punkt. Alles weitere überlässt er Gott. Er rächt sich nicht, weil er weiß, das ist nicht sein Job, sondern der Job Gottes.

Mein Gebet für meinen Tag

Vater, wie viel weniger Unzufriedenheit und Stress könnten wir haben, wenn wir dich einfach machen ließen, wenn wir dich anerkennen würden als den, der diese Ordnungen eingesetzt hat. Straftaten, ja, Straftaten müssen wir auch heute aufzeigen, aber darum geht es nicht. Es geht um die Anerkennung, dass eine Ordnung im zwischenmenschlichen Bereich geben muss, sonst enden alles im Chaos. Hach, wenn es doch mehr Menschen einsehen würden. Hier ist sich bald jeder selbst der Nächste, jeder will kämpfen, jeder will weiter nach oben. Ich weiß nicht, Vater, wie lange du dir das noch ansehen magst. Ich habe große Sehnsucht danach, dass Jesus recht bald wieder kommen möge. Aber es ist dein Zeitplan. Du machst keine Fehler. …
Vater, gestern Abend hatte ich wieder eine Krise. Mir ist gestern eine Vase auf des so schlecht versiegelte Parkett gefallen und hat ein Loch geschlagen. Diese klitzekleine Kleinigkeit war der Trigger. Ich mag einfach nicht mehr mich um alles alleine kümmern, alles allein richten und organisieren, der ganz alltägliche Kram. Ich mag abgeben, ich mag jemanden an meiner Seite, aber ich weiß sehr wohl, dass das nicht auf Krampf geht, nicht durch ein unbedingtes Wollen. Nach dem letzten Disaster mit J. lasse ich meine Finger davon. Vater, wenn es dein Wille ist, dass ich allein bleiben soll, dann soll es so sein. Aber sonst füge es doch bitte, dass da jemand in meinem Leben auftaucht, den du ausgesucht hast und der zu mir passt. Naja, nur so ein Wunsch von mir. Wegen der doofen Vase gestern Abend.
Und jetzt werfe ich all diese Dinge vor deine Füße. Bitte beschütze und bewahre mich, D., A., T. und die Jungs, halte Kummer und Schmerz von uns fern und lass es für uns ein guten Tag werden. Dein Wille geschehe.
Amen

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Tag 168 – 1. Samuel 23:19-28

19  Ein paar Männer, die in Sif wohnten, verpetzten David beim Saul: „Der Typ, den Sie suchen, versteckt sich bei uns in den Bergen, in der Nähe der Stadt Horescha. Er lagert auf dem Berg Hachila, der südlich von Jeschimon liegt.

20  Sie müssen nur schnell vorbeikommen, Herr Präsident, dann sorgen wir dafür, dass er noch da ist und Sie ihn sich schnappen -können.“

21  „Danke! Gott soll Ihnen dafür was schenken, dass Sie mir bei meinem Problem helfen wollen!“, antwortete Saul.

22  „Bitte gehen Sie wieder zurück, und erkundigen Sie sich über seinen genauen Aufenthaltsort. Ich möchte alles wissen, wer ihn zuletzt gesehen hat und so. Man hat mir erzählt, dass er ziemlich schlau ist und ganz schöne Tricks auf Lager hat.

23  Spioniert für mich jede Ecke aus, in der er sich noch versteckt halten könnte. Wenn ihr eure Informationen gesammelt habt, dann kommt zurück, und wir gehen zusammen dort hin, solange er noch da ist. Ich werde ihn dann finden, egal wo er sich versteckt, und wenn ich das ganze Land nach ihm absuchen muss.“

24  Die Männer gingen zurück nach Sif, und Saul kam in einigem Abstand hinterher. In der Zeit waren David und seine Leute schon weiter in der Wüste bei Maon. Dort lagerten sie in der Steppe, die südlich von Jeschimon liegt.

25  David kriegte gesteckt, dass Saul und seine Leute auf der Suche nach ihm waren. Darum wollte er sich in einer Höhle verstecken, die auch noch in der Wüste Maon lag. Doch auch das wusste Saul bald und jagte ihm dorthin hinterher.

26  Schließlich lag nur noch ein Berg zwischen den beiden. Saul ging an der einen Seite entlang, David an der anderen. David versuchte so schnell es ging weiterzukommen, aber Saul und seine Männer holten ihn ein und wollten ihn und seine Leute gerade umzingeln.

27  Plötzlich kam eine SMS bei Saul rein. „Die Philister haben uns den Krieg erklärt. Sie sind schon im Land und plündern alles. Hilfe! Kommen Sie schnell!“

28  Saul brach sofort den Einsatz ab und fuhr mit seinen Männern zurück, um gegen die Philister anzutreten. Der Fels, der die beiden (nur noch) getrennt hatte, bekam dann später den Namen „Trennungsfelsen“.

  1. Mein Schlüsselvers des Abschnittes
  2. Meine Erkenntnis des TagesMEIN Pünktchen
  3. Glauben ins Leben umsetzt
  4. Mein Gebet für meinen Tag

Mein Schlüsselvers des Abschnittes

„Jahwe segne euch dafür“, sagte Saul, „dass ihr Mitleid mit mir hattet! …“
(1Sam 23:21)

Meine Erkenntnis des Tages, MEIN Pünktchen

Heute bin ich über diese Stelle gestolpert, wo Saul die segnet, die ihm sagen, wo David sich versteckt hält. Er spricht den Segen aus und diese Leute fühlen sich dann sicherlich auch noch gesegnet. Und geistert mir im Kopf herum: Wie viel ist eigentlich ein Segen wert? Wenn mir der Segen Gottes von jemand zugesprochen wird, der gar kein enges Verhältnis zu Gott hat und woher weiß ich es? Oder mir wird der Segen für eine Tat zugesprochen, die Gott gar nicht gut findet? Woher weiß ich das? Diese Fragen verknoten sich gerade in meinen Kopf.

Glauben ins Leben umgesetzt

Aber der heutige Abschnitt zeigt auch ein Eingreifen Gottes in letzter Minute. Er rettet David vor Saul kurz bevor er ihn wirklich eingeholt hatte. Ich finde es sosososo tröstlich, wie Gott seine Augen überall hat und sich kümmert und hilft und eingreift in Situationen, die wir vielleicht noch gar nicht realisiert haben. Wir haben einen großartigen Gott. Er ist der Souverän, er kann überall und zu jederzeit eingreifen. Wenn er es nicht tun, dann hat das seinen Grund. Und diesen werden wir oft genug nicht erfahren.

Mein Gebet für meinen Tag

Vater, ich danke dir, dass du mir heute wieder gezeigt hast, dass du alles in deiner Hand hältst, dass nichts ohne dein Einverständnis passiert. Warum du soviel Schlimmes hier auf der Erde zulässt, werden wir sicherlich erst erfahren, wenn wir dich persönlich fragen können. Aber die Sache mit David heute hat mir gezeigt, dass auch du in meinem Leben jederzeit und in letzter Minute eingreifen kannst, Schlimmes abwenden. Du kannst es und darauf setze ich mein ganzes Vertrauen.
Vater, heute geht es mir wieder besser. Die letzten beiden Tage waren so hart, dass ich gestern selbst eine Tavor-Tablette nehmen musste. Aber heute Morgen stand ich auf, als wäre nichts passiert. Das ist schon krass. Ich danke dir, dass du es wieder gerichtet hast und ich heute wieder einen normalen Tag beginnen kann. Es ist soviel liegen geblieben, nicht nur die letzten beiden Tage, sondern die ganze heiße Zeit.
Ich freue mich auch, dass ich nun wieder nachmittags größere Runden laufen kann und somit auch mein Kopf freier wird. Juhhuuu.
Bitte sei bei mir, beschütze und behüte mich, halte allen Kummer und Schmerz von mir fern. Das Gleiche bitte ich dich auch für D., A., T. und die Kinder. Hab ein Auge auf sie, dass ihnen nichts Schlimmes passiert.
Und so bringe ich dir heute dieses Gebet, sichtlich erleichtert und lege es dir zu Füßen.

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Edelsteine #24

David hielt sich hauptsächlich in den natürlichen Bergfestungen der Wüste auf, vor allem im Gebirge der Wüste  Saul war die ganze Zeit hinter ihm her, aber Gott ließ David nicht in seine Hände fallen. 
(1Sam 23:14)

Davids Erfahrungen mit Saul haben uns viel zu lehren. David hatte einen Platz in Gott gefunden, wo er völlig sicher und glücklich war. Niemand konnte dort eindringen. Keine äußeren Umstände konnten ihm diese enge Verbindung mit Gott nehmen, nur Sünde hätte dies bewirken können. Gott hatte David zum König bestimmt, und Samuel hatte ihn gesalbt. Obwohl Saul bewusst war, was Gott beschlossen hatte, jagte er David von einem Versteck ins andere, in ein Dasein der Bedrängnis und des Leidens. Die Geborgenheit in Gott bedeutete für David jedoch mehr als eine Königskrone. Er suchte ständig die Verbindung mit ihm, nicht nur mit der Bitte um Schutz. Aber auch dies gewährte Gott ihm jederzeit. Wenn er Führung brauchte, zeigte Gott ihm den Weg. Aber das Wichtigste war für David, dass er ein Mann Gottes war.

Das Problem „Saul“ war Gottes Sache, und so konnte er damit leben. ER konnte drauf verzichten, den Thron mit Gewalt einzunehmen. Saul klammerte sich weiterhin an das, was Gott ihm einst gegeben hatte. Er empfand keine Reue. Er suchte nicht nach Gottes Hilfe zur Klärung der Schwierigkeiten. Er wehrte sich dagegen, das hinzunehmen, was Gottes Güte ihm geben würde. Saul wollte die Lage mit Kampf klären. Empörung und Ungehorsam verstrickten ihn bald so sehr in Selbstmitleid und Eifersucht, dass er fast eines Geisteskranken glich. Mit der Sünde kann man nur eines tun: Man muss sie bereuen, bevor sie uns gänzlich verstrickt hat in Klatsch und Gerüchte, die uns blind machen und uns schließlich selbst zerstören. Aber Gott sei Lob und Dank: Bei Jesus Christus ist Befreiung.

Obwohl David sich vor Saul versteckt hatte, konnte Jonatan ihn leicht finden. Jonatan erkannte den Willen Gottes an und schaute voraus auf den Tag, an dem er an Davids Seite in der Regierung stehen würde, anstatt seines Vaters Thron zu erben. Er war erfüllt von der Vorfreude auf ein Königreic.h, dass von einem Mann Gottes regiert wurde.

Ein Edelstein für heute: „Alle, die ich gern habe, weise ich zurecht und erziehe sie. Mach darum Ernst und ändere deine Einstellung.“
(Offb 3:19)

(Tim Ruthven)

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